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Ostholstein Hemmelsdorf: Kampf gegen Verkehrslawine
Lokales Ostholstein Hemmelsdorf: Kampf gegen Verkehrslawine
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14:27 08.04.2019
Dichter Verkehr auf der Seestraße in Hemmelsdorf. Quelle: Sabine Latzel
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Hemmelsdorf

Jetzt ist es amtlich: Ein Jahr lang ist der Verkehr in Hemmelsdorf mit Geräten an den Ortseingängen gezählt worden. Das Ergebnis: Durchschnittlich brausen mehr als 10 000 Fahrzeuge pro Tag durch den 500-Einwohner-Ort. Jetzt soll die Verwaltung der Gemeinde Timmendorfer Strand stationäre Blitzer für Hemmelsdorf beantragen – und eine neue Beschilderung, mit der der Durchgangsverkehr von und nach Niendorf über die A 226, die B 75 und die B 76, geleitet wird anstatt über Hemmelsdorf und die A-1-Anschlussstelle Ratekau.

Eine der am höchsten belasteten Straßen im Land

Diesen „Vorschlag“ für eine alternative Verkehrsführung müsste der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr umsetzen, der für die entsprechenden Schilder an der Autobahnabfahrt zuständig ist. Die Timmendorfer Gemeindeverwaltung soll diesbezüglich auf den Landesbetrieb einwirken – so ein Antrag der CDU im Timmendorfer Ausschuss für Umwelt, Energie und Verkehr, dem dessen Mitglieder zugestimmt haben. Der Ausschuss-Vorsitzende Jan Karthäuser (Grüne) verspricht sich davon allerdings keine grundlegende Verbesserung: „Die meisten Navis werden die Autofahrer auch weiterhin durch Hemmelsdorf führen.“

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Die Seestraße in dem eigentlich idyllisch am Hemmelsdorfer See gelegenen Ort sei „ein der am höchsten belasteten Straßen in Schleswig-Holstein“, erklärt Karthäuser. Neben der Gesamtmenge des Verkehrs beeinträchtige zudem der Lkw- und Schwerlastverkehr die Lebensqualität, auch in der Nacht und am frühen Morgen. Zudem fahren etliche Autofahrer viel zu schnell durch Hemmelsdorf: Knapp 38 Prozent aller Fahrzeuge waren schneller als 50 km/h, der traurige Spitzenwert lag bei 138 km/h an einem Abend im November 2018 – 88 km/h mehr als erlaubt.

Panzer-Blitzer für mehrere Wochen

Die Verwaltung soll deshalb beim Kreis Ostholstein die Installation eines stationären Blitzers in Hemmelsdorf – und zur Ergänzung auch im benachbarten Groß Timmendorf – beantragen, beschloss der Ausschuss. „Bislang hat der Kreis das allerdings abgelehnt“, sagt Karthäuser. Er hofft deshalb zumindest auf eine vandalismussichere, „semi-stationäre Geschwindigkeitsüberwachung“, also auf einen sogenannten Panzer-Blitzer. Ein solcher wird bereits seit mehreren Jahren in Lübeck eingesetzt und für jeweils einige Tage oder auch Wochen an einer Stelle platziert. Zudem soll die Verwaltung prüfen, ob Experten „zeitnah“ die Luftschadstoffe in Hemmelsdorf messen können.

Sabine Latzel

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