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Ostholstein Immenhof: Alter Glanz kehrt zurück
Lokales Ostholstein Immenhof: Alter Glanz kehrt zurück
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23:12 11.07.2017
Im Jahr 1361 ist ein „Hof namens Rodesand mit der Gremsmühle“ erstmals urkundlich erwähnt. Das alte Torhaus und alle anderen Gebäude werden nun saniert. Quelle: Beke Zill
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Statt Pferden und Ferienkindern laufen derzeit Bauarbeiter über das Areal und packen in jedem der Gebäude kräftig an. Den Überblick behält Projektleiter Ole Marxen, der „nonstop“ im Dienst ist, damit die Hotel- und Ferien-Anlage nach Immenhof-Vorbild im Frühjahr 2019 fertig ist.

Klicken Sie hier, um zahlreiche weitere Eindrücke von en Bauarbeiten auf dem Immenhof zu sehen.

„Wir sind echt schnell." Ole Marxen, Projektleiter

„Das ist eine Riesenaufgabe“, sagt Marxen, der sich auf dem mit Baggern, Kränen, Sandbergen, Bauwagen und Arbeitsmaterial vollgestellten Innenhof umschaut. Er habe mit allen Facetten des Baus zu tun.

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Mehr als 20 Firmen aus der Region muss er koordinieren. Sie sorgen dafür, dass jedes Haus so saniert wird, wie es früher einmal ausgesehen hat. Weil der langjährige Besitzer Artur Nörenberg in den 60er Jahren alle Fassaden weiß streichen ließ, wurde nun „jeder einzelne Stein abgeschliffen und alle Fugen ausgekratzt“, erklärt Marxen die mühevolle Kleinarbeit. Fehlende Steine wurden extra farblich nachgebrannt. „Das macht eigentlich keiner, das war echt der Knaller.“ Auf die Dächer kommen sogar die historischen Tonpfannen. „Der Charakter des Hofes soll wieder hergestellt werden“, erklärt der Baustellen-Chef. Derzeit werde an jedem Gebäude gearbeitet. Die größte Herausforderung liegt allerdings schon hinter den Bauarbeitern. „Jedes Gebäude musste neu gegründet werden“, berichtet Marxen. Alle Neubauten mussten aufgrund des Grundwasserspiegels von 1,40 Metern auf Pfähle gebaut werden, die zehn Meter in die Tiefe reichen. Inzwischen ist das Torhaus vor der langen Allee völlig entkernt, in den beiden Flügeln nehmen die Familienzimmer mit See- und Koppel-Blick Form an. In der ehemaligen Kornscheune steht bereits die zentrale Heizungsanlage mit einem Megawatt Leistung.

Herrenhaus: 12 Hotelzimmer, Restaurant, Bar, Weinkeller, Küche.

Verwalterhaus: 6 Hotelzimmer.

Torhaus mit Flügel: 23 Familienzimmer.

Neubau: Rezeption, Verwaltung, Hofladen.

Scheune: Freizeit-Raum, Technik, Ponystall, Hofladen.

Melkhus: Restaurant mit Außenterrasse, Veranstaltungssaal, Küche.

Pferdestall: 4 große Hotelzimmer, Wellness, Hofladen.

25 Prozent des eigenen Stroms wird in Blockkraftwerken selbst produziert. Nebenan werden Ponys ein neues Zuhause finden, die beheizten Tränken hängen schon. Ein großes Tor führt auf die Weide. „Zum Immenhof gehören Ponys dazu“, sagt Ole Marxen. Fürs Ponyreiten entstehe im Innenhof einer der schönsten Ponyplätze, sagt der Baustellen-Chef begeistert. Gerade werde auch die Reithalle saniert, daneben ist noch ein Reitstall geplant. „Gäste können ihre Pferde auch mitbringen.“

Im alten Herrenhaus sind indes schon die Putzer im Gange. Was im alten Melkhus entsteht, findet Marxen besonders beeindruckend. „Das ist schon irre“, beschreibt er den Veranstaltungssaal mit Platz für bis zu 350 Gäste und einer zwölf Meter hohen Deckenkonstruktion sowie das Restaurant und die Terrasse mit 165 Plätzen, die im ehemaligen Kuhstall mit Blick auf den Kellersee entstehen.

Die Arbeiten kommen jedenfalls gut voran. „Wir sind echt schnell dafür, dass alles von Grund auf neu hochgezogen wird.“ Noch zwei Jahre, dann endlich weichen Bauarbeiter und Bagger Pferden und Feriengästen.

 Beke Zill

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