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Ostholstein Grömitz stimmt für Pflichtfeuerwehr und Hotel
Lokales Ostholstein Grömitz stimmt für Pflichtfeuerwehr und Hotel
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18:58 19.12.2018
Einstimmig haben die Gemeindevertreter dafür gestimmt, dass in allen Ortsteilen Pflichtfeuerwehren eingeführt werden. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Grömitz

Der Andrang war enorm, der Saal im Rathaus zu klein. Die letzte Sitzung der Grömitzer Gemeindevertreter löste Freude und Unmut aus. Die positive Nachricht vorweg: Nach jahrelangen Diskussionen über ein mögliches Hotelprojekt oberhalb des Jachthafens gab es ein einstimmiges Votum für einen von vier Bewerbern (Assmann/Marriott). Damit geht die Planung in die nächste Phase. Voraussichtlich ab Sommer 2020 kann ein Investor einen Bauantrag stellen. Zudem wurde die Einführung einer Pflichtfeuerwehr beschlossen (die LN berichteten).

Objekte für sozialen Wohnungsbau werden verkauft

Bereits in der Einwohnerfragestunde gab es Aufregung. Bis Mai/Juni entstehen in der Mühlenstraße zwei Gebäude mit 18 Wohnungen, die Hälfte als sozialer Wohnungsbau. Viele der Bürger zeigten sich besorgt, dass die Gemeinde das Projekt verkauft und die Mieten deutlich höher werden könnten als geplant. Joachim Weber (CDU-Fraktionsvorsitzender) versuchte zu beschwichtigen, betonte, dass der soziale Wohnungsbau nicht aufgegeben werde und ein Investor nur übernehmen dürfe, wenn er diese Bedingung erfülle. Sein Stellvertreter Henning Faasel sagte, dass die CDU mindestens 100 weitere Wohnungen anstrebe, die Gemeinde dies aber nicht selbstständig realisieren könne. „Die sozialen Wohnungen gehen an Grömitzer“, betonte er. Das könne er garantieren. Bürgervorsteher Heinz Bäker (FDP) indes wiegelte einige der Fragen aus dem Publikum ab und verwies auf den noch folgenden Tagesordnungspunkt zu dem Thema – bei diesem gibt es jedoch grundsätzlich kein Fragerecht für Bürger.

In der Mühlenstraße entstehen zwei Gebäude. Die Hälfte der Wohnungen ist für den sozialen Wohnungsbau gedacht. Quelle: Louis Gäbler

Als es so weit war, folgte ein politischer Schlagabtausch. Während FDP und CDU vehement für die Abgabe an eine Baugenossenschaft oder einen anderen von drei möglichen vorhandenen Käufern plädierte, konterte Sebastian Rieke (FWV): Die Mieten würden auf zehn bis zwölf Euro pro Quadratmeter steigen, da sich das Projekt ansonsten nicht rechne. Heiko Lenz (FWV) ergänzte, dass der Sachwert der Gebäude einer Kreditaufnahme gegenüberstehen würde, es Fördergelder und null Prozent Zinsen geben würde: „Es ist nicht im Sinne der Gemeinde, hier große Gewinne zu erzielen.“ Der Austausch endete mit einem Antrag von Ingo Wilhelm (FWV), das Grundstück mit den Objekten nicht zu verkaufen. Das Ergebnis: CDU und FDP (haben die Mehrheit) folgten nicht.

Das Feuerwehrhaus in Grömitz: Hier mangelt es an Einsatzkräften. Quelle: Louis Gäbler

Grömitzer Mangel belastet Nachbarfeuerwehren

Kaum Redebedarf gab es bezüglich der Einführung von Pflichtfeuerwehren in allen sechs Ortsteilen. Bürgermeister Mark Burmeister (parteilos) erläuterte, dass Verwaltung und Feuerwehr seit 2011 immer wieder versucht hätten, Bürger von einem Beitritt zu überzeugen. „Wir haben jetzt noch die Chance, die Leute nicht gleich zu verpflichten“, verdeutlichte er. Ab dem ersten Quartal 2019 soll es Gespräche mit Bürgern geben, die zwischen dem vollendeten 18. und vollendeten 50. Lebensjahr alt sind und für den Dienst infrage kommen. Die Teilnahme ist Pflicht. „Im zweiten oder dritten Schritt wäre eine Verpflichtung möglich“, erklärte der Bürgermeister.

Bis wann die Zahl der Mitglieder gesteigert werden soll, ließ Burmeister offen. Kreiswehrführer Thorsten Plath betonte gegenüber den LN, dass es eigentlich sofort mehr Personal geben müsse, um die vorhandenen Einsatzfahrzeuge besetzen zu können. „Im Moment ist es so, dass wir aus den Umlandgemeinden Leute hinzuholen. Jede Wehr muss angeben, wie viele Personen einsatzbereit sind, darunter auch Atemschutzgeräteträger“, erläuterte er. Je nach Einsatzart werde die entsprechende Zahl an Kräften angefordert. Die Folge: Nachbargemeinden werden immer stärker belastet. Dennoch brauche keiner Angst zu haben, dass im Notfall niemand kommt.

So sieht ein Entwurf für das Hotel oberhalb des Grömitzer Jachthafens aus. Quelle: Assmann/Dierks & Kramer Architekten (HFR)

Hotelneubau bringt etwa 80 Arbeitsplätze

Weniger heiß diskutiert wurde der Bau eines Hotels oberhalb des Jachthafens. Laut Tourismuschefin Janina Kononov sollen mindestens 170 Zimmer entstehen, der Großteil im Vier-Sterne-Superior-Bereich, der Rest in der Kategorie Drei Sterne Plus. Sie rechnet mit 60 bis 80 Arbeitsplätzen. Deshalb müsse ein Investor auch für entsprechenden Wohnraum sorgen, der ebenfalls auf dem Grundstück Platz findet. Als nächstes sollen Vertragsinhalte abgestimmt werden und das Bebauungsplanverfahren starten.

Bauland, Schulerweiterung und Hallenboden

Der Haushalt der Gemeinde Grömitz wurde einstimmig beschlossen. Der Verwaltungshaushalt ist mit einem Volumen von 19,4 Millionen Euro ebenso ausgeglichen wie der Vermögenshaushalt mit 4,3 Millionen Euro. Investiert werden soll 2019 unter anderem in die Erneuerung des Hallenbodens der Ostholsteinhalle (168 000 Euro), den Umbau des Kinderhauses (700 000 Euro), einen Kreisverkehr an der Neustädter Straße (200 000 Euro) sowie die Erschließung von etwa 20 Baugrundstücken in Grönwohldshorst (320 000) und 60 Wohneinheiten im Ort Grömitz (275 000 Euro). Ebenfalls im Fokus steht die Gemeinschaftsschule, ein An- oder Umbau soll aufgrund steigender Schülerzahl geplant werden.

Der Sitzungssaal war zu klein

Sebastian Rosenkötter

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