Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Gutachten: Sieg für Ostholsteins Windmüller über Flugsicherung
Lokales Ostholstein Gutachten: Sieg für Ostholsteins Windmüller über Flugsicherung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:54 02.06.2014
Heringsdorf

Die Windparks in der Sicherheitszone um das Drehfunkfeuer Michaelsdorf können voraussichtlich doch gebaut und repowered werden. Wie die LN aus Koalitionskreisen erfuhren, stuft ein Gutachten der Technischen Universität Berlin die pauschale Ablehnung der Windparks durch die Deutsche Flugsicherung (DFS) als in keinster Weise gerechtfertig ein. In Auftrag gegeben hatte die Untersuchung zu der Navigationsanlage für den Flugverkehr das Kieler Energiewende-Ministerium. Das Gutachten bestätige, dass Störwirkungen durch weitere Windräder nicht zu befürchten seien, heißt es.

Betroffen von dem Gutachten sind etwa 140 neue Windkraftanlagen sowie das Repowering von bis zu 200 Altanlagen in Ostholstein. Die Investitionen dazu belaufen sich auf bis zu eine Milliarde Euro. „Das ist ein großer Erfolg für die Windkraft. Wir sehen uns durch das Gutachten bestätigt“, sagt Windenergie-Sprecher von Fehmarn, Karl Detlef. Neben den Gutachtern der TU Berlin seien alle führenden Experten in dem Bereich vor Ort gewesen und hätten die Auffassung der Windkraftanlagen-Betreiber bestätigt, so Detlef.

Die Diskussion um die Windräder in der Nähe des Funkfeuers Michaelsdorf hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Anlass war die Ausweisung neuer Windenergie-Eignungsflächen in der Fortschreibung der schleswig-holsteinischen Regionalpläne vor zwei Jahren. Dabei hatte das Land trotz im Verfahren eingegangener Bedenken der DFS vergessen, auf die von drei auf 15 Kilometer ausgeweiteten Sicherheitszonen um die vier Funkfeuer im Land hinzuweisen. Als die konkreten Bauanträge vorlagen, kamen entsprechende Einsprüche der Sicherheitsbehörde. Dabei wurden im Bereich des Funkfeuers Michaelsdorf mit Verweis auf bereits bestehende Störungen alle Neubau- und Repowering-Vorhaben pauschal abgelehnt.

Die Windpark-Betreiber wollen das Gutachten nun zum Anlass nehmen, im zuständigen Bundesverkehrsministerium eine grundsätzliche Rücknahme der Sicherheitszone auf drei Kilometer zu fordern. Einzelheiten der Untersuchung sollen am Mittwochabend in Kiel vorgestellt werden.

hm