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Ostholstein Happy End im Gruber Storchen-Drama
Lokales Ostholstein Happy End im Gruber Storchen-Drama
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23:19 30.06.2018
Christian Erdmann mit den Gruber Jungstörchen. Quelle: hfr
Grube

Rückblick: Wegen der Dürre hatten die Storcheneltern die Fütterung ihrer Küken eingestellt – es war der Anfang einer großen Gruber Tierhilfe-Aktion mit vielen Beteiligten. Die Jungen wurden mithilfe eines Hubwagens aus dem Nest geholt, artgerecht gefüttert und gebettet, ärztlich begutachtet und medizinisch versorgt(die LN berichteten).

Nach einem kurzen Aufenthalt im Vogelpark Niendorf/Ostsee befinden sich „Jimmy“ und „Jonny“ mittlerweile in der Obhut der Wildtierhilfe des Vereins „Vier Pfoten“. Diese wird von Christian Erdmann, einem Freund von Pastor Fuchs, geleitet. Auf einem Gelände in der Nähe von Elmshorn werden die jungen Vögel nun großgezogen und auf ihre weite Reise gen Afrika vorbereitet.

Bald beginnt das Flugtraining

„Zurzeit leben die Jungstörche noch in einem Kunstnest, bestehend aus einem Hundekorb mit Stroh als Nistmaterial“, berichtet Pastor Fuchs. „Da die Gefahr besteht, dass ,Jimmy’ und ,Jonny’ von Greifvögeln attackiert werden könnten, werden sie nachts noch in die Station geholt.“

Sobald diese Gefahr nicht mehr besteht, sollen die Jungstörche auf einen vier Meter hohen Storchenmast gebracht werden, damit sie ihr Flugtraining beginnen können und so wenig Kontakt wie möglich zu Menschen haben. „Das Programm dafür haben Störche in den Genen“, erklärt Fuchs. „Bis dahin fressen ,Jimmy’ und ,Jonny’ wie die Weltmeister und freuen sich des Lebens bei Elmshorn.“

Auch den Storcheneltern gehe es wieder gut. Laut Fuchs sind sie gesund und kräftig, bauen an ihrem Nest und verteidigen es gegen Fremdstörche. „Die Gemeinde Grube und ihre Bürger sollten allerdings die alljährlichen Schwierigkeiten ihrer gefiederten ,Werbeträger’ als Aufgabe erkennen und für die Störche die Bedingungen schaffen, die sie zum Leben, zur Brut und Aufzucht ihrer Jungen benötigen“, appelliert der Pastor an die Einwohner.

Daher hat die Kirchengemeinde im Zuge einer Erweiterung des Pfadfindergeländes bereits viele Hektar Fläche renaturiert und mit mehr Wasserflächen ausgestattet.

Vorerst keine neue Kamera für das Storchennest

Auch um die Installation einer neuen Kamera – das Treiben im Nest wurde in den vergangenen Jahren auf einen Fernseher im Fenster des Dorfmuseums übertragen – wurde sich bereits bemüht. Laut Elgin Zühlke, Leiterin der Gruber Tourismus-Information, macht die Installation einer solchen aber zurzeit keinen Sinn.

„Eine Anfrage bei Fachleuten hat ergeben, dass die schlechte Internet-Versorgung des Ortes den Anforderungen einer neuen Kamera-Anlage nicht genügen würde“, sagt Zühlke. Daher werde eine neue Kamera erst dann installiert, wenn alle technischen Voraussetzungen dafür vorhanden sind.

Von Sylvia Schmidt-Hahn