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Ostholstein Trinkwasserspender werden an Schulen immer beliebter
Lokales Ostholstein Trinkwasserspender werden an Schulen immer beliebter
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13:21 29.09.2019
Die Trinkwasserspender in der Eutiner Johann-Heinrich-Voß-Schule sind seit Jahrzehnten in Betrieb. Auch Leonie und Thies nutzen die Brunnen. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Neustadt

Das Neustädter Küstengymnasium hätte sie gerne, die Eutiner Johann-Heinrich-Voß-Schule hat sie bereits und die Berufliche Schule in Oldenburg hält sie für nicht notwendig: Die Rede ist von Trinkwasserspendern. Damit Kinder und Jugendliche stets ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen und seltener zu Limonade und Energydrinks greifen, planen weitere Schulen die Einführung.

Die Zahl der Schulen, die bislang Wasserspender im Einsatz haben, ist im Kreis Ostholstein noch überschaubar. Schulrat Thomas Panten weiß von vier Einrichtungen: die Grund- und Gemeinschaftsschulen in Ahrensbök und Timmendorfer Strand, das Oldenburger Förderzentrum Kastanienhof sowie die Achim-Bröger-Grundschule in Sereetz. Hinzu kommt noch die Eutiner Johann-Heinrich-Voß-Schule, an der es ein paar ganz spezielle Exemplare gibt. Zudem wurde erst vor wenigen Tagen ein Wasserspender an der Malenter Gemeinschaftsschule in Betrieb genommen (siehe Infokasten).

Das Schülerprojekt „Klimafreundliche Schule“

Die Gemeinschaftsschule an den Auewiesen in Malente hat jetzt einen Wasserspender. Angeschoben wurde das Projekt von sieben Schülern im Rahmen der AG „Klimafreundliche Schule“. Ziel sei es gewesen, die Zahl der Einwegplastikflaschen zu reduzieren. „Und so wurde die Idee des Wasserspenders geboren, wurden Preise eingeholt, Sponsoren gesucht, entschieden welche Flasche nun die Auewiesen-Mehrweg-Flasche werden soll“, sagt Schulkoordinatorin Christine Duggen und betont, dass die Umsetzung fast ein Dreivierteljahr gedauert habe.

Folgende Projekte sollen folgen: ein Tauschregal, ein oder mehrere Solarfelder, ein Bäume-Aufforstprojekt und gemeindeübergreifende Müllsammelaktionen.

Hier können Bürger ihre Wasserflaschen auffüllen

Brunnen versorgen Schüler seit mehr als 100 Jahren

Die Eutiner Schulleiterin Tanja Dietrich spricht von einer Besonderheit und meint damit die denkmalgeschützten Jugendstil-Trinkbrunnen, welche sich auf allen drei Etage des Hauptgebäudes befinden. In den Pausen nutzen zahlreiche Schüler diese Möglichkeit, ihren Durst zu stillen. „Ergänzend steht mittags in unserer Mensa frisches Wasser auf allen Tischen. Vormittags können in unserer von Eltern betriebenen Cafeteria weitere Getränke zum Selbstkostenpreis erworben werden. Insofern sind wir sicher, dass alle mit ausreichend Flüssigkeit versorgt werden – trinken müssen die Kinder allerdings noch selbst“, sagt Dietrich.

So sieht einer der mehr als 100 Jahre alten Trinkwasserbrunnen an der Johann-Heinrich-Voß-Schule in Eutin aus. Quelle: HFR

Wasserspender sollen mit Neubau nach Neustadt kommen

Von einer Situation wie dieser kann der Schulleiter des Neustädter Küstengymnasiums nur träumen. Die Zeit seines Schulgebäudes in der jetzigen Form nähert sich dem Ende. Es soll ab 2020 (frühestens) für rund 26,5 Millionen Euro saniert werden. „Die Schülervertretung wünscht sich ebenso wie die Schule als Ganzes Wasserspender. Idealerweise wären diese – auch aus Hygienegründen – Teil des Baukörpers, also fest mit den Wasserleitungen verbunden“, sagt Karsten Kilian. Er hofft, dass die Spender Bestandteil des neuen Gebäudes werden. Zudem betont er, dass die Schüler sich in der Mensa Getränke holen können und dass die Jugendlichen auch die Wasserhähne nutzen würden.

