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Ostholstein Hallen sind knapp: DLRG sitzt auf dem Trockenen
Lokales Ostholstein Hallen sind knapp: DLRG sitzt auf dem Trockenen
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09:41 12.03.2019
Auf der Suche nach einer Hallenzeit nutzen die Trainer der DLRG Bosau wie Mirko Lepeschka auch das Plön-Bad jenseits der Kreisgrenze für die Schwimmausbildung. Quelle: Dirk Schneider
Eutin/Bosau/Heiligenhafen

Die DLRG schlägt Alarm. Pro Jahr schließen in Deutschland 80 Schwimmbäder. Hinzu kommen Umwandlungen in Spaßbäder. Eine Online-Petition soll das schleichende Bädersterben stoppen. Wie bewerten die Rettungsschwimmer in Ostholstein die Situation?

„Die aktuelle Lage ist im Kreisgebiet sehr unterschiedlich“, sagt der Kreisbeauftragte Sven Schönke. Während im Bereich Eutin und Bad Schwartau noch eine ausreichende Anzahl geeigneter Hallenbäder in vertretbarer Reichweite den DLRG-Ortsgliederungen für Schwimmausbildung und -training zur Verfügung stünden, müssten die Ortsgruppen im nördlichen Bereich weite Wege fahren, berichtet Schönke. Insbesondere die Schließung der Schwimmhalle in Oldenburg vor mehr als zehn Jahren habe die Lage für die dortigen Vereine extrem verschärft.

Das Problem: Die verbliebenen Spaßbäder vor Ort sind für eine Schwimmausbildung oder die Abnahme von Prüfungen oft nicht geeignet. „Und manche sind auch gar nicht bereit, den allgemeinen Betrieb mal für ein bis zwei Stunden einzuschränken und Bahnen für Schwimmunterricht abzutrennen“, bedauert Schönke.

Drei Stunden fahren, eine Stunde schwimmen

In ganz Schleswig-Holstein gibt es stellenweise große Probleme, Kindern bis zum Ende der 4. Klasse das Schwimmen beizubringen (die LN berichteten). Die Mitglieder der DLRG Heiligenhafen fahren sonnabends mit 30 bis 40 Kindern zur Schwimmausbildung nach Eutin. Das heißt: Zu zwei Stunden Training kämen zwei Stunden Fahrzeit und mehr als 100 Kilometer hinzu, erzählt der technische Leiter Joachim Steen.

Mehr lesen: Zahl der Badetoten in der Ostsee gesunken - insgesamt ertrinken aber mehr Menschen

Am Freitagabend ist das Verhältnis noch extremer. „Dann sind wir mit den Großen zur Rettungsschwimmerausbildung in der Kieler Uni-Halle“, erzählt Steen. „Das sind drei Stunden Fahrt für eine Stunde Schwimmen.“

Der Vorsitzende der DLRG Bosau Sven Sacknieß: „Wir sehen uns in der Verantwortung, dass die Kinder sicher schwimmen lernen." Quelle: Dirk Schneider

„Kinder sollen früh und gut Schwimmen lernen“

Sven Sacknieß von der DLRG Bosau kennt diese Probleme aus der Vergangenheit, als die Schwimmhallen in Eutin und Plön gleichzeitig wegen Umbaumaßnahmen für längere Zeit geschlossen waren. Aus dieser Zeit stammen auch seine Erfahrungen mit Freiwassertraining. Gerade mit Nichtschwimmern sei dies eine personalintensive Herausforderung, sagt Sacknieß rückblickend. Und in der kalten Jahreszeit habe man die Schwimmausbildung im Prinzip vollständig einstellen müssen. Gerade für eine DLRG im Seengebiet der Holsteinischen Schweiz sei dies eine belastende Situation.

Mehr lesen: Schwimmunterricht an Grundschulen: Große Unterschiede in Schleswig-Holstein

„Zum einen sehen wir uns in der Verantwortung, dass unsere Kinder möglichst früh und gut das Schwimmen lernen“, sagt Sacknieß. Zum anderen rekrutiere man aus diesem Pool die künftigen Rettungsschimmer, die später die Badestellen absichern würden. Aktuell verfüge die DLRG Bosau über jeweils eine Trainingszeit in Eutin und in Plön. „Damit sind wir derzeit relativ gut aufgestellt“, sagt Sacknieß und freut sich über vergleichsweise kurze Fahrstrecken. Aus diesem Grund unterstütze auch die DLRG Bosau die Online-Petition.

Schwimmhallen und Schulen müssen sich nicht rechnen

Sven Schönke würde die Forderungen sogar noch verschärfen. „Man sollte darüber nachdenken, die Genehmigung für Neubauten von größeren Hallen- und Spaßbädern mit einer Verpflichtung zu verknüpfen, diese auch für eine Schwimmausbildung zu öffnen.“ Zudem sehe er auch die Kommunen in der Pflicht, beim Betrieb und Erhalt der Bäder nicht die Kosten in den Vordergrund zu stellen. „Ein Schwimmbad ist auch eine Schule. Die muss sich ebenfalls nicht rechnen.“

Feuerwehr und DLRG warnen dringend davor, die Flächen zu betreten

Dirk Schneider

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