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Ostholstein Hakenkreuze werden überklebt
Lokales Ostholstein Hakenkreuze werden überklebt
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21:10 23.02.2018
Eutin

Vom Arbeitsarmenhaus, das auf dem Foto abgebildet ist, habe es im Archiv der Bürgergemeinschaft trotz der über 10000 Fotos kein anderes Bild gegeben. Die Bürgergemeinschaft kündigte an, alle im Handel befindlichen Kalender nachzubearbeiten. Ein punktförmiger Aufkleber werde die Flagge des Anstoßes verdecken. LN-Leser waren von der zentral im April-Kalenderblatt stehenden Hakenkreuz-Flagge irritiert. Nach Ansicht des Kieler Juraprofessors Manfred Heinrich könnte bei der Darstellung der Hakenkreuz-Flagge die Grenze zur Strafbarkeit nach Paragraph 86a Strafgesetzbuch überschritten sein. Sie stellt das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen unter Strafe. Die Lübecker Staatsanwaltschaft prüft einen möglichen Anfangsverdacht.

Die Bürgergemeinschaft verweist darauf, dass sie sich seit über 30 Jahren um eine adäquate Darstellung geschichtlicher Fakten bemüht. Dazu sei es zwingend erforderlich, den strafrechtlichen Schutz, den das Strafgesetzbuch bei der Verwendung solcher Kennzeichen bei der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte biete, zu nutzen. „Sonst wäre es dem Verein unmöglich, über Episoden aus der NS-Zeit zu berichten, Schüler bei geschichtlichen Referaten zu begleiten, über das Dritte Reich zu forschen und diese Ergebnisse zu publizieren, wie es unter anderem mit den Kalender geschieht“, heißt es. Die Bürgergemeinschaft habe schon seit Jahren immer mal wieder Bilder aus der NS-Zeit in ihren Kalender verwendet, ohne dass dies irgendwelche Ermittlungen nach sich gezogen hat. Der Vorstand werde bei der zukünftigen Verwendung ähnlicher Bilder auf eine etwas ausführlichere Bildunterschrift achten.

sas