Auch an der Arnesboken-Schule in Ahrensbök gibt es Trinkwasserspender – und das schon seit 2010. Quelle: HFR

Einen Schritt weiter ist man an der Arnesboken-Schule in Ahrensbök. Hier gibt es die Wasserspender seit dem Jahr 2010. „Mit dem Bau unserer großen Mensa, die nicht nur unsere Schüler, sondern auch die umliegenden Kindergärten mit Speisen versorgt, wurde der Wasserspender mit angeschafft“, sagt Schulsekretärin Maren Papenfuß. Die Schüler würden ihre Gläser zum Teil zwei- bis dreimal auffüllen.

Der Kreis kontrolliert die Hygiene

Ostholsteins Schulrat Thomas Panten stellt klar, dass es Regeln und Vorschriften gibt, die in puncto Trinkwasserspender eingehalten werden müssen. Besonders wichtig sei es, die Keimfreiheit des Wassers zu gewährleisten. „Das Gesundheitsamt und der Bereich Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit des Kreises überwachen die Anlagen. Von Vorteil ist es, wenn sich die Schulträger vor der Installation mit den Ämtern in Verbindung setzen, um eine dauerhafte Qualitätsprüfung sicher zu stellen“, verdeutlicht Panten.

Diese Schulen wollen Wasserspender

Wasserspender könnte es in Zukunft auch an der Grundschule Neustädter Bucht sowie am Oldenburger Freiherr-vom-Stein-Gymnasium geben. An Letzterem ist André Bigott als Schulleiter aktiv. Er sagt: „Im Zuge einer Projektwoche des neunten Jahrganges im letzten Jahr wurde unter anderem ein Konzept entwickelt, es wurden Sponsoren gesucht und gefunden. Leider musste das meines Erachtens sehr sinnvolle Vorhaben wegen der baulichen Situation in der Mensa zunächst verschoben werden. Einen alternativen Standort gibt es nicht.“ Damit die Schüler dennoch ausreichend trinken, würden insbesondere die Sportlehrkräfte „wiederholt und ständig auf die Notwendigkeit der Flüssigkeitsaufnahme über das gesamte Jahr hinweg“ hinweisen.

Die Schule ist nicht verantwortlich

Einen anderen Weg bei der Versorgung mit Trinkwasser haben die Grundschulen in Göhl, Gremersdorf, Neukirchen und Wangels gefunden. Michael Robien, Amtsvorsteher Amt Oldenburg-Land, teilt mit, dass bei Bedarf „immer ausreichend Mineralwasser in den Schulküchen zur Verfügung“ stehe.

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Anders sieht es an der Grömitzer Grundschule aus. Leiter Lars Gallowsky sagt, dass nicht geplant sei, Wasserspender anzuschaffen. „Für die Mitnahme von ausreichend Getränken sind die Eltern verantwortlich. Für durstige Schüler steht im Notfall der Wasserhahn zur Verfügung.“ Ähnlich äußert sich Jan Warnecke, stellvertretender Schulleiter der Warderschule Heiligenhafen. Das Fehlen von Spendern sei bislang nicht als Problem wahrgenommen worden. Und auch an der Beruflichen Schule in Oldenburg wird man wohl auch in Zukunft auf die Versorgung verzichten. Schulleiter Michael Gülck erklärt dies mit hygienischen Gründen und sagt, dass die Schüler fast erwachsen seien und diese Verantwortung selbst tragen müssten.

Von Sebastian Rosenkötter

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