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Ostholstein Hotels und Herbergen im alten Eutin
Lokales Ostholstein Hotels und Herbergen im alten Eutin
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19:29 26.02.2019
„Witt's Gasthof" – neben dem Weber-Haus – wurde 1854 eröffnet. Im Juli 1927 wurde dort eine 42 Meter lange Bundeskegelbahn eingeweiht. Quelle: Bürgergemeinschaft (Repro)
Eutin

Sommerfrischler, Durchreisende, Burschenschaften, Kegel- und Sparklubs, Lesegesellschaften, Vereine und Gilden – sie alle verweilten in den Hotels, Gasthäusern und Krügen im früheren Eutin. 13 Hotels und 55 Gastronomiebetriebe soll es zu Hochzeiten in der Stadt und im fußläufigen Umfeld gegeben haben. Die Bürgergemeinschaft Eutin hat sich für ihren Kalender 2020 mit der Gaststättenkultur befasst und aus ihrem Archiv kleine fotografische Perlen zutage gefördert.

Eutiner Stadtgeschichte in 338 Portionen

Zum 39. Mal ist der Kalender jetzt erschienen. Anfänglich zeigten die einzelnen Blätter Federzeichnungen bereits abgerissener oder vom Abriss bedrohter Häuser. Seit 1995 heißt das Motto des Jahresbegleiters „Eutin in alten Ansichten“. In dieser Form liegt der Kalender zum 26. Mal vor. Zwölf Monate plus Deckblatt mal 26 – das sind 338 Kapitel Eutiner Stadtgeschichte. Denn auf der Rückseite der historischen Ansichten gibt es stets umfassende Erläuterungen zu den Aufnahmen in Schwarz-Weiß und Sepiabraun.

Regine Jepp, Karlheinz Jepp (l.) und Karl August Albers stellen stolz ihren Kalender 2020 vor. Quelle: HFR/Bürgergemeinschaft

So erfährt der Kalenderkäufer zum Beispiel , dass das „Hotel zum Uklei“ in Sielbeck (steht aktuell vor dem Abriss) in seiner Anfangszeit – es wurde 1890 eröffnet – in den ersten zwölf Jahren keinen Alkohol an seine Gäste ausschenken durfte. Die Gäste mussten mit Milch, Selters, Kaffee und Tee vorliebnehmen.

Brauer entnahmen Wasser aus dem Stadtgraben

Was heute die Konzession ist, nannte man früher Kruggerechtigkeit. Kleinere Wirtschaften erhielten vom jeweiligen Grundherrn häufig nur die Genehmigung auszuschenken, größere hingegen besaßen oft auch Brenn- und Braurechte. In Eutin habe es einst mehrere Brauereien gegeben, berichtete Regine Jepp, Sprecherin der Bürgergemeinschaft, bei der offiziellen Vorstellung des neuen Kalenders. Das Wasser dazu wurde dem Stadtgraben entnommen. „Da war schon wichtig, an welcher Stelle die Brauerei lag. Denn im Stadtgraben wurde auch Wäsche gewaschen und das Vieh getränkt, außerdem diente er als Kloake“, so Jepp.

So sah es in Eutin in früheren Zeiten aus

Ein „genialer Touristiker“ sei August Holzbach, Direktor des Voss-Hauses und Pächter des „Gasthauses zum Uglei“ gewesen, erzählte Regine Jepp. Er habe kurz nach 1890 Porzellan und Gläser mit dem Schriftzug „Mit Grüßen vom Ukleisee“ versehen lassen und so Urlaubsmitbringsel kreiert. Auch für einen eigenen Poststempel habe er gesorgt.

Kegelvereine hatten großen Zulauf

In den 1920er Jahren habe es in Eutin 20 Gastwirtschaften gegeben, in denen sich Sparklubs gegründet hätten. Noch populärer sei das Kegeln gewesen, sagte die Sprecherin der Bürgergemeinschaft. In Eutin gab es Bahnen im Neudorf Hof, im Gasthaus Wittenburg und in „Witt’s Gasthof“, ehemals Lübecker Straße (neben dem heutigen Weber-Café). Die Vereine trugen Namen wie „Fidele Brüder“, „Bahn frei!“, „Ruhig Blut“ oder „Feuchte Kugel“ (die Kugeln wurden mit Bierschaum benetzt).

Kalender-Gewinn fließt in Eutiner Projekte

Der Kalender „Eutin in alten Ansichten“ ist ab sofort bei LMK und der Buchhandlung Hoffmann in Eutin erhältlich. Er kostet zwölf Euro. Mit dem Gewinn aus dem Verkauf unterstützt die Bürgergemeinschaft Eutin lokale Projekte. Das war zuletzt beispielsweise die Sanierung der Eutiner Mühle „Moder Grau“, für die der Verein 8000 Euro zugeschossen hat.

Bei der Vorstellung des Kalenders erhielt als einer der ersten Kreispräsident Harald Werner (CDU) ein Exemplar. „Ich kenne keine Stadt oder Gemeinde, die mit so einer Idee und Umsetzung aufwarten kann. Ihr habt Geschichte zum Anfassen aufbereitet. Das ist Arbeit, getrieben von Leidenschaft, Wissbegierigkeit und Freude. Dafür von Herzen meinen Dank“, sagte Werner an Regine und Karlheinz Jepp (gemeinsam verantwortlich für die Texte) und Vorstandsmitglied Karl August Albert gerichtet. Für Bürgermeister Carsten Behnk (parteilos) ist der Kalender „ein alter Vertrauter und ein wichtiges Mitbringsel der Stadt. Es ist toll, dass ihr immer wieder Themen findet, die sich durch den ganzen Kalender ziehen“, lobte der Bürgermeister.

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