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Ostholstein Postkarten erzählen über das alte China
Lokales Ostholstein Postkarten erzählen über das alte China
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17:20 13.08.2019
Thomas Brandt hat über China eine große Postkartensammlung und diese auch in einem Buch veröffentlicht. Quelle: Markus Billhardt
Heiligenhafen

 Die Epoche vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg 1914 gilt als „Die goldene Zeit der Postkarte“. Es wurden die ersten Bilder verschickt, und zwar nicht wie heute digital, sondern auf dem Postweg. „Sie revolutionierte die Kommunikation“, erzählt Thomas Brandt aus Heiligenhafen. Er besitzt von damals mehr als 55 000 Ansichtskarten aus Asien und veranstaltet am Freitag, 16. August, um 19.30 Uhr im Heimatmuseum einen Abend über China.

China in Heiligenhafen präsent

Tausende Kilometer Luftlinie entfernt von Ostholstein liegt das Reich der Mitte. Doch die Verbindung an die Ostsee, besonders nach Heiligenhafen, ist speziell durch die Seefahrt früherer Jahre im Heimatmuseum zu entdecken. Dort hängt eine chinesische Fahne, die dem Heiligenhafener Kapitän Rudolf Maßmann übergeben wurde, nachdem er höhere chinesische Beamte um 1880 aus Seenot an der chinesischen Küste gerettet hatte. Anlass genug für den Asien-Kenner Brandt, vor Ort in die Geschichte Chinas zu entführen.

Innovativ. Die Chinesen nutzten die Windkraft zur Fortbewegung ihrer Karren. Quelle: Markus Billhardt

„Dass ich beim Besuch des Museums auf Spuren des früheren Chinas in Heiligenhafen stoße, hat mich positiv überrascht“, sagt der 53-Jährige. Seit fast 26 Jahren ist der asiatische Kontinent für den in Bad Oldesloe geborenen Schleswig-Holsteiner wie ein zweites Zuhause. Derzeit arbeitet er bei der Deutsch-Malaysischen Industrie- und Handelskammer in Kuala Lumpur. Vor vier Jahren hat er sich ein Haus in Heiligenhafen gekauft und verbringt mehrere Wochen im Jahr in der Stadt an der Ostsee. Die asiatische Geschichte sei sein Hobby. Über zwei Jahrzehnte hinweg habe er die Postkarten gesammelt und fünf Jahre lang an seinem Buch „China in Those Days“ gearbeitet, dass mit rund 1600 Karten nur ein Bruchteil dieser Sammlung zeigt.

Postkarten erzählen aus dem Leben

Kurz vor den Olympischen Spielen 2008 in Peking erschien sein mehr als 300 Seiten starkes Werk. Zweisprachig in Englisch und Mandarin berichtet Brandt darin aus dem Leben der Menschen, präsentiert Ansichten der großen Städte, von der Chinesischen Mauer und sogar der Strafvollzug wurde auf den Bildern festgehalten. Der Sammler kommt ins Schwärmen über Karten aus Seide, handgemachte Collagen und einige wenige Exemplare über das große Autorennen von Peking nach Paris 1907. Ein großes Kapitel widmet er den Auswanderern, die sich rund um den Globus überall niederließen.

Kleiner Eindruck in die Postkartensammlung von Thomas Brandt.

„Die Stadt San Francisco bildete sich rund um Chinatown“, erzählt Brandt von der schon vor langer Zeit wachsenden Bedeutung der Überseechinesen und verweist auf heutzutage. Täglich werde die Welt – nicht nur in der Wirtschaft – asiatischer, und eben auch chinesischer. Er wirft aber auch noch mal einen Blick zurück um die Jahrhundertwende und betont: „Vor allem Missionare und Handelsleute reisten zu der Zeit nach Asien. Touristisch waren nur wenige Privilegierte unterwegs. Sie nutzen Ansichtskarten als Show-Off-Medium, sprich zum Angeben, dass sie sich den Urlaub leisten können.“

Deutschland als Weltmarktführer

Ein kleiner Exkurs bringt Brandt nach Deutschland zurück: „Im Jahr 1900 waren circa 30 000 Menschen bei uns in der Ansichtskartenindustrie beschäftigt.“ Quasi als „Weltmarktführer“ seien in Dresden, Leipzig und Berlin die Zentren gewesen. Um 1905 sei dann die Trennlinie auf der Rückseite zwischen Text- und Adressfeld eingeführt worden. Bis dato sei es üblich gewesen, seine Botschaft neben den Bildern auf der Vorderseite festzuhalten.

Vortrag im Heimatmuseum

Der AsienabendChina in Those Days“ findet am Freitag, 16. August, um 19.30 Uhr im Heimatmuseum Heiligenhafen, Thulboden 11a, statt.

Veranstalter ist der Förderverein für Heimatmuseum und Kultur in Heiligenhafen. Der Eintritt ist frei.

Was mittlerweile die digitalen Medien übernommen haben, konnten früher nur die Postkarten leisten. Sie vermittelten Eindrücke fern von Zuhause. Thomas Brandt möchte mit seinem Bildervortrag Geschichtsfreunde einladen, seine Leidenschaft für Asien zu teilen und auch die gute alte Postkarte ein Stück weit hochleben zu lassen.

Von Markus Billhardt

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