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Ostholstein Großenbrode baut Luxusvillen am Strand
Lokales Ostholstein Großenbrode baut Luxusvillen am Strand
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13:13 10.05.2019
Ein neues „Strandpalais“ ist an der Promenade in Großenbrode geplant. Quelle: Architekt Uwe Wulf
Großenbrode

 Die Gemeinde Großenbrode stellt sich für die Zukunft neu auf. Diverse Bauprojekte zeugen davon, welche Bedeutung Investoren der touristischen Entwicklung des Urlaubsortes am Fehmarnsund zuschreiben. In Küstennähe sind stilvolle Feriendomizile geplant oder schon im Bau. Die Gemeinde möchte dabei aber auch ihre Bürger nicht vergessen und treibt im Dorf selbst die Verdichtung von Wohnraum voran.

Großenbrode wächst wie kein anderer Ort

Großenbrode ist das Ostseebad, das in den nächsten Jahren am meisten wachsen wird und die Chance hat, mit anderen Destinationen wie Timmendorfer Strand, Scharbeutz oder Grömitz gleichzuziehen“, sagt der Architekt Uwe Wulf voller Überzeugung. Es werde von vielen Seiten ordentlich Geld in die Hand genommen. Gemeinsam mit seinem Architektenkollegen Sönke Utke, ebenfalls aus Oldenburg, plant Wulf für die Großenbroder Estate GmbH gerade ein „Strandpalais“ mit 22 Ferienwohnungen an der Promenade.

Auf dem ehemaligen Grundstück einer Minigolfanlage in fast unmittelbarer Nähe zur Seebrücke, dort wo jetzt noch eine alte DLRG-Station steht, soll Ende des Jahres der Bau beginnen. Das Gebäude werde auf einer Grundfläche von 960 Quadratmetern dreigeschossig mit einer Firsthöhe von elf Metern errichtet, erläutert Wulf. Es werde Wohnungen in einer Größenordnung zwischen 60 und 95 Quadratmetern geben, ergänzt Utke. Im Erdgeschoss sei Raum für Gastronomie, Geschäfte und Büros vorgesehen. Das Investitionsvolumen liege derzeit bei rund sieben Millionen Euro.

Direkt am Strand und im Ortskern werden diverse Bauprojekte umgesetzt.

Bau im Stil der Bäderarchitektur

Das „Palais“ werde im zeitlosen Bäderarchitekturstil errichtet, erläutert Wulf. Das bedeutet ein Putzbau in hellen Farben mit Balkonen, Säulen, Stuckelementen und Ornamenten aus Metall. Der Architekt betont aber darüber hinaus: „Man darf mit den Stilelementen nicht zu sparsam aber auch nicht zu üppig umgehen. Das Gebäude sollte geometrisch klar und nicht künstlich wirken.“ Im Frühjahr 2021 soll das „Strandpalais“ seine ersten Feriengäste beherbergen.

Nicht mehr in der Vorbereitung, sondern schon mitten in der Bauphase steckt das Projekt „Meerblick-Villa“ der „W&N-Immobilien-Gruppe“ am Südstrand 54. In dem viergeschossigen Bau entstehen ebenfalls direkt an der Promenade 48 Ferienapartments mit einer Größe zwischen 54 und 122 Quadratmetern, darunter drei Penthäuser – zu haben für jeweils rund 630 000 Euro. Zudem ist ein 110 Quadratmeter großer Saunabereich für die Urlaubsgäste eingeplant. Zum Haus soll später auch ein Restaurant/Café mit Außenterrasse gehören.

Rohbau der „Meerblick-Villa“ steht im Herbst

Im September 2018 hatten die Bauarbeiten für das Appartementhaus mit Hotelcharakter begonnen. Seit Ende März ist die 1500 Quadratmeter große Bodenplatte für das Gebäude fertiggestellt. Mit der Errichtung der Kellerwände hat nun die Hochbauphase begonnen. Erste Wände der Tiefgarage für bis zu 40 Kfz-Stellplätze werden bereits verschalt. Nach etwa sechs Wochen soll das Erdgeschoss stehen, im Herbst der Rohbau abgeschlossen sein.

