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Ostholstein „Highlander“ und eine Burg entstehen
Lokales Ostholstein „Highlander“ und eine Burg entstehen
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17:33 19.01.2019
Hansa-Park-Geschäftsführer Andreas Leicht präsentiert die Großbaustelle. Quelle: Lutz Roeßler
Sierksdorf

Der Hansa-Park gleicht einer Großbaustelle. Wenige Meter vom Holstentor (dem Eingang) entfernt entsteht der weltweit höchste und schnellste Freifallturm. Der „Highlander“ dürfte nach seiner Fertigstellung in den kommenden Monaten eine spektakuläre Aussicht über die Lübecker Bucht bieten – wobei: Wer kann sich bei einer Fallgeschwindigkeit von 120 km/h noch auf die Aussicht konzentrieren? All dies ist jedoch Zukunftsmusik.

19 Pfähle tragen den Turm

Aktuell ist die Fläche zwischen den Achterbahnen „Nessie“ und „Rasender Roland“ vor allem matschig. Arbeiter haben in den vergangenen Wochen mit der Fundex F2800 insgesamt 19 Bohrverdrängungspfähle mit einer Tiefe von 24 Metern in die Erde getrieben. „Nun wird ein etwa 4,5 Meter tiefes Fundament ausgeschachtet mit einem Durchmesser von zehn Metern. Da kommen 30 Tonnen Bewehrung rein“, erläutert Hansa-Park-Geschäftsführer Andreas Leicht. All dies ist notwendig, damit der 120 Meter hohe Turm mit 24 Sitzen standfest verankert werden kann.

Für den Parkchef und seine Frau Claudia Leicht gehört die Umgestaltung des Geländes in der Gemeinde Sierksdorf zur Winterroutine. Bauvorhaben sind Standard. Jedoch geben sie sich nicht mit dem Aufstellen von neuen Attraktionen zufrieden. Das Gesamtpaket muss stimmen. Stück für Stück werden Gelände und Fahrgeschäfte thematisiert. Für den „Highlander“ seien sie nach Schottland gereist, hätten sich 13 Schlösser und mehrere Gärten angeschaut, erzählen die Leichts. Da sich der Turm inmitten der zwei Achterbahnen befindet, werden diese ebenfalls neu gestaltet. Viele der Streckenstützen wurden anthrazitgrau gestrichen. Schlichte Betonwände werden zu historisch anmutenden Mauern.

Schottische Burg statt altem Bahnhof

„Der ,Nessie’-Bahnhof wird abgerissen und komplett neu errichtet, im Stil von Eilean Donan Castle“, erläutert Claudia Leicht. Die Original-Burg kurz vor der Isle of Skye lockt jährlich Hunderttausende Touristen und dürfte zu den meist fotografierten Motiven im Norden Großbritanniens gehören. Im Hansa-Park sind bereits erste Umrisse der Kopie erkennbar. Das Fundament ist gegossen, Wände stehen. „Die ,Nessie’ war seit ihrem Bau 1979 ein unthematisierter Aluminiumbau. Der damalige Geschäftsführer sagte, der Bau sei richtungsweisend“, sagt Andreas Leicht rückblickend.

Doch die Erscheinung passt nicht mehr. Der neue Rohbau soll Ende Januar fertig sein. Anschließend werden die Zimmermänner erwartet, die ein historisches Holzdach mit Zinnen nachbauen. Das Außengelände rund um die drei Fahrgeschäfte soll ebenfalls verändert werden. Blumen, Büsche und Sträucher werden ausgetauscht. „Wir haben uns schottische Pflanzen angeschaut und eine umfangreiche Dokumentation angelegt“, erläutert Claudia Leicht. All die Veränderungen ergeben den Themenbereich „Bezauberndes Britannien“.

Zeitpunkt der Inbetriebnahme ist offen

Wann die ersten Besucher den 103 Meter langen Fall mit dem „Highlander“ wagen dürfen, ist noch offen. Das Ehepaar Leicht spricht von Verzögerungen, entstanden durch Schwierigkeiten beim Setzen der Bohrverdrängungspfähle. Jedoch laufe es mittlerweile gut und Ende Februar soll mithilfe von zwei kleineren Kränen ein 140 Meter hoher Kran aufgebaut werden. Anfang März dürften die ersten Teile des Freifallturms folgen. Diese werden in Österreich hergestellt, in Frankreich pulverbeschichtet (zum Schutz der Stahlkonstruktion), zurück nach Österreich gebracht und anschließend per Schwertransport gen Norddeutschland geschickt.

Der „Highlander“ soll der höchste und schnellste Freifallturm der Welt werden. Rund um ihn wird die Fläche umgestaltet. Eine schottische Burg entsteht. In dieser fährt bald die Achterbahn „Nessie“ ab.

Außer an dem Großprojekt wird auch an vielen anderen Orten im Park unweit der Ostsee gearbeitet. Sämtliche Fahrzeuge der einzelnen Attraktionen müssen bis zur neuen Saison gewartet werden. Materialprüfer sind im Einsatz. Der Tüv schickt Mitarbeiter. Jeder Schritt wird dokumentiert. Die letzte Abnahme erfolgt Mitte März, kurz vor der Eröffnung der neuen Saison am 4. April. Darüber hinaus gibt es eine Untersuchung im Mai, wenn der Betrieb läuft sowie im späteren Verlauf des Jahres.

Restaurant wird weiter erneuert

Fertig sein soll bis zum Start der neuen Saison das Restaurant „Weltumsegler“. Nachdem bereits Kuppeldach, Wände, Beleuchtung und Türen erneuert und ausgebessert wurden, ist derzeit der Boden an der Reihe. Zudem steht der Einbau einer neuen Ausstattung bevor. Im nächsten Winter soll die Speiseausgabe folgen. Dass dann erneut parallel an einem neuen Fahrgeschäft gearbeitet wird, gilt als wahrscheinlich. Details sind vorerst noch geheim.

Saisonstart und Vorverkauf

Die Saison 2019 läuft vom 4. April bis zum 20. Oktober.

Die Karten für die Saison kosten bis zum 3. April 75 Euro pro Person, anschließend werden 90 Euro fällig.

Weitere Infos gibt es auf der Internetseite www.hansapark.de.

Sebastian Rosenkötter

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