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Ostholstein Hilfe aus dem Kühlschrank: So gut funktioniert die Notfalldose
Lokales Ostholstein Hilfe aus dem Kühlschrank: So gut funktioniert die Notfalldose
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11:52 09.10.2019
Die Notfalldose soll in Neustädter Haushalten etabliert werden. Anke Scharkowski präsentiert eine der Dosen und zeigt, wo diese aufbewahrt werden sollte. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Neustadt

Geht es nach vielen Seniorenbeiräten im Kreis, stehen die kleinen grün-weißen Notfalldosen bald in Tausenden Ostholsteiner Kühlschränken. Seit etwa zwei Jahren wird für die Nutzung geworben. In dem kleinen Plastikgefäß können wichtige Informationen für Rettungskräfte hinterlegt werden. Dazu zählen unter anderem Impfpass, Medikamentenplan und Patientenverfügung. Doch wie wichtig sind die Dosen wirklich?

Fritz Schramm ist Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Neustadt. Er weiß über die Arbeit der Rettungssanitäter Bescheid. Am Dienstagmorgen besuchten er sowie 70 weitere ältere Bürger aus der Europastadt das Frühstück des Seniorenbeirats. „Die grüne Dose ist eine ganz große Hilfe für alle, die Sie im akuten Notfall abholen und versorgen müssen“, betont er. Gabriele Weber, stellvertretende Vorsitzende des Beirats, ergänzt: „Durch die Dose wurden schon Leben gerettet. Wir wollen sie in Neustadt etablieren.“

Hier gibt es im Notfall Hilfe

Deshalb gehört die Dose in den Kühlschrank

Die Notfalldose wird sowohl in Deutschland, Österreich als auch in der Schweiz vertrieben. Kleine Aufkleber an der Innenseite der Haustür sowie dem Kühlschrank sollen Sanitäter auf sie hinweisen. „Die Notfalldose soll unbedingt im Kühlschrank aufbewahrt werden – nicht, weil der Inhalt verderblich wäre, sondern damit die Rettungskräfte diese gleich finden. Denn jeder Haushalt hat einen Kühlschrank und jeder weiß, wo dieser normalerweise steht“, verdeutlicht Gabriele Weber.

Erhältlich sind die Dosen in vielen Apotheken und auch die Johanniter-Unfall-Hilfe verteilt die kleinen Plastikboxen. Matthias Rehberg, Bereichsleiter Fahr- und Einsatzdienste sowie Hausnotruf, teilt mit, dass es die Dose für jeden Menschen gebe, der ein Hausnotrufpaket bestelle. „Die Notfalldose wird von uns grundsätzlich für sinnvoll gehalten“, sagt er. Jedoch komme wahrscheinlich keiner ums Leben, der nicht über eine Dose verfüge.

Die Notfalldose soll in Neustädter Haushalten etabliert werden. Gabriele Weber, stellvertretende Vorsitzende, stellte das Konzept jetzt vor. Quelle: Sebastian Rosenkötter

Unterlagen müssen immer aktuell sein

Grundsätzlich gehe es bei einem Einsatz immer darum, wie der Rettungsdienst an Informationen über den Patienten komme. „Wenn dieser ansprechbar ist, fragt man nach, lässt sich die Medikamente zeigen. Sollte der Patient nicht ansprechbar, oder die Kommunikation eingeschränkt sein, muss man sich umschauen, wo die Medikamente sind“, erklärt er. An dieser Stelle kämen die Infos aus der Notfalldose ins Spiel, wobei die Unterlagen stets auf dem neuesten Stand sein müssten.

Ähnlich äußert sich Kreissprecherin Carina Leonhardt. „Im medizinischen Notfall kann die Notfalldose lebensrettend sein, wenn die enthaltenen wichtigen Angaben zum Beispiel zu Vorerkrankungen, eingenommenen Medikamenten, Impfungen, Allergien und Personen, die im Notfall zu informieren sind, regelmäßig aktualisiert werden.“

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Ohne Notfalldose wird es schwierig

Der Malteser-Hilfsdienst, der ebenfalls Teile des Rettungsdienstes in Ostholstein abdeckt, begrüßt die Dose ebenfalls. Sprecherin Stefanie Langos spricht von einer Erleichterung bei der Versorgung von Patienten. „In Einzelfällen war die Notfalldose bereits wichtig, wenn Patienten bewusstlos waren oder aufgrund eines Schlaganfalls nicht sprechen konnten“, erläutert sie. Seien Patienten bewusstlos oder hätten einen Schlaganfall erlitten haben, sei eine direkte Befragung nach Vorerkrankungen und Medikamenten häufig nicht möglich. „Dann sind wir auf die Notfalldose, Hinweise von Nachbarn oder Notfallkontakte in der Geldbörse angewiesen“, sagt Langos.

Eines ist Jürgen Mosalf, Vorsitzender des Neustädter Seniorenbeirats, besonders wichtig: Die Dose ist nicht nur für Senioren gedacht. Sie ist für alle Alleinstehenden – unabhängig vom Alter. Die Botschaft über den Nutzen des Gefäßes kam gut an und dank einer Spende vom örtlichen Lions-Club wurden zahlreiche Exemplare für einen Euro verkauft. Weitere sind ab dem 10. Oktober im Bürgerbüro der Stadt erhältlich.

Die Notfalldose soll in Neustädter Haushalten etabliert werden. Gabriele Weber, stellvertretende Vorsitzende des Seniorenbeirates, stellte das Konzept jetzt vor. Mit dabei war auch der Vorsitzende Jürgen Mosalf. Quelle: Sebastian Rosenkötter

Von Sebastian Rosenkötter

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