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Ostholstein Das wird teuer: Regenrückhaltebecken müssen entschlammt werden
Lokales Ostholstein Das wird teuer: Regenrückhaltebecken müssen entschlammt werden
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19:13 29.11.2019
Aus dem Stadtteich in Heiligenhafen müssen etwa 1850 Kubikmeter Schlamm entfernt werden, um die Funktion als Rückhaltebecken zu gewährleisten. Quelle: Markus Billhardt
Heiligenhafen

Diese Nachricht von Bauamtsleiter Roland Pfündl führte während der Haushaltsberatung im Stadtentwicklungsausschuss von Heiligenhafen fast zur Schockstarre der Mitglieder. Annähernd eine dreiviertel Million Euro muss her, um vier Regenrückhaltebecken der Stadt zu entschlammen. Der klamme Haushalt wird dadurch noch weiter belastet, und so müssen sich die Bürger nicht nur auf den Anstieg der Realsteuerhebesätze (Grundsteuer/Gewerbesteuer), sondern wohl auch auf höhere Gebühren für die Beseitigung von Niederschlagswasser gefasst machen.

1850 Kubikmeter Schlamm im Stadtteich

„Es wurde der Zustand der zehn Becken untersucht und festgestellt, dass alle sanierungsbedürftig sind“, erläuterte Pfündl. Vier seien so stark verschlammt, dass sie nicht mehr den Erfordernissen genügen und ganz oben auf der Prioritätenliste stünden. „Wir sind verpflichtet, die Infrastruktur zu ertüchtigen“, betonte der Bauamtsleiter. Der größten Batzen Geld, etwa 570 000 Euro, müsse für den Stadtteich aufgebracht werden. „Dort sind etwa 1850 Kubikmeter an Schlamm zu entfernen. Der Teich ist nicht mehr funktionsfähig.“ Darüber hinaus müssten zwischen 50 000 und 60 000 Euro in die Reinigung der Becken im Hohlgrund, am Ortmühlenweg und an der Ecke Feldstraße/Neuratjensdorfer Weg investiert werden.

Das Regenrückhaltebecken am Ortmühlenweg in Heiligenhafen ist kaum noch erkennbar und sanierungsbedürftig. Allein die Schlammbeseitigung kostet 60 000 Euro. Quelle: Markus Billhardt

Wie Pfündl weiter ausführte, würden die Summen allein für die Entschlammung benötigt. Die Bereiche rund um die Teiche seien da noch nicht mal mit einkalkuliert. „Die vier Becken sind wichtig für die Niederschlagswasserbeseitigung. Bei Starkregenereignissen wurde der Stadtpark zuletzt immer zum See. Dies mache seine besondere Funktion klar. Es wäre grob fahrlässig, wenn wir die Maßnahme nicht angehen würden. Wir sind haftungsrechtlich zudem in der Pflicht“, machte der Fachbereichsleiter deutlich. Im Haushalt müsse jetzt der Betrag für den ersten Schritt der Sanierung eingestellt werden. Bauingenieur Pfündl stellte gegenüber den Kommunalpolitikern aber noch heraus: „Die Ergebnisse der Untersuchung haben auch uns im Amt umgehauen.“

Neukalkulation der Gebühren

Pfündls Kollege Kuno Brandt kam schließlich mit der nächsten schlechten Botschaft: „Bisher sind wir davon ausgegangen, dass die Gebühren für die Niederschlagswasserbeseitigung nicht ansteigen. Jetzt muss noch mal neu kalkuliert werden.“ Vielleicht komme die Stadt um eine deutliche Erhöhung nicht herum. Näheres könne er zu den nächsten Sitzungen im Dezember bekannt geben. Stellvertretend für den gesamten Ausschuss brachte die Vorsitzende Monika Rübenkamp (SPD) den Gemütszustand aller zum Ausdruck: „Sie sehen uns alle ein bisschen sprachlos. Wir haben schon einen Fehlbetrag von 1,5 Millionen Euro im Haushalt 2020. Jetzt kommen noch einmal 740 000 Euro dazu.“ Dies sei eine große Herausforderung.

Wahl zum Bürgermeister

Die Termine für die Wahlzum neuen Bürgermeister in der Stadt Heiligenhafen stehen fest. Am Sonntag, 8. März, findet der erste Wahlgang statt. Sollte eine Stichwahl benötigt werden, um den Posten des hauptamtlichen Verwaltungschefs zu besetzen, wird diese am Sonntag, 22. März, abgehalten. Die Bewerbungsfrist für mögliche Kandidaten läuft bis Mitte Januar.

Dass zusätzlich Teile der Kosten umgelegt werden müssten, treibt Monika Rübenkamp ebenfalls um. Mit dem Finanz- und Wirtschaftsausschuss, der am 5. Dezember tagt, sollte der Haushaltsplan erneut beraten werden. Dabei sollte dann auch berücksichtigt werden, dass in irgendeiner Form andere Punkte im Plan zurückgestellt werden müssten. Roland Pfündl ergänzte noch, dass bereits 650 000 Euro für die Kanalisation eingeplant sind, um von den „schlimmsten Schadensklassen“ wegzukommen. Das Sanierungsverfahren für die Regenrückhaltebecken komme jetzt obendrauf und müsse noch mit dem Kreis und der Naturschutzbehörde abgesprochen werden.

Von Markus Billhardt

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