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Ostholstein Rettungshunde im Einsatz: Ostholsteiner Staffel braucht Material für die Suche
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Hilfe im Advent Ostholstein: Rettungshundestaffel braucht dringend Geld

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19:30 21.12.2020
Sarah Ewert, Ona Schark, Andreas Keuchel und Anja Patzke (v. l.) sind vier der 21 ehrenamtlichen Hundeführer in der Rettungshundestaffel.
Sarah Ewert, Ona Schark, Andreas Keuchel und Anja Patzke (v. l.) sind vier der 21 ehrenamtlichen Hundeführer in der Rettungshundestaffel. Quelle: Maike Wegner
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Ostholstein/Krumbeck

Rund 20 Mal mussten die Ehrenamtler der Rettungshundestaffel Schleswig-Holstein Ost und ihre Tiere in diesem Jahr ausrücken. Die Hunde sind darauf trainiert, Menschen in der Fläche, auf dem Wasser oder in Trümmern zu erspüren. Das Ergebnis einer harten Ausbildung. „Doch in diesem Jahr ist unsere Arbeit gar nicht so einfach“, sagt Sarah Ewert, Sprecherin der Rettungshundestaffel, die ihren Sitz in Krumbeck (Stockelsdorf) hat. Denn ein regelmäßiges Training der Gruppe ist seit Ausbruch der Corona-Pandemie kaum möglich. Dazu kommt, dass die Ausbildung von derzeit zehn Hunden nicht wie gewohnt laufen kann.

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Lange Trainingspausen sind für Anfängerhunde schwer

„Für die erfahrenen Hunde ist das kein Problem, die vergessen das Erlernte nicht so schnell“, sagt Sarah Ewert. „Aber für junge Anfängerhunde ist das wirklich schlecht, da fängt man im Grunde immer wieder bei Null an.“ Die meisten Tiere werden als Flächensuchhunde ausgebildet. Sie sollen so in der Lage sein, in sehr kurzer Zeit und insbesondere bei Dunkelheit eine große Fläche abzusuchen. So sollen Vermisste, suizidgefährdete Personen, Kinder oder Schockopfer nach Unfällen, aber auch verunglückte Sportler oder Wanderer, die sich verlaufen haben, gefunden werden.

So läuft die Prüfung zum Flächensuchhund

Notwendig für den Einsatz ist das Bestehen einer Flächenprüfung, bei der der Hund in 25 Minuten eine Fläche von etwa 25 000 Quadratmetern absuchen muss. In diesem Gebiet muss er eine unbekannte Anzahl an Personen finden. Doch um dafür überhaupt zugelassen zu werden, müssen Hund und Halter bereits die Begleithundeprüfung abgelegt haben sowie Nachweise im Bereich Gerätearbeit und dem sogenannten Detachieren (den Hund losschicken) erbracht haben. Dazu müssen die Ehrenamtler regelmäßig Erste-Hilfe-Kurse absolvieren. Ein intensives Ehrenamt, das vor allem viel Zeit kostet.

Wegen Corona: Spenden konnten kaum gesammelt werden

Dazu kommt, dass sämtliche Termine abgesagt wurden, bei denen die Ehrenamtler Spenden für ihre Tätigkeit sammeln. „Denn wer zu uns kommt, soll nicht noch Geld in die Ausstattung stecken“, betont Ewert. Das bedeutet aber auch, dass der Verein die Mittel für die Einsatzarbeit stellen muss. Die Kosten von Funkgerät, Taschenlampe, Leuchtweste, Blinklichtern oder Halsband beispielsweise müssen übernommen werden. Wer mit seinem Hund in Trümmern sucht, braucht zudem einen Helm und Sicherheitsschuhe.

Die Spendenaktion – „Hilfe im Advent“

Mit der Aktion „Hilfe im Advent“ sollen Menschen unterstützt werden, die für das soziale Miteinander unentgeltlich Großes leisten: die Ehrenamtlichen.

Die diesjährige Leser-Aktion der Lübecker Nachrichten lautet: „Hilfe im Advent – Mach Gemeinschaft zum Geschenk“. Mithilfe der Freiwilligenagentur ePunkt stellen wir Menschen und Projekte vor, die sich uneigennützig im Verein, in der Nachbarschaft oder in anderen Bereichen für die Gemeinschaft stark machen. Der Verein ist mit vielen gemeinnützigen Einrichtungen in Lübeck und der Region eng vernetzt und ein Bürgerkraftwerk für soziales Engagement.

Wir bitten die Leser der Lübecker Nachrichten, helfen Sie mit Ihrer Spende das Ehrenamt zu stärken und damit vielen Menschen Hoffnung, Freude und Zuversicht zu schenken. Jeder Betrag – und sei er noch so klein –zählt.

Hier können Sie spenden:

Empfänger: ePunkt e.V. - Hilfe im Advent Stormarn/oder Hilfe im Advent Ostholstein

IBAN: DE84 2135 2240 0179 2409 65

BIC: NOLADE21HOL

Bank: Sparkasse Holstein

Verwendungszweck: Spende Hilfe im Advent

Spendenbescheinigungen

Für Geldspenden bis zu 200 Euro reicht der Banknachweis als Beleg für Ihre Steuererklärung. Für alle Beträge darüber hinaus stellen wir selbstverständlich eine Spendenbescheinigung aus. Bitte geben Sie gegebenenfalls bei der Überweisung Ihren Namen und Ihre Adresse an, damit wir Ihnen die Spendenbescheinigung zusenden können.

Um diese Kosten zu decken, sind die Rettungshundeführer auf vielen Veranstaltungen aktiv. Beim Tierheimfest in Lübeck sind sie dabei, außerdem beim Volksfestumzug in der Hansestadt und beim Tag der Feuerwehr in Grömitz. „Außerdem stehen wir normalerweise an den Adventssonnabenden in der Breiten Straße in Lübeck und sammeln Spenden“, erzählt Andreas Keuchel, der die Finanzen des Vereins im Blick hat. „Hier kommt mit 4000 Euro der Großteil unserer Einnahmen im Jahr zusammen.“

Neue Taschenlampen werden benötigt

Um sich und andere zu schützen wurde dieses Jahr nicht gesammelt. „Wir bekommen zwar Unterstützung über den Bundesverband, aber das reicht nicht“, sagt Sarah Ewert. Insbesondere für die Anschaffung von neuen Taschenlampen fehlt derzeit Geld. Dabei ist die Ausstattung von enormer Bedeutung. Denn die Einsätze sind nicht planbar, finden Tag und Nacht statt.

Die derzeit 21 Mitglieder decken mit 13 bereits ausgebildeten Hunden den Bereich Lübeck und Ostholstein ab. Sie helfen bei Polizeieinsätzen und übernehmen die Suche nach vermissten Personen. So wie beispielsweise Anfang des Jahres, als ein 80-Jähriger in Timmendorfer Strand vermisst wurde. Dass der Mann nur das Hotelzimmer verwechselt hatte und in einem fremden Bett lag, brachte am Ende auch die Einsatzkräfte zum Schmunzeln. Doch nicht alle Fälle gehen positiv aus. Oft können die Personen nicht gefunden werden. „Das ist nicht einfach für die Hunde, weil ihnen das Erfolgserlebnis fehlt“, sagt Sarah Ewert.

Von Maike Wegner