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Ostholstein LN-Leser bringen Menschen mit Behinderungen aufs Rad
Lokales Ostholstein LN-Leser bringen Menschen mit Behinderungen aufs Rad
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12:18 02.12.2019
Michael Jahnke (l.) und Torben Teßmann arbeiten in den Eutiner Werkstätten und setzen voll auf Mobilität. Quelle: Lutz Roeßler
Eutin

Sie leben mitten unter uns: Aber Menschen mit Behinderungen sind in der Öffentlichkeit nicht immer sichtbar. Ein Grund dafür ist eingeschränkte Mobilität. Das hat auch Reinhard E. Sohns erkannt. Der Geschäftsführer von „Die Ostholsteiner“ möchte dies mit dem Kauf von speziellen Fahrrädern ändern. An dieser Stelle kommt die Aktion „Hilfe im Advent“ der Lübecker Nachrichten ins Spiel. Bis Weihnachten werden in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Holstein Spenden für die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen gesammelt.

„Die Ostholsteiner“ und ihre Tochterunternehmen (Ostholsteiner Dienstleistungsgesellschaft gGmbH, PflegeWohnen Ostholstein gGmbH) kümmern sich um 800 erwachsene Ostholsteiner mit Behinderungen. Darüber hinaus arbeiten knapp 370 Menschen in den verschiedenen Einrichtungen und Betrieben, die sich vor allem auf Neustadt, Oldenburg, Heiligenhafen, Eutin und Schwentinental (Kreis Plön) verteilen.

So können Sie spenden

Spenden können auf dieses Konto bei der Sparkasse Holstein überwiesen werden:

Inhaber: Die Ostholsteiner

Stichwort: „Hilfe im Advent“ (wichtig!)

IBAN: DE08 2135 2240 0179 2255 52

BIC: NOLADE21HOL

Selbstbestimmung und Teilhabe ermöglichen

Hauptziel der Arbeit ist es, dass die Menschen Bestandteil des alltäglichen Lebens werden. Es geht um ihr Recht auf Selbstbestimmung und ihre Teilhabe in den Bereichen Arbeiten, Wohnen, Bildung und Freizeit. „,Die Ostholsteiner’ helfen Menschen, die es schwerer haben, einen normalen Alltag zu leben“, betont Olaf Bartsch.

Der Leiter der LN-Lokalredaktion Ostholstein bittet alle Leser, die Aktion zu unterstützen. „Die Erlöse gehen nicht in die tägliche Arbeit, sondern in ein besonderes Projekt: Mit Ihren Spenden können Sie den Kauf von Tretmobilen – das sind spezielle Fahrräder – finanzieren, mit denen sich Menschen mit Behinderungen klimafreundlich und mit Spaß fortbewegen können“, erläutert er.

Alle Angebote auf einer Karte

Räder ermöglichen Treffen und Austausch

Reinhard E. Sohns führt aus, dass die Anschaffung helfe, „Menschen mit Beeinträchtigung Mobilität und damit die Möglichkeit der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“ zu geben. Dazu zählen Dinge wie Einkäufe, Behördengänge und Ausflüge. Darüber hinaus würden „auch diese Menschen durch eine Mobilität jenseits des Autos einen Beitrag zur Lösung der Klimaproblematik leisten“ wollen. Zudem sei es mit den gewünschten Rädern möglich, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam auf dieselbe Art unterwegs sind. So könnten zum Beispiel Rollstuhlfahrer dank spezieller Vorrichtungen mit durch die Gegend radeln.

Reinhard E. Sohns, Geschäftsführer von „Die Ostholsteiner“. Quelle: Lutz Roeßler

Mobilität für ein Mehr an Normalität

Insbesondere für mobilitätseingeschränkte Personen wird sich laut Sohns der Bewegungsradius dank der besonderen Räder erheblich erweitern. „Während nicht behinderte Personen sich leicht auf ein Rad schwingen und in ihrer Freizeit Ziele im Sozialraum ansteuern, bleibt das diesem Personenkreis bislang verwehrt“, Geschäftsführer Reinhard E. Sohns. „Mobilität bedeutet ein Mehr an Lebensqualität, ein Mehr an Inklusion. Und ein Mehr an Normalität.“

„Die Ostholsteiner“ sind breit aufgestellt

Sohns und auch Per Köster, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der „Ostholsteiner“ erhoffen sich, dass es in Zukunft mehr Begegnungen zwischen behinderten und nicht-behinderten Menschen geben wird. Trotz jahrzehntelanger Arbeit seien Berührungsängste immer wieder spürbar. So gebe es zum Beispiel in Eutin eine Wäscherei, in der jeder seine Kleidung waschen und bügeln lassen kann. Auch bieten „Die Ostholsteiner“ in Heiligenhafen eine zertifizierte Aktenvernichtung an und sind unter anderem in den Bereichen Catering, EDV, Gartenpflege, Pferdedeckenwäscherei und dem Verkauf von Kunsthandwerk tätig.

