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Ostholstein Bügeln, nähen, schneidern: So kreativ ist die Eutiner Frauenwerkstatt
Lokales Ostholstein

Hilfe im Advent Ostholstein: Forum Eutin gründet Frauenwerkstatt

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13:30 17.12.2020
Soher Shegre, Gehada Donah, und Mayada Hannineh (v. r.) sind drei der Frauen, die die Frauenwerkstatt im Forum Eutin gegründet haben. Marie-Theres Bernegger (2. v. l.) betreut das Projekt.
Soher Shegre, Gehada Donah, und Mayada Hannineh (v. r.) sind drei der Frauen, die die Frauenwerkstatt im Forum Eutin gegründet haben. Marie-Theres Bernegger (2. v. l.) betreut das Projekt. Quelle: Maike Wegner
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Eutin

Seit einigen Jahren ist Soher Shegre jetzt in Deutschland. Die deutsche Sprache versteht die junge Frau bereits gut, das Sprechen übt sie fleißig. Doch an der Nähmaschine ist all das plötzlich egal. Da kann die Syrierin einfach sie selbst sein. „Ich hab meiner Mutter schon immer beim Nähen geholfen, sie hat in Syrien eine Firma“, erzählt Shegre. Begeistert greift sie den Stoff und lässt die Nähmaschine rattern.

Projekt hat sich schnell rumgesprochen

Auch Gehada Donah und Mayada Hannineh lieben es, gemeinsam in Stoffen zu stöbern, Ideen zu entwickeln oder Wäsche zu bügeln. Erst vor wenigen Wochen wurde die Frauenwerkstatt im Forum Eutin gegründet – doch das Projekt hat sich bereits herumgesprochen. Immer donnerstags können Menschen von 14 bis 17 Uhr in der Bismarckstraße 2 vorbeikommen und Kleidung, Vorhänge oder Bügelwäsche bringen. Selbst einen Bezug für ein großes Polster haben die Frauen bereits genäht.

Übergabe durchs Fenster. Um den Kontakt zu minimieren, sind Bügelwäsche oder Kleidung oft auf diesem Wege abgegeben worden. Quelle: Maike Wegner

Projekt hat sich aus dem interkulturellen Frauentreff entwickelt

Entstanden ist die Frauenwerkstatt im Herbst dieses Jahres aus dem interkulturellen Frauentreff. „Die Idee ist von den Frauen selbst gekommen“, freut sich Marie-Theres Bernegger, die das Projekt betreut. Der Start unter Corona-Bedingungen war schwierig – aber die Frauen-Truppe hat ihn gemeistert. „Oft haben wir die Sachen durchs Fenster gereicht, um Kontakte zu vermeiden“, erzählt Bernegger. „Aber das hat alles gut geklappt, wir haben uns schnell eingespielt.“ Vier Frauen sind insgesamt dabei, jede kommt, wie sie Zeit hat. Gemeinsam wird dann die Arbeit erledigt. „Ich höre dabei immer viel Lachen, also anscheinend ist es sehr lustig“, sagt Bernegger.

Die Spendenaktion – „Hilfe im Advent“

Mit der Aktion „Hilfe im Advent“ sollen Menschen unterstützt werden, die für das soziale Miteinander unentgeltlich Großes leisten: die Ehrenamtlichen.

Die diesjährige Leser-Aktion der Lübecker Nachrichten lautet: „Hilfe im Advent – Mach Gemeinschaft zum Geschenk“. Mithilfe der Freiwilligenagentur ePunkt stellen wir Menschen und Projekte vor, die sich uneigennützig im Verein, in der Nachbarschaft oder in anderen Bereichen für die Gemeinschaft stark machen. Der Verein ist mit vielen gemeinnützigen Einrichtungen in Lübeck und der Region eng vernetzt und ein Bürgerkraftwerk für soziales Engagement.

Wir bitten die Leser der Lübecker Nachrichten, helfen Sie mit Ihrer Spende das Ehrenamt zu stärken und damit vielen Menschen Hoffnung, Freude und Zuversicht zu schenken. Jeder Betrag – und sei er noch so klein –zählt.

Hier können Sie spenden:

Empfänger: ePunkt e.V. - Hilfe im Advent Stormarn/oder Hilfe im Advent Ostholstein

IBAN: DE84 2135 2240 0179 2409 65

BIC: NOLADE21HOL

Bank: Sparkasse Holstein

Verwendungszweck: Spende Hilfe im Advent

Spendenbescheinigungen

Für Geldspenden bis zu 200 Euro reicht der Banknachweis als Beleg für Ihre Steuererklärung. Für alle Beträge darüber hinaus stellen wir selbstverständlich eine Spendenbescheinigung aus. Bitte geben Sie gegebenenfalls bei der Überweisung Ihren Namen und Ihre Adresse an, damit wir Ihnen die Spendenbescheinigung zusenden können.

Doch der Gedanke der Frauenwerkstatt geht noch viel weiter. Das Forum Eutin möchte den Frauen einen Eindruck in die Unternehmenswelt geben. „Das langfristige Ziel ist es, dass die Frauen sich vielleicht selbstständig machen und einen kleinen Laden betreiben können“, sagt die Organisatorin. Soher Shegre nickt begeistert. „Ja, ich hätte Lust darauf“, sagt sie.

Marie-Theres Bernegger betreut den Interkulturellen Frauentreff. Quelle: Maike Wegner

Hunderte Masken für den guten Zweck

An Ideen mangelt es den Frauen nicht. Im Sommer haben sie bereits vor der Gründung der Frauenwerkstatt über 400 Alltagsmasken genäht und sie gegen Spenden abgegeben. Das Geld ist in ein Projekt geflossen, das syrische Familien in der Heimat unterstützt. Doch nun brauchen sie selbst Spenden. Beispielsweise, um sich eine richtige Nähmaschine zuzulegen. Denn das derzeitige Exemplar erinnert eher an ein Museumsstück. „Außerdem brauchen wir eine gute Stoffschere und Geld fürs Zubehör“, sagt Marie-Theres Bernegger. Neben dem Nähen sind die Frauen auch für weitere Ideen offen. Deshalb haben sie das Projekt auch Frauenwerkstatt getauft, um auch anderen Kreativen Raum zu bieten.

Hierfür werden Spenden benötigt

Finanzielle Unterstützung benötigt auch der Frauentreff selbst. Denn hier ist es seit Corona still geworden. „Im Sommer haben wir uns mal mit viel Abstand draußen getroffen, aber jetzt ist es gar nicht möglich“, sagt Bernegger. Der Kontakt zu den insgesamt zehn Teilnehmerinnen aller Generationen und Kulturen gehe so schnell verloren. Ihre Hoffnung: „Über Zoom könnten wir wieder ins Gespräch kommen.“ Das Programm ermöglicht es, über Videokonferenzen miteinander in Kontakt zu treten. Doch dafür wird die Software und im Bestfall auch ein Coaching benötigt.

Von Maike Wegner