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Ostholstein Ehrenfriedhof soll aufgewertet werden
Lokales Ostholstein Ehrenfriedhof soll aufgewertet werden
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18:11 14.03.2019
Der Mittelpunkt des Ehrenfriedhofes in Haffkrug ist diese Grünfläche mit Gedenkstein und dem großen Kreuz dahinter. Quelle: Sabine Latzel
Haffkrug

150 neue Rhododendren reihen sich rund um den zentralen Gedenkplatz auf dem Ehrenfriedhof in Haffkrug aneinander. Die Mitarbeiter zweier Gartenbaufirmen verteilen Rindenmulch und beseitigen Sturmschäden. Das Gelände soll weiter umgestaltet und damit aufgewertet werden. Dafür hat sich die Gemeinde mit einer Arbeitsgruppe aus Vertretern der Kirche, der Denkmalpflege und des „Arbeitskreises 27. Januar“ abgestimmt.

Stele zum Gedenken an die Opfer der Katastrophe

Mitglieder dieses Arbeitskreises hatten sich mehrfach über Mängel auf dem Friedhofsgelände beklagt, zuletzt bei einer Begehung mit Kirchenvertretern Ende Februar (die LN berichteten). Diverse Forderungen hat die Gemeinde nach Angaben von Bürgermeister Volker Owerien allerdings bereits auf den Weg gebracht. So soll an zentraler Stelle auf dem Friedhof eine Stele zum Gedenken an die Opfer der Cap-Arcona-und-Thielbek-Katastrophe errichtet werden. „Viele Angehörige haben sich bereits für entsprechende Namensschilder ihrer Verstorbenen vormerken lassen“, erklärt Owerien. Die Grabnummern – kleine, nummerierte Steine, von denen ein Teil lose ist – will die Gemeinde ebenfalls durch Stelen ersetzen.

Bürgermeister Volker Owerien berichtet von weiteren Maßnahmen für den Ehrenfriedhof. Quelle: Luisa Jacobsen

Außerdem geplant: Informationstafeln zur Erinnerung an die schrecklichen Taten – interaktiv gestaltet oder mit einem QR-Code versehen – sowie Möglichkeiten zum Innehalten auf dem Gelände. Bis zum Jahrestag am 3. Mai würden das Gelände, bereits vorhandene Tafeln und Bänke gereinigt, kündigt der Bürgermeister an. Für die Dauer der Arbeiten sei die tibetische Gebetsfahne, die am großen Holzkreuz hing, abgenommen worden.

Eine weitere Forderung des Arbeitskreises ist eine Lärmschutzwand zur A 1 hin – der Friedhof liegt direkt an der Abfahrt Eutin. „Eine begrünte Lärmschutzwand ist von der Gemeinde in den Forderungskatalog der von der Schienenhinterlandanbindung betroffenen Kommunen aufgenommen worden“, berichtet Owerien. Zudem werde die Gemeinde Schilder mit Hinweisen auf den Friedhof an der A 1 beantragen.

Ruhestätte für 1128 Opfer

Der Ehrenfriedhof an der Autobahn-Abfahrt Eutin wurde 1950 angelegt. Dort sind 1128 Opfer des Untergangs der „Cap Arcona“ und der „Thielbek“ in der Lübecker Bucht am 3. Mai 1945 beigesetzt. Auf den Schiffen hatten sich etwa 7000 ehe­malige KZ-Häftlinge befunden, als sie von der britischen Luftwaffe bombardiert wurden. Nur etwa 400 Menschen überlebten die Katastrophe.

Weitere Nachpflanzungen sollen kommen

Mehrfach beklagt worden sind Baumfällungen und andere Abholzungen auf dem Areal beziehungsweise am Rande davon. Schon vor einigen Wochen hatte der Verwaltungschef erklärt, dass dies notwendige Pflegemaßnahmen seien. Owerien verweist erneut auf die Verkehrssicherungspflicht der Gemeinde und ergänzt: „Mit der Entnahme der alten Pflanzen wurde hier auch die Grundlage für eine Neugestaltung vorbereitet.“ Weitere Nachpflanzungen seien mit dem Förster und dem Eigentümer des Grundstücks, den Landesforsten, abgestimmt. Zudem sei jetzt ein barrierefreier Zugang zum Friedhof geschaffen worden.

Über weitere Maßnahmen ist noch nicht entschieden – etwa über den „Pavillon der Stille“ zur Information der Besucher.

Der Gedenkstein mit polnischer Inschrift auf dem Ehrenfriedhof. Quelle: Sabine Latzel

Eine Übersetzung der Inschrift auf dem Gedenkstein für polnische Kriegsgefangene sei bei der Gemeinde noch nicht vorgetragen worden, sagte Owerien, sie könne aber „sicherlich in die Planungen aufgenommen werden“. Ein größerer Parkplatz sei hingegen nicht vorgesehen, da auf dem bestehenden Parkplatz in der Regel ausreichend freie Stellflächen vorhanden seien. „Sobald die Gesamtplanung fertiggestellt ist, wird sie mit der Arbeitsgruppe nochmals abgestimmt und der Denkmalpflege zur Genehmigung vorgelegt“, sagt Owerien.

Korrektur

In einem früheren LN-Artikel ist die Tibet-Fahne auf dem Ehrenfriedhof als „bunter Stoff-Fetzen“ beschrieben worden. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

Sabine Latzel

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