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Ostholstein „Mister Netzwerk“ verlässt die Sparkasse Holstein
Lokales Ostholstein „Mister Netzwerk“ verlässt die Sparkasse Holstein
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17:42 31.07.2019
Hans-Ingo Gerwanski (links) übergibt den Staffelstab an seinen Nachfolger Steffen Müller. Quelle: Susanne Peyronnet
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Sein Titel ist lang: Bereichsleiter Vorstandsstab, Vorstandsvertreter und Pressesprecher. Besser, er war lang. Denn mit Ablauf des Mittwochs ist Hans-Ingo Gerwanski (63) in den Ruhestand getreten. 29 Jahre arbeitete er erst für die Sparkasse Ostholstein, dann nach der Fusion für die Sparkasse Holstein. Vor allem aber ist er „Mister Netzwerk“, „Mister Reputationsmanagement“ und „Mister Unglaublich“. Letzteres, sagt man ihm nach, sei eines seiner Lieblingsworte.

Ein bunter Hund

All das plauderte der Vorstandsvorsitzende Thomas Piehl aus, der den scheidenden Bereichsleiter ausführlich lobte und charakterisierte. „Sie sind absoluter Profi“, stellte Piehl an Gerwanskis Adresse gerichtet fest. „Man kann sich immer total auf Ihre Unterstützung verlassen.“ Kundenzufriedenheit sei Gerwanski stets eine ebensolche Herzensangelegenheit gewesen wie gesellschaftliches Engagement. Vor allem aber: „Sie sind der Netzwerker der Region, im besten Sinne ein bunter Hund.“

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Etwa 80 Gäste waren zur Verabschiedung Gerwanskis ins Jagdschlösschen am Ukleisee gekommen. Ein Ort, der mit Bedacht ausgewählt worden war. Denn vor mehr als 20 Jahren stand ein Verkauf des Gebäudes an einen Privatmann zur Disposition. „Wir haben das verhindert, die Ideen dazu kamen von Hans-Ingo Gerwanski“, erinnerte Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU) daran, wie die Sparkassenstiftung in den Besitz des Schlösschens kam. Sager: „Die Sparkasse hat das Haus gerettet, davon haben viele Menschen etwas.“

Erfolgreicher Strippenzieher

Überhaupt, ob schleswig-holsteinisches Tourismusbarometer oder Bürgerstiftungen, „es gibt kein Projekt, wo Gerwanski nicht irgendwo die Fäden mit zieht und einen Erfolg daraus werden lässt“, sagte der Landrat. Er war ebenso wie sein Amtskollege Dr. Henning Görtz (CDU) aus Stormarn zur Verabschiedung gekommen, da die Sparkasse Holstein seit der Fusion 2006 eine öffentlich-rechtliche Institution beider Kreise ist.

Gerwanski selbst hielt seine Abschiedsrede kurz, bestätigte aber dennoch alles, was über ihn gesagt wurde. Etwa über das Reputationsmanagement. „Reputation ist mit das Wichtigste für alle erfolgreichen Unternehmen.“ Oder auch: „Das wichtigste am Netzwerken ist die Frage, was ich für andere tun kann.“ Das wird Gerwanski an vielen Stellen auch in Zukunft tun. Oder wie es der Vorstandsvorsitzende Piehl ausdrückte: „Es ist eine Zäsur, kein Abschied.“ Den Gästen sagte er, es sei lediglich ein Abschied von der Sparkasse, darüber hinaus wüssten sie, dass sie Gerwanski nicht loswerden.

Ein dynamischer Nachfolger

An dessen Stelle tritt als sein Nachfolger Steffen Müller, der aus Lüneburg zur Sparkasse Holstein gewechselt ist. Gerwanski hat sich während der Einarbeitung bereits ein Urteil über Müller gebildet: „extrem kommunikativ und dynamisch, das passt ausgesprochen gut“, findet er.

Susanne Peyronnet