Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Grömitzer Seebrücke soll modernisiert werden
Lokales Ostholstein Grömitzer Seebrücke soll modernisiert werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:10 04.03.2016
Ganz am Ende der 398 Meter langen Brücke befindet sich die Tauchgondel. Mit ihr geht es etwa vier Meter in die Tiefe. Quelle: Fotos: Sebastian Rosenkötter, Hfr
Grömitz

Sie ist das Aushängeschild der Gemeinde und zugleich ihr Schmuckstück: die Grömitzer Seebrücke. Doch der Glanz des einstigen Schmuckstückes ist derzeit verblasst.

Sie ist das Aushängeschild der Gemeinde und zugleich ihr Schmuckstück: die Grömitzer Seebrücke. Doch der Glanz des einstigen Schmuckstückes ist derzeit verblasst.

Das haben Tourismus-Service und Kommunalpolitik erkannt. Die Sanierung ist längst beschlossen.

Anzeige

Ursprünglich sollte es in diesem Jahr losgehen (die LN berichteten). Dann der Kurswechsel. „In der jüngsten Sitzung des Tourismusausschusses haben wir beschlossen, dass zunächst ein Zukunftskonzept für die Seebrücke erstellt werden soll“, sagt Olaf Dose-Miekley. Der Tourismuschef weiß, dass sich das Vorhaben dadurch verschiebt. Nun sollen die Arbeiten 2017 beginnen. Dafür sind sie auch deutlich eher fertig.

„30000 Euro waren für erste Maßnahmen im Haushalt eingestellt“, so Dose-Miekley. Dafür wäre es möglich gewesen, 40 Meter zu sanieren, eine Pause einzulegen und ein Jahr später weitere 40 Meter in Angriff zu nehmen. Nach etwa zehn Jahren wäre die Seebrücke wie neu gewesen — zumindest der zuletzt bearbeitete Abschnitt.

Mehr als 30 Jahre Ostsee-Salzwasser haben der Konstruktion zugesetzt. Einige der Bohlen wurden im Laufe der Zeit ausgetauscht, anderen sieht man die beginnende Zersetzung an. „Die Verkehrssicherheit ist gegeben. Hier bricht niemand durch. Der Bauhof ist jeden Tag auf der Brücke, leert die Mülleimer und hat den Zustand permanent im Blick“, versichert Dose-Miekley. Nun soll aber die große Lösung her. Statt nur die Bohlen zu erneuern, rückt das gesamte Objekt in den Fokus. Beleuchtung, Sitzgelegenheiten und Geländer sollen modernisiert werden. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ein integriertes Restaurant sei vorstellbar. Wasser, das in den Abendstunden angestrahlt werde, ist eine Überlegung — ebenso eine Rutsche ins Meer. Olaf Dose-Miekley denkt ohne Grenzen. „Das Wichtigste ist zu klären, wie wir die Seebrücke attraktiv gestalten“, betont er. Er fordert Bürger und Kommunalpolitiker auf, ihre Ideen einzubringen. Zusammen mit seinem Team will er ein Konzept entwickeln und im September vorstellen. Bis dahin dürften viele Fragen geklärt sein. Aktuell ist offen, ob die Seebrücke erneut aus Holzbohlen hergestellt wird. Der Einsatz von Kunststoffbohlen mit Holzoptik käme ebenfalls in Betracht, jedoch gebe es oftmals Probleme mit der statischen Aufladung. „Wir haben jeden Tag Hunderte bis Tausende Gäste, da muss alles einwandfrei funktionieren“, verdeutlicht der Tourismuschef.

Wie teuer die Sanierung der Seebrücke wird, ist offen. Zu Jahresbeginn kursierte eine Zahl von 380000 Euro. Damals ging es jedoch nur um den Austausch des Belags. Mittlerweile ist weit mehr im Gespräch. „Es kann teurer werden“, sagt Dose-Miekley. Zugleich weist er darauf hin, dass es bislang nur eine erste Kostenschätzung gebe. Nicht angefasst werden sollen übrigens die Betonpfeiler. Diese seien erst 2015 auf ihre Standfestigkeit überprüft worden und es wurde nichts alarmierendes festgestellt. Ganz anders sieht es mit den Dalben aus, an denen die Schiffe festmachen. „Die müssen sicher erneuert werden“, so Dose-Miekley.

Mit dem Dampfer an den Strand

Ein Großteil der Badegäste reiste früher mit Schiffen an. Diese legten an den Seebrücken der Ostseebäder an.

Gebaut wurde die erste Seebrücke im Jahr 1912. Ein Konsortium aus Grömitzer Bürgern investierte damals rund 75000 Reichsmark — so ist es auf einer Infotafel am Beginn des aktuellen Bauwerks zu lesen.

Die erste Seebrücke wurde während des eisigen Winters 1943/1944 zerstört. 1951 und 1963 folgten neue Konstruktionen.

Die heutige Brücke wurde 1984 fertiggestellt. Sie ist 398 Meter lang und 3,50 Meter breit. Vor etwa zehn Jahren gab es eine komplette Sanierung der Betonsockel.

Von Sebastian Rosenkötter