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Ostholstein Im Schatten der Festspiele
Lokales Ostholstein Im Schatten der Festspiele
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23:16 16.08.2018
In einem hölzernen Turm hat Marvin Stahnke sein „Kontrollzentrum“.
Eutin

Rund 120 Lampen rücken die diesjährigen Aufführungen „La Traviata“ und „My Fair Lady“ ins richtige Licht. Die Mitarbeiter, die dafür die Verantwortung tragen, bleiben wortwörtlich im Dunkeln. Einer von ihnen ist Marvin Stahnke. Schon seit sechs Jahren arbeitet er während der Sommerferien bei den Eutiner Festspielen – als Teil eines insgesamt fünfköpfigen Lichtteams. „Das Lichtkonzept wird im Vorfeld vom Lichtdesigner erarbeitet“, erklärt Stahnke. Wenn das Konzept steht, programmieren er und seine Kollegen die einzelnen Lichtszenen. Und zwar in der Nacht: „Sonst würden wir ja nicht sehen, wie es im Dunkeln aussieht.“

Wenn bei „My Fair Lady“ der Dirigent auftritt, hat Marcel Nimke (20) seinen ersten Einsatz. Dann heißt es „Spot an“. Ein paar Meter weiter sitzt Marvin Stahnke in einem kleinen hölzernen Turm vor zwei Bildschirmen. Von dort steuert der 21-Jährige sämtliche Lichtszenen bei den Eutiner Festspielen. Verantwortungsvolle Jobs, wo nichts schiefgehen darf.

Nächste Aufführungen

My Fair Lady wird heute um 19 Uhr sowie am Mittwoch, 22. August, um 19 Uhr gespielt.

La Traviata wird am Sonnabend, 25. August, um 19 Uhr gespielt. Karten unter: www.eutiner-festspiele.de

Auch die Infrastruktur, also den Lampenaufbau und die Kabelführung, übernimmt Marvin Stahnke. An Aufführungstagen hat er dann seine Routine: Zwei Stunden vor Beginn gibt es einen Lichtcheck, bei dem alle Lampen geprüft werden. „Während der Aufführung muss ich die einzelnen Lichtszenen abfahren“, sagt er. Die heißen dann „Kneipe“, „Markt“ oder „Wunderschön“ und stehen für spezielle Lichtkompositionen passend zur Szene auf der Bühne. Wann das soweit ist, sagt ihm per Headset ein Inspizient ins Ohr. Ein Auge auf die Bühne muss der 21-Jährige aber auch selbst haben, „um zu sehen, ob alles funktioniert“.

Das Schlimmste war ein Publikum im Nebel

Probleme, erzählt Marvin Stahnke, habe es eigentlich noch nie gegeben. Eigentlich: Vor fünf Jahren war aber doch Mal was: „Alle LED- Lampen haben eine Adresse“, sagt er. „Zum Beispiel Adresse 1.“ Und dann habe es da diese Nebelmaschine gegeben, deren Adresse vertauscht wurde – und zwar mit einer Lampe, die fast in jeder Szene leuchten sollte. Das Ergebnis: „Nebel ohne Ende, das ganze Publikum saß im Nebel.“ Im Nachhinein ein heiterer Abend, „zumal wir das zügig im Griff hatten“.

Festspiele sind wie eine große Familie

Miteinander lachen und Erfolge feiern, das mache das Team der Eutiner Festspiele aus, meint Marvin Stahnke. Mit 15 Jahren war er zum ersten Mal Teil des Lichtteams – und seither immer wieder. Während seine Mitschüler die sechswöchigen Sommerferien genossen, hatte Marvin Stahnke stets ungefähr nur eine Woche Urlaub. Ein Problem hat der Abiturient damit nicht, im Gegenteil: „Ich wüsste gar nicht, was ich mit der ganzen Zeit anfangen soll. Außerdem gibt es nichts Besseres, als hier zu arbeiten, die Festspiele sind wie eine große Familie.“

Das sieht auch sein Kumpel und Kollege Marcel Nimke (20) so: Von Stahnke angeheuert, arbeitet Nimke als „Verfolger“. Er steuert also einen von zwei Spots am oberen Ende der Tribüne. Dabei sitzt er die gesamte Vorstellung über auf einem harten Brett. Oder besser, er saß: Denn zu dieser Saison hat sich Marcel Nimke Kissen auf dem Brett festgeschraubt. Eingebracht hat ihm das einen bequemeren Arbeitsplatz – und den Spitznamen „Prinzessin auf der Erbse“.

Genau wie Marvin Stahnke möchte auch Nimke in den nächsten Jahren weitermachen. Obwohl jetzt beide in einer anderen Stadt ein Studium aufnehmen werden. Nimke: „Die Atmosphäre ist einfach toll.“ Und dann sind da ja noch die Stücke. „Mittlerweile höre ich sogar gerne zu“, sagt Marcel Nimke lachend. „Und nach jeder Aufführung haben wir einen Ohrwurm“. Beim Musical „My Fair Lady“ sei das „Heute mach ich Hochzeit“, sagt Marvin Stahnke: „Das ist so ein geiles Lied.“ Ein Satz, den der junge Mann ohne seinen Job wahrscheinlich nie gesagt hätte.

Luisa Jacobsen

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