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Ostholstein Im Streit um den Knickschutz verhärten sich die Fronten
Lokales Ostholstein Im Streit um den Knickschutz verhärten sich die Fronten
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22:16 23.07.2013
Zur Hecke zusammengeschlegelt: So sehen nach Beobachtungen des Nabu viele Knicks in Ostholstein aus. Quelle: Foto: Juhnke/Nabu
Eutin

Der ohnehin schon raue Ton in der aktuellen Debatte um den neuen Knickerlass des Landesumweltministeriums (die LN berichtenen) nimmt an Schärfe noch zu. Als völlig substanzlos und an Dreistigkeit nicht mehr zu überbieten bezeichnet jetzt der Naturschutzbund (Nabu) Eutin die Kritik des Bauernverbands an den neuen Regelungen zum Knickschutz, in denen unter anderem ein Mindestabstand zwischen bewirtschafteten Flächen und Knicks festgelegt wird.

Eine Verschärfung des Knickschutzes sei lange überfällig gewesen, sagt der Nabu-Vorsitzende Oscar Klose. „Viele Knicks sind in den vergangenen Jahren derart malträtiert worden, dass sie heute so mancher kurzgeschorenen Gartenhecke Konkurrenz machen können. Die ehemals landschaftstypischen, wertvollen Eichenüberhälter enden zunehmend im Ofen. Wir begrüßen, dass der Umweltminister endlich die Notbremse gezogen hat, hätten uns aber in einigen Punkten noch weitreichendere Bestimmungen vorstellen können.“

Geradezu lächerlich sei es, wenn die Landwirtschaftslobby so tue, als wären weitere Regelungen nicht erforderlich und sich als die „wahren Naturschützer“ bezeichnet, heißt es in der Stellungnahme.

Der Artenschwund in der Agrarlandschaft schreite unaufhörlich voran, worüber sich Fachleute aller Disziplinen einig seien.

„Natürlich gehen viele Landwirte sorgsam mit den Knicks um“, räumt der Nabu-Vorsitzende ein. Die Tatsache, dass aber auch von Vertretern der Landwirtschaft hinter vorgehaltener Hand zugegeben werde, dass vielfach zu rabiat mit den Knicks umgegangen worden sei, spreche jedoch für sich und zeuge von deutlichem Handlungsbedarf.

Ein „eigenartiges Verständnis von Recht und Gesetz“ attestiert der Nabu denjenigen, die zu Straßenblockaden und zu einem großflächigen Auf-den-Stock-setzen aufrufen. Wörtlich heißt es:

„Wer üppige Agrarsubventionen der EU erhält, sollte sich ganz besonders an die rechtsstaatlichen Regeln halten, anstatt Krawall zu provozieren.“ Ein Subventionsbezug ohne den Erhalt naturnaher Landschaftsstrukturen sei EU-rechtlich ohnehin nicht mehr möglich. Der Protest der Bauern laufe schon vor diesem Hintergrund völlig ins Leere, so Klose. Die von der Landwirtschaftslobby dramatisch als „Enteignung“ bewerteten Einschränkungen hält er für an den Haaren herbeigezogen. Der nicht zu bewirtschaftende 50 Zentimeter-Abstand sei vielfach nur eine Kompensation dessen, was in der Vergangenheit vom Knickfuß bereits abgepflügt worden sei.

Auch die Kritik gegen den 70- Grad-Winkel beim seitlichen Einkürzen weist der Nabu zurück: Wer damit nicht zurechtkomme, dürfe auch senkrecht hochschneiden, wobei allerdings ein Abstand von einem Meter zum Wallfuß einzuhalten sei, um den Knickbewuchs nicht wieder zu sehr auszudünnen.

LN

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