Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Pansdorf: Verein wünscht sich mehr Platz für trauernde Kinder
Lokales Ostholstein

Hilfe im Advent in Ostholstein: Mehr Platz für trauernde Kinder

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:12 15.12.2020
Der Pansdorfer Verein Kinder auf Schmetterlingsflügeln kümmert sich um trauernde Kinder. Diese können in den Räumen des Vereins auch kreativ werden – zum Bespiel bei der Gestaltung von Trauerkerzen (Symbolbild)
Der Pansdorfer Verein Kinder auf Schmetterlingsflügeln kümmert sich um trauernde Kinder. Diese können in den Räumen des Vereins auch kreativ werden – zum Bespiel bei der Gestaltung von Trauerkerzen (Symbolbild) Quelle: Petra Dreu
Anzeige
Pansdorf

Das Dach ist neu, die eine oder andere Wand schon gespachtelt, und in einem Seitengang findet sich eine behindertengerechte Toilette. Ansonsten ist die ehemalige Backstube im Haus Pegasus in der Pansdorfer Bahnhofstraße noch weit entfernt von einem gemütlichen und großzügigen Gruppenraum. Neben der Elektrik, einem neuen Fußboden und dem sonstigen Innenausbau fehlt noch eine Küche. Der Verein hofft, über die LN-Aktion „Hilfe im Advent“ und die Freiwilligenagentur ePunkt zumindest genug Geld für eine Küchenzeile zu bekommen.

Der Verein Kinder auf Schmetterlingsflügeln möchte die ehemalige Backstube im Pegasushaus in Pansdorf zum Gruppenraum umbauen. Koordinatorin Gabi Stienemeier-Goss und die Vorsitzende Jutta Burchard (von links) stehen in dem Raum. Quelle: Susanne Peyronnet

Ablenkung beim Backen und Kochen

Was eine Küche mit Trauerarbeit zu tun hat, erklärt Vorstandsmitglied Christian Ludwig: „Wir wünschen uns eine Küchenzeile, um mit den Kinder backen oder kochen zu können.“ Gemeinsame Unternehmen wie Plätzchen backen gehören genauso zum Angebot des Vereins wie Zuhören, Trösten, Spielen oder Basteln. Für eine Küchenzeile würden etwa 5000 Euro benötigt. Platz genug gibt es für eine Küche, an ihrer Stelle steht in der ehemaligen Backstube bisher nur ein Boxsack, an dem Kinder und Jugendliche gefahrlos ihre Wut und ihren Frust herauslassen können.

An einer Wand soll eine Küchenzeile aufgebaut werden. Dort steht jetzt noch der Boxsack, an dem Wut und Frust ausgelassen werden können. Quelle: Susanne Peyronnet

Die Kinder und Jugendlichen sind es, auf die sich die ganze Aufmerksamkeit der Vereinsmitglieder und der hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter von Kinder auf Schmetterlingsflügeln richtet. Der Verein ist weit und breit der einzige, der sich in offenen Gruppen um trauernde junge Menschen kümmert. Wer kommen will, kommt. Wer reden will, redet. Wer schweigen will, schweigt. „Die Kinder können so lange zu uns kommen, wie sie Begleitung brauchen. Einige kommen sofort nach einem Trauerfall, andere erst später“, berichtet Koordinatorin Gabi Stienemeier-Goss. Ergänzt wird das Angebot durch eine Reitgruppe und eine Hundegruppe.

Kinder aufgeteilt nach Alter

Die Gruppen treffen sich alle 14 Tage. Bei allen Angeboten unterteilt der Verein die Kinder nach Altersgruppen: vier bis acht Jahre, acht bis 14 Jahre, Jugendliche und junge Erwachsene. Parallel dazu gibt es ein Elterncafé und einen Männerstammtisch. Allerdings bringen, sagen die Verantwortlichen vom Verein, in diesem Fall die Kinder ihre Eltern mit, nicht umgekehrt. Zurzeit werden etwa 40 Familien mit 60 Kindern betreut. Das Einzugsgebiet reicht von Fehmarn bis Lübeck. Alle Angebote sind kostenfrei.

Dank ausgefeiltem Hygienekonzept können die Gruppentreffen weiter stattfinden. Gerade die Corona-Krise wühle manches wieder auf, berichten Stienemeier-Goss und die Vereinsvorsitzende Jutta Burchard. Familien beschäftigten sich mehr als sonst üblich mit sich selbst, das Thema Tod und Trauer nehme breiteren Raum in der Öffentlichkeit ein. So seien in diesem Jahr zwei Kinder neu zu den Gruppen hinzugestoßen, bei denen der Tod des Vaters bereits fünf und sieben Jahre zurückliegt.

Die Spendenaktion – „Hilfe im Advent“

Mit der Aktion „Hilfe im Advent“ sollen Menschen unterstützt werden, die für das soziale Miteinander unentgeltlich Großes leisten: die Ehrenamtlichen.

Die diesjährige Leser-Aktion der Lübecker Nachrichten lautet: „Hilfe im Advent – Mach Gemeinschaft zum Geschenk“. Mithilfe der Freiwilligenagentur ePunkt stellen wir Menschen und Projekte vor, die sich uneigennützig im Verein, in der Nachbarschaft oder in anderen Bereichen für die Gemeinschaft stark machen. Der Verein ist mit vielen gemeinnützigen Einrichtungen in Lübeck und der Region eng vernetzt und ein Bürgerkraftwerk für soziales Engagement.

Wir bitten die Leser der Lübecker Nachrichten, helfen Sie mit Ihrer Spende das Ehrenamt zu stärken und damit vielen Menschen Hoffnung, Freude und Zuversicht zu schenken. Jeder Betrag – und sei er noch so klein –zählt.

Hier können Sie spenden:

Empfänger: ePunkt e.V. - Hilfe im Advent Ostholstein

IBAN: DE84 2135 2240 0179 2409 65

BIC: NOLADE21HOL

Bank: Sparkasse Holstein

Verwendungszweck: Spende Hilfe im Advent

Spendenbescheinigungen

Für Geldspenden bis zu 200 Euro reicht der Banknachweis als Beleg für Ihre Steuererklärung. Für alle Beträge darüber hinaus stellen wir selbstverständlich eine Spendenbescheinigung aus. Bitte geben Sie gegebenenfalls bei der Überweisung Ihren Namen und Ihre Adresse an, damit wir Ihnen die Spendenbescheinigung zusenden können.

Weitere Mittel werden benötigt

Nicht nur unter Corona-Bedingungen braucht der Verein Platz für seine Angebote. Jede Gruppen hat ihren liebevoll gestalteten Gruppenraum. Es gibt ein Tobezimmer, einen Garten. Und nun soll noch die alte Backstube ausgebaut werden. Der Verein hat vor vier Jahren das jetzige Pegasushaus, eine ehemalige Bäckerei in Pansdorf, bezogen. Die ehemalige Backstube ist der einzige Teil, der bisher nicht umgestaltet wurde. Um ihn fertigzustellen, werden noch einmal mindestens 20 000 Euro benötigt.

Weitere Informationen finden sich unter www.kasf.de. Der Verein nimmt gerne neue ehrenamtliche Trauerbegleiter auf. Sie erhalten eine professionelle Ausbildung.

Von Susanne Peyronnet