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Ostholstein Klimaschutz: Investor will Null-Energie-Häuser bauen
Lokales Ostholstein Klimaschutz: Investor will Null-Energie-Häuser bauen
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19:16 09.10.2019
Am Kai in Großenbrode könnten diese Null-Energie-Häuser stehen. Darunter ein Wohnhaus mit 15 Mietwohnungen.. Quelle: Architekt Groefke / HFR
Großenbrode

Die Gemeinde Großenbrode wird bei Investoren und Planern immer beliebter. Die Kommunalpolitiker bekommen in den Sitzungen immer neue Ideen auf den Tisch. Dabei rückt das Thema Klimaschutz in den Vordergrund. Allerdings, so betont Bürgermeister Jens Reise (CDU), solle Großenbrode ein familienfreundliches Ostseeheilbad bleiben, weshalb Bauvorhaben stets mit dieser Maxime im Einklang sein sollten. Reise: „Das sind alles Bewerber, die sich vorstellen. Es wird noch nichts gebaut. Wir werden uns hinsetzen und in Ruhe sondieren.“

Viele interessante Bauflächen

Vor allem an der Strandstraße, an der Straße am Kai und im direkten Umfeld auf dem Gelände der ehemaligen Marineküstendienstschule sind für Bauträger interessante Grundstücke zu finden. „Es gibt viele Vorstellungen für die Bauflächen in Großenbrode. Wir hören uns das alles an und werden dann Prioritäten schaffen“, erläutert Peer Knöfler, CDU-Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des Großenbrode Bau- und Umweltausschusses. Diese Maßgabe gelte auch für ein Projekt über Null-Energie-Häuser, das kürzlich auf den Tisch gekommen ist.

Kombination aus Miet- und Ferienwohnraum

Dabei haben Investor Klaus Waldeck und der Berliner Architekt Friedrich-W. Groefke einen aus ihrer Sicht klimafreundlichen Bau von Ferien- und Mietwohnraum am Kai präsentiert. So sollen sechs Ferienhäuser mit je fünf Ferienwohnungen und ein Wohnhaus mit 15 Mietwohnungen errichtet werden. In einem Trakt sei eine Einrichtung für die DLRG vorgesehen, so Groefke. Er sagt: „Die Gebäude werden als Null-Energie-Häuser, auch als Passivhäuser bezeichnet, errichtet. Das bedeutet, dass im Jahresmittel das Gebäude so viel Energie erzeugt, wie es verbraucht.“

Die Nullenergiehäuser am Kai sollen mit Photovoltaikanlagen auf den Dächern errichtet werden. Quelle: Architekt Groefke / HFR

Umgesetzt werden soll dies durch Photovoltaikanlagen auf den Dächern, mit einer Luftwärmepumpe mit Wärmerückgewinnung und Niedervoltstromsystemen. In Zeiten des Klimawandels gehe es jedoch nicht nur darum, mit alternativen Energien die Nutzung eines Gebäudes durchzuführen und damit Kohlenstoffdioxid zu vermeiden, sondern die Errichtung des Gebäudes selbst müsse unter dieser Bedingung erfolgen, verdeutlicht der Architekt.

Holz statt Stahl und Beton

Nach Wunsch des Investors soll die Rohkonstruktion im Wesentlichen nicht aus Materialien bestehen, deren Erzeugung extrem hohe Energien benötigt, wie Stahl oder Beton, sondern aus Holz. Die Materialauswahl gehe so weit, dass die Ziegelbekleidung der Häuser, soweit möglich, aus bereits gebrauchten, recycelten Mauersteinen bestehen soll. Und damit die Anreise zum Tourismusstandort Großenbrode mit Elektroautos erfolgen kann, sollen die Parkplätze mit Ladestationen bestückt werden.

So sieht die Planung des neuen Mutter-Kind-Kurbetriebs mit zusätzlichen Wohnquartieren in Großenbrode aus. Quelle: Treder Architekten / HFR

Bauherr Klaus Waldeck möchte zeigen, dass auch die Tourismuswirtschaft sich den Fragen des Klimawandels annehmen muss, um einen positiven Beitrag zu leisten. Den Enthusiasmus muss Bürgermeister Jens Reise etwas ausbremsen: „Bisher gibt es noch nicht einmal einen satzungsgemäßen Bebauungsplan für das Gebiet.“ Peer Knöfler betont zwar: „Null-Energie finde ich grundsätzlich klasse“, doch er erinnert auch daran, dass vor einiger Zeit ein dänisches Projekt für die Fläche vorgestellt wurde. Unweit davon entfernt sei zudem der Neubau des Mutter-Kind-Kurbetriebs (Kurhaus Baltic) angedacht. Derzeit befindet sich dieser noch direkt an der Bundesstraße 207.

Bau der Meerblick-Villa am Südstrand 54 in Großenbrode geht voran. Quelle: W&N / HFR

Und die Zukunftsideen für den Bereich in Strandnähe scheinen nicht auszugehen: Die Gemeinde hat auch Pläne für eine „Surf City“ vorliegen. Dabei ist ein Pool mit einer durch Pumpen erzeugten stehenden Welle angedacht, umgeben von modernen Wohncontainern. Auch dieses Projekt wollen sich die Kommunalpolitiker noch näher erläutern lassen. Doch sie wollen einen Schritt nach dem anderen gehen. Zunächst müssten erst einmal Baumaßnahmen wie der Südstrand 54 und auf dem ehemaligen Minigolfplatz (LN berichteten) fertig werden, sagt Knöfler und hält abschließend fest: „Wir haben viele Entwicklungsmöglichkeiten in Großenbrode. Es muss dabei aber die touristische Entwicklung und die Wohnqualität als Ganzes betrachtet werden.“

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