Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Gosch erobert die Ostseeküste: 2020 geht es nach Heiligenhafen
Lokales Ostholstein Gosch erobert die Ostseeküste: 2020 geht es nach Heiligenhafen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:10 12.08.2019
Mitarbeiterin Julia-Christin Oldach (21) präsentiert einige Fischbrötchen vor der Scharbeutzer Gosch-Filiale. Quelle: Lutz Roeßler
Ostholstein

In Heiligenhafen möchte das Unternehmen Gosch bis zur Sommersaison 2020 ein neues Restaurant eröffnen. Vorgesehen ist dafür ein rund 1100 Quadratmeter großes Grundstück zwischen der Straße Steinwarder und der Jachthafenpromenade. Derzeit befindet sich dort das alte Hafenmeistereigebäude. Die Politik hat mit großer Mehrheit der Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans zugestimmt. Nach Ablauf der Fristen und sobald die Baugenehmigung vorliegt, soll gebaut werden.

Läuft alles glatt, sollen die Arbeiten von Herbst dieses Jahres bis Pfingsten 2020 durchgezogen werden. Künftig soll auf dem genannten Grundstück ein Gastronomiebetrieb mit etwa 500 Quadratmetern Grundfläche und großer Terrasse stehen. Im Innenbereich werden 125 Sitzplätze zur Verfügung stehen, ergänzt von bis zu 125 Plätzen im Außenbereich. Darüber hinaus ist ein Kioskverkauf geplant. Die Gosch-Filiale solle nach Fertigstellung 364 Tage im Jahr geöffnet haben. Dies hatte Thomas Schmidt, Geschäftsführer der WPS Betriebs GmbH, bereits bei der Projektvorstellung betont.

So oder so ähnlich könnte die zukünftige Gosch-Filiale einmal aussehen, die 2020 in Heiligenhafen eröffnen soll. Quelle: Schweger Architekten

Bürgermeister: Standort ist ideal

„Ich bin sehr froh, dass das bekannte Unternehmen nach Heiligenhafen kommt“, sagt Bürgermeister Heiko Müller (parteilos). Gosch habe einen Namen, sei ein Magnet und eine absolute Bereicherung. Den Standort hält Müller für ideal. Der Gast bekomme eine Top-Aussicht mit Blick auf den Jachthafen am Anfang der Promenade.

Als positiv wird bewertet, dass durch Gosch 25 neue Arbeitsplätze entstehen sollen. Die für die Errichtung der Filiale verantwortliche WPS Betriebs GmbH, die Lizenznehmer von Gosch ist und als Investor auftritt, betont auf Nachfrage, dass es sich sowohl um Vollzeit- als auch um Teilzeitstellen handeln werde. Zudem sei man froh, dass nach jahrelangen Diskussionen ein Grundstück gefunden worden sei.

Gosch-Restaurants gibt es längst nicht mehr nur an der Küste. Immer wieder werden neue Filialen eröffnet – auch in Ostseenähe. Wir zeigen einige der Standorte.

Unsicherheit in Niendorf bleibt

Der Kreis Ostholstein gelte als äußerst attraktive Region, die auch von Touristen sehr begehrt werde. Da sei es durchaus denkbar, dass in den kommenden Jahren eine weitere Gosch-Filiale den Betrieb aufnimmt. „Immer noch im Gespräch ist Niendorf. Ob das etwas wird, ist unklar. Wir waren schon mal da und würden wieder dort hingehen“, heißt es aus Unternehmenskreisen. Jedoch hänge dies maßgeblich davon ab, ob der Vermieter ein neues Gebäude errichte (die LN berichteten). Bis dahin bleibt es bei den Restaurants in Timmendorfer Strand und Scharbeutz.

Bauarbeiten auf dem Niendorfer Balkon: Wirklich voran geht es hier nicht. Quelle: Sabine Latzel

Bürgermeister sieht Boom in Heiligenhafen

Heiligenhafens Bürgermeister erwartet durch die Ansiedlung keine Nachteile für die einheimische Gastronomie. „Man geht ja auch nicht jeden Tag zu Gosch“, sagt er. Der Betrieb ergänze das Angebot, das somit noch vielfältiger werde. „Heiligenhafen boomt, ist in aller Munde und durch Gosch noch mehr“, sagt der Bürgermeister.

