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Ostholstein Großenbrode: Hotelkomplex kommt unter den Hammer
Lokales Ostholstein Großenbrode: Hotelkomplex kommt unter den Hammer
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20:00 12.02.2020
Das Hotel „Palstek“ in Großenbrode ist verwaist, das Unkraut wuchert. Quelle: Billhardt Markus
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Großenbrode

Seit gut anderthalb Jahren kehren im Hotel „Palstek“ in Großenbrode keine Gäste mehr ein. Der Gebäudekomplex in der Nordlandstraße mit einer gesamten Grundstücksgröße von knapp 2000 Quadratmetern soll jetzt am Amtsgericht in Oldenburg unter den Hammer kommen. Es wurde die Zwangsversteigerung beantragt.

Hotel erhielt 2012 den „Dogs Award“

„Das ist für uns Touristiker natürlich kein guter Zustand“, sagt Großenbrodes Tourismuschef Ubbo Voss. Das Haus am Ortseingang stehe leer, das Unkraut wachse aus der Kies-Parkfläche. „Die Inhaberin hat sich verkalkuliert“, sagt Voss. Die Hotel-Besitzerin war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Das „Palstek“, ein massives Hotelgebäude, Baujahr 2007, war durch teilweise hochwertige Ausstattungen in den Zimmern mit Wasserbett, Whirlpool und Kamin bekannt. Besonders vierbeinige Freunde waren in dem Hotel sehr willkommen. Das Magazin „Dogs“ hatte es vor acht Jahren mit dem „Dogs Award 2012“ als hundefreundlichstes Hotel Deutschlands ausgezeichnet. Der Service für Hundebesitzer sei über das übliche Maß hinausgegangen.

Der Hotelkomplex an der Nordlandstraße wurde 2015 zum Teil modernisiert. Quelle: Billhardt Markus

„Das Konzept war eigentlich eine gute Idee“, sagt der Tourismuschef. Wenn es sich ergeben hätte, wären wir sicherlich bereit gewesen, einen Betreiber mit ähnlichem Interesse zu finden. Voss hatte sich nach der Schließung auch bei der Bank über die offenstehenden Beträge informiert. Er weiß aber auch, dass wohl noch zusätzliche Investitionen nötig seien. 2015 wurden Teile des Hotels modernisiert und es entstand ein zusätzlicher Holzrahmenbau. Doch es wurde nicht alles auf den neuesten Stand gebracht. So sieht es auch der Gutachter, der für die anstehende Versteigerung beauftragt wurde.

Gutachter hat Verkehrswert festgesetzt

„Der Experte hat sich das Objekt direkt angeschaut, um den Zustand zu ermitteln und dadurch den Verkehrswert festzusetzen“, erläutert Rechtspflegerin Amelie Brauer vom Amtsgericht. Wie in der amtlichen Bekanntmachung im Vorwege beschrieben, herrscht Modernisierungsstau im Hotelzimmergebäude, es gibt Feuchteschäden im Bereich der Balkone und Terrassen an der Westseite. Deshalb wurde ein Verkehrswert von 910 000 Euro festgesetzt. „Bei der Versteigerung wird aber dann noch das sogenannte geringste Gebot festgesetzt, das Kosten der Gläubiger und gegebenenfalls die öffentlichen Lasten deckelt“, erläutert die Rechtspflegerin.

Um 10 Uhr am Dienstag, 18. Februar, findet die Versteigerung im Amtsgericht in Oldenburg statt. „Personen, die Interesse an dem Gebäude haben, sollten rechtzeitig erscheinen“, sagt Amelie Brauer. Sie verweist zudem auf die Fünf-Zehntel- und Sieben-Zehntel-Regel. Unter 50 Prozent des Verkehrswerts gebe es keinen Zuschlag und unter 70 Prozent könnten die Gläubiger diesen verwehren. Erst bei einem erneuten Termin würden diese Grenzen wegfallen. „Viele denken, sie können dann ein Schnäppchen machen. Aber oftmals ist auch das Interesse größer“, erklärt Brauer. Voss ist gespannt, was bei der Zwangsversteigerung herauskommt: „Die Karten werden auf jeden Fall neu gemischt.“

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Von Markus Billhardt

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