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Ostholstein Immer mehr Patienten in Notaufnahmen: Das sind die Gründe
Lokales Ostholstein Immer mehr Patienten in Notaufnahmen: Das sind die Gründe
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06:21 28.08.2019
Die Notaufnahme der Schön-Klinik Neustadt wird immer häufiger von Patienten und Rettungsdiensten angefahren. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Neustadt/Timmendorfer Strand

Knochenbrüche, Sonnenbrände, Herzprobleme, Schlaganfälle, Magen-Darm-Erkrankungen – die Gründe für einen Krankenhausaufenthalt sind vielfältig. Das war schon immer so. Neu ist, dass die Zahl der Patienten, die in einer Notaufnahme im Kreis Ostholstein ankommen, kontinuierlich steigt. Dr. Peter Radke, Chefarzt für Innere Medizin und Kardiologie der Schön-Klinik in Neustadt, spricht von einer Zunahme, die er so noch nicht erlebt habe.Sowohl die Schön-Klinik, als auch die Sana-Klinik in Oldenburg haben deshalb zuletzt neues Personal eingestellt.

„Je später der Tag, desto mehr Patienten“: Mit diesen Worten beschreibt Dr. Jörg-Peter Stock, Oberarzt an der Schön-Klinik, den Wandel, den er vor allem in den ersten Monaten dieses Jahres beobachtet hat. „Wir haben eine deutliche Zunahme. Im Vergleich zum Vorjahr zählen wir zehn bis 15 Prozent mehr Patienten. Am späten Nachmittag, am Abend und in der Nacht sind es 30 bis 50 Prozent.“ Jährlich würden bislang rund 28 000 Menschen in der Notaufnahme versorgt – Tendenz steigend.

Karte zeigt Krankenhäuser in Ostholstein

Extra-Notarzt-Stelle in Timmendorfer Strand

Etwa 200 000 Menschen leben aktuell in Ostholstein. Rechnet man Urlauber und Tagesgäste hinzu, sind es noch viel mehr. Parallel dazu nimmt die Zahl der Rettungsfahrten zu. Kräfte von Malteser, DRK, Johanniter und ASB sind rund um die Uhr im Einsatz. Hinzu kommen Notärzte. Eine Extra-Stelle wird jedes Jahr von Mai bis September in Timmendorfer Strand geschaffen. Ziel ist es, in Notfällen schnell vor Ort zu sein. „Außerhalb der Saison kommt der Notarzt aus Neustadt oder Bad Schwartau“, sagt Dr. Wolfgang Eichler, Chefarzt der Schön-Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin. Er koordiniert die Rettungswache in Timmendorfer Strand.

Einen Einblick in die Notaufnahme
liefert diese Multimediareportage aus Lübeck.

Eine Besonderheit ist, dass ein Großteil der Notärzte ihren Dienst nur für wenige Tage in dem Ostsee-Ort ausübt. „Sie melden sich freiwillig und reisen aus halb Deutschland an“, sagt Eichler (lesen Sie hier, warum ein Kölner Intensivmediziner seinen Urlaub als Arzt in Timmendorfer Strand verbringt). Nicht wenige würden so Arbeit und Urlaub miteinander verbinden. Je 24 Stunden gebe es fünf bis sechs Einsätze. „Die Zahl rechtfertigt es, den Notarzt vorzuhalten. Das hat sich bewährt. Zudem kommt dieser auch am Nordrand von Lübeck zum Einsatz“, erläutert Eichler.

So entwickelt sich Ostholsteins Bevölkerung

Immer mehr alte Menschen leben im Kreis

Nach Angaben von Dr. Peter Radke gibt es im Sommer – wenig überraschend – mehr Patienten aufgrund von Badeunfällen und in Folge von Hitze. Erst vor wenigen Wochen starben vier Menschen nach einem Bad in der Ostsee. Ein weiterer Grund für mehr Notfälle sei, dass immer mehr ältere Menschen in Ostholstein leben und Urlaub machen würden.

Artikel aus dem Gesundheitsstandort Ostholstein

Die LN berichten regelmäßig über die Versorgung von Patienten, über die Suche nach Mitarbeitern sowie bauliche Veränderungen im Bereich der Gesundheitsversorgung im Kreis Ostholstein. Hier ein paar Beispiele:

Die Oldenburger Sana-Klinik erhöht die Zahl der Betten. Auslöser war unter anderem massive Kritik von Rettungssanitätern.

Das Land fördert die Inselklinik:
Pro Jahr soll es 400 000 Euro geben.

Nur noch eine Klinik für Ostholstein?
Darüber wird immer wieder diskutiert.

Krankenschwestern stehen häufig unter Druck:
Deshalb gab es diesen Appell zweier Krankenschwestern aus Neustadt.

Sana hat 2017
die Oldenburger Klinik modernisiert.

In Neustadt wurde
vor einigen Jahren ein OP-Neubau eröffnet.

Viele Patienten werden nicht stationär aufgenommen

Hinzu kommt, dass Patienten gezielt Notaufnahmen ansteuern, anstatt zum Hausarzt zu gehen. „Urlauber kennen die Ärzte nicht. Einige sagen, dass sie in der Notaufnahme nicht so lange warten müssten“, sagt Dr. Jörg-Peter Stock. Ob, das stimmt, kann der Oberarzt nicht genau sagen. Er weist aber darauf hin, dass Menschen mit schweren Erkrankungen und Verletzungen stets Vorrang hätten. Auffallend ist laut Peter Radke, dass unter der Woche etwa 30 und an den Wochenenden rund 50 Prozent der Patienten lediglich ambulant versorgt würden.

Lesen Sie auch:
Sana setzt auf mehr Betten in Oldenburg.

Von Sebastian Rosenkötter

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