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Ostholstein Timmendorfer Strand gibt Millionen für ETC und Teehaus aus
Lokales Ostholstein Timmendorfer Strand gibt Millionen für ETC und Teehaus aus
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16:00 19.12.2019
Schön und teuer: Die Fensteranlage des Timmendorfer Teehauses muss für 800 000 Euro erneuert werden, hinzu kommen 130 000 Euro für die sogenannte Unterschlagsbeleuchtung. Quelle: Susanne Peyronnet
Timmendorfer Strand

Große Projekte, hohe Ausgaben und Schulden, aber auch beträchtliche Einnahmen: Der Timmendorfer Haushalt 2020 ähnelt dem der Nachbargemeinde Scharbeutz in vielen Punkten. Die Gemeindevertreter haben ihn einstimmig verabschiedet, jetzt kommen gewaltige Herausforderungen auf den Ort zu.

5,1 Millionen Euro Gewerbesteuer fließen in die Kasse

Die guten Nachrichten vorweg: Der Timmendorfer Ergebnisplan – die laufenden Einnahmen und Ausgaben – ist mit einem Volumen von 24,9 Millionen Euro ausgeglichen. Zudem werden 2020 aus verschiedenen Quellen üppige Einnahmen in die Gemeindekasse fließen. Laut Vorlage erwartet Timmendorfer Strand einen Gemeindeanteil an der Einkommensteuer von knapp 4,5 Millionen Euro, Gewerbesteuer von 5,1 Millionen Euro, Zweitwohnungssteuer (nach der neuen Berechnung) von 2,4 Millionen Euro sowie Grundsteuer B (bebaute und bebaubare Grundstücke) von 2,35 Millionen Euro.

Hinzu kommen Straßenausbaubeiträge in Höhe von 2,2 Millionen Euro, Parkgebühren (720 000 Euro) sowie Fördermittel von 500 000 Euro für das neue Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrgerätehaus in Hemmelsdorf, das insgesamt mit 750 000 Euro gefördert wird. Auch der Kurbetrieb kann mit einer Menge Geld rechnen: Allein die Einnahmen aus Jahres- und Strandkurabgaben, Übernachtungskur- und Tourismusabgaben werden zusammengerechnet bei 4,3 Millionen Euro liegen. Damit verzeichnet die Gemeinde nach Angaben des Vorsitzenden des Finanzausschusses, Nils Hopp (BBNP), „die höchsten jemals in unserem Gemeindehaushalt veranschlagten Erträge“.

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ETC: Jetzt schlägt das Ergebnis des Bürgerentscheides zu Buche

Zugleich gibt Timmendorfer Strand eine Menge Geld aus. Die Investitionen des Kurbetriebes betragen im kommenden Jahr 6,6 Millionen Euro. Größter Brocken: die Ausgaben für das Eissport- und Tenniscentrum (ETC), die sich mit Sanierung, Planung und Baunebenkosten im ersten Bauabschnitt 2020 auf 4,25 Millionen Euro summieren. „Das ist so entschieden“, sagt Hopp mit Blick auf den erneuten Bürgerentscheid für den Erhalt des ETC, „und damit ein Luxus, den wir uns leisten“.

Nach bisherigen Schätzungen soll die Sanierung des Eissport- und Tenniscentrums insgesamt knapp zehn Millionen Euro kosten. Quelle: Sabine Latzel

Nach Ende eines laufenden Rechtsstreits werden zudem 800 000 Euro für die Erneuerung der Fensteranlage des Teehauses fällig – plus 130 000 Euro für die „Unterschlagsbeleuchtung“ des Gebäudes auf der Seeschlösschen-Brücke. 600 000 Euro sind für Planungs- und Baunebenkosten der neuen großen Seebrücke, die die Maritim-Seebrücke ersetzen soll, in den Haushalt gestellt, wobei das Bauwerk an sich mit 5,9 Millionen Euro veranschlagt ist. Dabei hofft die Gemeinde allerdings auf mindestens 50 Prozent Fördermittel.

Zudem zahlt der Kurbetrieb noch einen Restbetrag von 250 000 Euro für die neue DLRG-Unterkunft in Niendorf, die insgesamt zwei Millionen Euro kostet. Ein weiterer großer Posten sind 150 000 Euro für Fenster und Fassade der Trinkkurhalle, für die schon 100 000 Euro geflossen sind. Der Kurbetrieb muss 5,5 Millionen Euro an Krediten aufnehmen, seine Gesamtverschuldung liegt damit Ende 2020 bei 15,3 Millionen Euro.

Weitere Millionen für den Straßenausbau

Auch im Gemeindehaushalt finden sich beträchtliche Investitionen – allein 4,1 Millionen Euro für Gemeindestraßen und Oberflächenentwässerung, wobei hier der Ausbau der Straßen Am Kurpark/Schmilinskystraße (1,5 Millionen Euro) und Brodtener Straße (650 000 Euro) zu nennen sind. Der Ausbau der Kinderbetreuung an der Grundschule Niendorf schlägt mit 850 000 Euro zu Buche, die Laufbahn am Sportplatz in der Poststraße mit 600 000 Euro. Für das Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrhaus in Hemmelsdorf, das derzeit gebaut wird, sind noch 780 000 Euro fällig, für den dazugehörigen Parkplatz mit Abbiegespur 450 000 Euro.

So soll das fertige Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrgerätehaus in Hemmelsdorf bald aussehen. Quelle: Gemeinde Timmendorfer Strand (hfr)

Die Gemeinde muss im kommenden Jahr 5,1 Millionen Euro an Krediten aufnehmen, ihre Gesamtverschuldung beträgt dann Ende 2020 14,8 Millionen Euro. Zusammen mit den Schulden des Kurbetriebes macht das Schulden in Höhe von 30,1 Millionen Euro – wenn sämtliche veranschlagten Summen auch abgerufen werden. „Das ist zu stemmen“, sagt Nils Hopp. Diese Verschuldung sei im Vergleich mit anderen Kommunen „nicht unüblich“, zudem werde „zu zinsgünstigen Zeiten nicht unerheblich in die Infrastruktur und damit in die Zukunft unserer Gemeinde investiert“. Problematisch würde die Situation allerdings, kämen weitere größere, finanzielle Brocken auf Timmendorfer Strand zu. Und sollten Einnahmen beispielsweise aus Einkommens- oder Umsatzsteuer wegfallen, „hätte dies sehr starke Auswirkungen auf unseren Haushalt, die nicht einfach zu kompensieren wären“.

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Von Sabine Latzel

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