So soll die Meerblick-Villa am Südstrand 54 in Großenbrode später aussehen. Quelle: W&N-Immobilien-Gruppe

„Wir liegen voll im Zeitplan“, sagt Hans-Joachim Hohlweg, Vertriebsleiter von „W&N“. Es könne natürlich nicht schnell genug gehen, die Käufer der Wohnungen möchten Fortschritte sehen. Entscheidend an dem Objekt sei, dass alle Appartements Ostseeblick hätten – direkt oder seitlich. Die Fertigstellung der „Meerblick-Villa“ ist für Sommer 2020 vorgesehen. Die Gesamtinvestition liegen hier bei 19 Millionen Euro.

Wohnraum für Bürger im Ort

Ferienhäuser im dänischen Stil an der Strandstraße, eine geplante Ferienhausanlage im Gebiet „Am Kai“ und besonders die fortschreitende Umgestaltung der Strandpromenade zeigen, wie der Ort auf den Zustrom von Urlaubern reagiert. Aber: „Es ist wichtig, dass sich das Leben nicht nur am Strand abspielt,“ sagt Michael Kohlmorgen. Er ist zusammen mit Lars Ulrich Kahl und dem Bauunternehmer Alwin Sals Geschäftsführer von „salsIMMO.de“ aus Neustadt. Sie setzen auf Wohnraum für Großenbrode im alten Ortskern.

Neuer Wohnraum entsteht auch im Großenbroder Ortskern. Michael Kohlmorgen (l.) und Lars Ulrich Kahl erläutern das Projekt in der Teichstraße. Quelle: Billhardt

In der Teichstraße soll möglichst noch bis zum Ende des Jahres eine barrierefreie Anlage mit 16 Einheiten entstehen. Ziel ist dabei nicht die Vermietung, sondern das Bestandswohnen. „Es geht um Verdichtung“, erläutert Kohlmorgen. Die Gemeinde geht den Weg mit. „Wir brauchen dringend Wohnraum für unsere Bürger“, betonte erst kürzlich Bürgermeister Jens Reise (CDU) und befürwortet das Projekt. Protest kam von Anwohnern aufgrund der Größe des Objekts (die LN berichteten).

Anwohner sammeln Unterschriften

Im März haben Anwohner der Teichstraße eine Unterschriftensammlung gestartet und sich gegen den Bau einer barrierefreie Anlage mit 16 Einheiten in ihrer Nachbarschaft ausgesprochen. 213 Unterschriften wurden im Bauausschuss der Gemeinde übergeben, weitere 50 sind mittlerweile hinzugekommen. Die Bürger sorgen sich um ihr Dorfbild. Es werde derzeit ein Dorfentwicklungskonzept erarbeitet, aber dieser geplante Neubau passe nicht dazu, sagt Doris Mursin und wiederholt ihre Kritik aus dem vergangenen Monat.

Ein Projekt von so einem Ausmaß schade dem Dorf, ist die Meinung der Mitstreiter beim Protest gegen den Wohnpark. Eine Bebauung solle nicht generell verhindert werden. Schließlich brauche Großenbrode Wohnraum für Familien. Es stelle sich nur die Frage danach, wie gebaut werden solle, sagt Mursin.

Man warte jetzt auf den Bescheid vom Kreis, dass die Arbeiten beginnen können, sagt Kohlmorgen. Das Mehrfamilienhaus soll für fünf Millionen Euro in Massivbauweise errichtet werden. Eine Aufgabe werde zuvor noch der Abriss des alten Hauses. „Wir versuchen, alles harmonisch hinzubekommen“, sagt der Geschäftsführer und betont: „Wir glauben an den Ort.“

Markus Billhardt

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