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Ostholstein Bad Schwartaus Politiker halten an Lärmschutz-Forderungen fest
Lokales Ostholstein Bad Schwartaus Politiker halten an Lärmschutz-Forderungen fest
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10:42 26.04.2019
Die Zeichen stehen auf Rot: Der Konflikt zwischen der Bahn und der Stadt Bad Schwartau in Sachen Lärmschutz schwelt weiter.
Die Zeichen stehen auf Rot: Der Konflikt zwischen der Bahn und der Stadt Bad Schwartau in Sachen Lärmschutz schwelt weiter. Quelle: IRENE BUROW
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Bad Schwartau

Im Streit um den zusätzlichen Lärmschutz bei der Hinterlandanbindung der Bahn an den geplanten Fehmarnbelttunnel bleiben Bad Schwartaus Politiker ihrer Linie treu. Unabhängig von der bereits erfolgten Übergabe des sogenannten Akzeptanzpapiers an den Parlamentarischen Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) in Berlin (die LN berichteten), plädieren die Kommunalpolitiker weiter für einen sieben Meter tiefen Trog in Bad Schwartau. Einstimmig bestätigte der Hauptausschuss ein entsprechendes Plädoyer der Stadtvertretung an das Dialogforum mit der Bitte, diese Forderung zu unterstützen. In dem Plädoyer heißt es unter anderem: „Der zur Konfliktlösung in Bad Schwartau nachweislich erforderliche sieben Meter Tiefe Trog findet jedoch weder die Zustimmung der Deutschen Bahn noch die Unterstützung des Wirtschaftsministeriums. Um einer Ausgrenzung unserer Schutzforderung vorzubeugen und um dem Zwang zu entgehen, die geforderte Maßnahme letztlich auf ein Maß reduzieren zu müssen, dass für eine Konfliktlösung tatsächlich ungeeignet ist, bedarf es der ausdrücklichen Unterstützung des Dialogforums.“ Bürgermeister Uwe Brinkmann (parteilos) soll nun dieses Plädoyer im Namen der Stadtvertretung bei der nächsten Sitzung des Dialogforums vortragen. „Das ist ein gutes Zeichen der Geschlossenheit. Es zeigt auch, dass wir nicht über jedes Stöckchen, was uns die Bahn hinhält, springen“, erklärt Brinkmann.

Gutachten zur Lärmschutzwirkung steht noch aus

Die von Bahn, Land und Mediatoren favorisierte Lösung sieht eine Tieferlegung der Gleise vor, deren tiefste Stelle im Bereich Marienholm bei 3,20 Meter liegen soll. „So lange uns dazu keine genauen Zahlen zur Lärmschutzwirkung vorliegen, ist dieser Vorschlag nicht entscheidungsreif. Wir haben bereits einen Gutachter beauftragt“, erklärt Brinkmann und bekommt dafür von der Selbstverwaltung Rückendeckung. Carsten Dyck (CDU): „Bei dem derzeitigen Sachstand gibt es keine Diskussionen. Es fehlen Informationen und so lange das so ist, werden wir bei unseren bisherigen Forderungen bleiben.“ Laut Bahn-Sprecher Peter Mantik habe die Bahn alles geliefert, was sie habe liefern können. Allerdings habe die Stadt Bad Schwartau der Bahn auch untersagt, auf städtischen Grundstücken Baugrunduntersuchungen vorzunehmen, die für einige Berechnungen sinnvoll wären.

Vor dem Tanz in den Mai zur Info-Veranstaltung

Dass die Stimmung zwischen Bahn und der Stadt Bad Schwartau mehr als nur gereizt ist, zeigt sich auch bei einem anderen Thema. Die Bahn hat nämlich Anlieger schriftlich zu einem Informationsabend in die Gaststätte Marienholm eingeladen. Termin ist am Dienstag, 30. April, von 17 bis 20 Uhr. „Der Termin ist äußerst unglücklich. Viele wollen an dem Abend doch in den Mai tanzen“, erklärt Dyck. Bürgermeister Brinkmann ist zudem verwundert, dass er keine Einladung bekommen habe. „Ich frage mich auch, auf welcher Grundlage die Bahn die Anwohner informieren will“, sagt Brinkmann. Bahn-Sprecher Mantik kann die Kritik überhaupt nicht nachvollziehen. „Wir werden ja auch nicht zu jeder Bauausschusssitzung oder Stadtvertretung in Bad Schwartau eingeladen“, sagt Mantik. Grundsätzlich seien aber nicht nur die 403 angeschriebenen Haushalte willkommen. Der Termin am 30. April sei aus Sicht der Bahn ein sehr guter. „Die Osterferien sind gerade vorbei und am späten Nachmittag vor einem Feiertag haben viele Leute Zeit. Wer zum Tanz in den Mai gehen möchte, geht ohnehin meist erst um 21 Uhr und da ist die Info-Veranstaltung schon lange beendet“, hält Mantik dagegen.

Info-Abend der Bahn am Dienstag

Der Infoabend für Anlieger und Interessierte der Bahn zum Thema Lärmschutz findet am Dienstag, 30. April, statt. Treffpunkt ist um 17 Uhr die Gaststätte „Marienholm“ Kaltenhöfer Straße 1. Die Bahn will folgende Fragen besprechen: Wie ist der Stand der Planung? Was verbirgt sich hinter der Bundestagsbefassung? Was fordert die Stadt? Was ist die gesetzliche Variante des Ausbaus? Welche Wirkung und Folgen haben Trog-Lösungen?Die Veranstaltung soll etwa drei Stunden dauern.

Sebastian Prey