Anderer Meinung ist Sven Wichmann vom Restaurant Zum alten Salzspeicher in der Innenstadt. Er hatte schon früh Kritik geäußert und fürchtet, dass weniger Menschen ins Zentrum kommen. Wichmann betont auch jetzt: „Gut finde ich die Gosch-Ansiedlung immer noch nicht.“ Die Sommersaison werde seiner Ansicht nach nicht das Problem sein, aber im Winterhalbjahr rechne er mit Verlusten. „Ich weiß nicht, ob ich dann alle Mitarbeiter mitziehen kann. Aber vielleicht kommt es ja auch ganz anders.“

Gosch wächst und sorgt für Diskussionen

Die Unternehmensgruppe Gosch ist längst deutschlandweit aktiv. Filialen gibt es nicht nur im Norden, sondern auch in Nürnberg, Stuttgart und München. Ansiedlungen werden stets von Diskussionen und teils auch von Protesten begleitet.

In Heiligenhafen wurde jahrelang diskutiert:
Nach Vorfreude, kam Kritik.

Der Widerstand gegen das Fisch-Restaurants
sorgte weiterhin für Wirbel.

Auch in Travemünde sorgte Gosch für Gesprächsstoff:
Ende 2016 wurde über einen neuen Anlauf berichtet.

In Travemünde
geht es an die Kaiserbrücke.

Die Eröffnung
in Travemünde ist vollbracht.

Fischer erwarten weniger Umsatz

Auch die Küstenfischer gehen von Einbußen in ihrer Fischhalle am Kommunalhafen aus. „Konkurrenz finde ich eigentlich belebend“, sagt Geschäftsführer Ulrich Elsner. Er sei nicht generell gegen Gosch. Prekär finde er aber die Lage. Es bilde sich ein Ressort von der Seebrücke zum Jachthafen. Es werde noch schwerer, die Innenstadt zu beleben. Kritisch sehe er darüber hinaus die Parkplatzsituation am Gosch-Standort und das schon riesige Problem mit Personalmangel werde auch nicht besser. „Stadt und Politik haben so entschieden. Hoffe, es gibt hinterher keinen Fehler zu verzeichnen“, sagt Elsner.

Christine Ehlscheidt (l.) bekommt einen Fischteller von Ayelu Abrham bei Gosch in Scharbeutz. Quelle: Lutz Roeßler

Heiligenhafens Touristikchef Manfred Wohnrade indes erläutert: „Das gastronomische Angebot ist parallel zur Steigerung der Gästezahlen von rund 475 000 Übernachtungen im Jahr 2013 auf 860 000 im Jahr 2018 nicht mitgewachsen.“ Vielmehr seien in den vergangenen 15 Jahren vor dem touristischen Aufschwung etliche Gaststätten geschlossen worden. Früher habe Heiligenhafen ein wesentlich größeres Angebot an Gastronomie gehabt.

Mangel an Restaurants in Heiligenhafen

„Als nun die Betreiber des künftigen Gosch-Restaurants auf uns zukamen, stand nicht der Name Gosch im Vordergrund, sondern die Tatsache, dass im Verhältnis der anwesenden Gäste zu wenig Kapazitäten in den vorhandenen Betrieben vorhanden waren“, sagt Wohnrade. Gosch sei eine etablierte Marke und stehe neben dem Essen auch für die Ausrichtung von Events, die ebenfalls interessant sei.

Die politischen Gremien hätten sich intensiv mit Gosch beschäftigt. Dabei sei die Standortfrage untersucht und geklärt worden, erklärt der Touristikleiter. Ein Gutachten habe klargestellt, dass die Ansiedlung ein Zugewinn für die Destination, aber auch für die Bestandsbetriebe sein werde.

Der Plan zeigt die neue Gosch-Filiale direkt am Jachthafen. Quelle: Schweger Architekten (HFR)

Von Markus Billhardt und Sebastian Rosenkötter

Explosionen, Feuer und jede Menge Blaulicht auf dem Oldenburger Marktplatz. Anlässlich des 150-jährigen Bestehens demonstrierte die Feuerwehr Oldenburg ihre Schlagkraft.

12.08.2019

Die Kündigung erfolgte nach nur eineinhalb Jahren im Amt zum 30. September. Schröter nennt persönliche Gründe für seine Entscheidung. Die Stelle des Leiters der Eutiner Bauverwaltung soll so schnell wie möglich ausgeschrieben werden.

12.08.2019

Der Verband der Köche Deutschlands hat das „Maritim-Seehotel“ für sein besonderes Engagement ausgezeichnet. In Zeiten schwieriger Nachwuchssuche musste das Hotel handeln. Das Klischee, dass Köche immer dann arbeiten, wenn andere frei haben, trifft auf diesen Betrieb nicht zu.

12.08.2019