„Die Ostholsteiner“ informieren

„Die Ostholsteiner“ sowie die beiden Tochterunternehmen sind in diversen Bereichen tätig und haben so Einfluss und Auswirkungen auf das Leben im Kreis Ostholstein. Über diese Links geht es zu verschiedenen Projekten:

Inklusionshotel soll kommen

Einige dieser Angebote sowie ein geplantes Inklusionshotel, eine Tagesförderstätte für Menschen mit Behinderungen, ein ambulantes Wohnprojekt und das bundesweit erste Inklusionskino werden die LN in den kommenden Wochen vorstellen.

Sandra Wehrend, Regionalleiterin Privatkunden Nord der Sparkasse Holstein. Quelle: HFR

Die Sparkasse unterstützt „Hilfe im Advent“

Die Sparkasse Holstein fungiert auch in diesem Jahr als Partner der Spendenaktion „Hilfe im Advent“. Das Engagement erklärt Sandra Wehrend, Regionalleiterin Privatkunden Nord der Sparkasse Holstein, in einem Kurzinterview mit den LN.

Warum unterstützen Sie die Aktion "Hilfe im Advent" der Lübecker Nachrichten?

„Die Aktion ,Hilfe im Advent’ motiviert seit Jahren viele LN-Leser zu Spenden für Projekte in der Region. Dieses vorbildliche bürgerschaftliche Engagement passt gut zur Sparkasse Holstein, die ihrerseits zahlreiche Vereine und Institutionen vor Ort unterstützt. Deshalb sind wir seit vielen Jahren und selbstverständlich auch dieses Mal wieder dabei. Wir freuen uns, dass wir als Partner der Aktion dieses Jahr dazu beitragen können, die wertvolle Arbeit von ,Die Ostholsteiner’ zu unterstützen.“

Welche Bedeutung spielen Menschen mit Behinderungen in Ihrem Unternehmen?

„Die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Dies zeigen wir nicht nur im Kundengeschäft durch den Abbau von Barrieren, sondern auch als Arbeitgeber. Kolleginnen und Kollegen mit Behinderungen sind bei uns gut in die Arbeitsprozesse integriert. Darüber hinaus vergeben wir zusätzlich Aufträge an Einrichtungen der Schwerbehindertenhilfe.“

Warum sind ,Die Ostholsteiner’ aus Ihrer Sicht ein wichtiger Partner für das Zusammenleben im Kreis Ostholstein? 

„,Die Ostholsteiner’ sind ein vielseitiger Partner mit mehreren Standorten im Kreis Ostholstein. Sie unterstützen auch unsere Sparkasse in zwei ganz wichtigen Bereichen: Zum einen bei der zuverlässigen und sicheren Vernichtung unseres Datenschutz-Papiermülls und zum anderen bei der Versorgung der Eutiner Kolleginnen und Kollegen mit leckeren Gerichten, da sie täglich die dortige Kantine beliefern.“

Mit Spezialrädern Berührungsängste abbauen

Anschließend sollen zeitnah verschiedene Spezial-Räder, die häufig mehrere Tausend Euro kosten, gekauft werden. Durch diese würden innerhalb kürzester Zeit zusätzliche Begegnungen von Menschen mit und ohne Behinderungen möglich. Diese neuen Erfahrungen könnten laut Sohns zum Abbau von Berührungsängsten beitragen.

Weitere Informationen zu „Hilfe im Advent“

Klicken Sie hier, um auf einer Themenseite alle Berichte zur LN-Aktion „Hilfe im Advent“ zu lesen

Leben mit Behinderungen: So meistert eine Lübecker Familie die Barrieren des Alltags (große LN-Reportage)

Der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung im Interview: Warum Schleswig-Holstein Nachholbedarf hat

Diese Initiativen unterstützen wir 2019 mit Ihrer Spende – in den Artikeln steht, wie Sie helfen können:

Lübeck: Die Marli GmbH hilft schwerbehinderten Menschen. Mehr Informationen zum Projekt.

Ostholstein: „Die Ostholsteiner“ helfen Menschen mit Behinderung zu mehr Selbständigkeit und Bewegungsfreiheit. Mehr Informationen zum Projekt.

Segeberg und Stormarn: Die „Lebenshilfe“ hilft Menschen mit Behinderungen, dass sie an alltäglichen Aktivitäten wie Disco oder Kegeln teilnehmen können. Mehr Informationen zum Projekt.

Herzogtum Lauenburg: In der integrativen Kindertagesstätte Heidepünktchen werden Kinder mit und ohne Handicap gemeinsam aufs Leben vorbereitet. Mehr Informationen zum Projekt.

Die Spender werden in den LN genannt. Wenn Sie das nicht möchten, vermerken Sie im Verwendungszweck „bitte anonym“. Falls Sie eine Spendenbescheinigung wünschen, geben Sie Ihren Namen und Ihre Adresse bei der Überweisung an. Bei Spenden bis 200 Euro reicht der Überweisungsbeleg als Bescheinigung.

Von Sebastian Rosenkötter