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Ostholstein Immer weniger Ostholsteiner ohne Arbeit
Lokales Ostholstein Immer weniger Ostholsteiner ohne Arbeit
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18:54 04.01.2019
Der Tourismus erweist sich in Ostholstein immer mehr als Jobmotor. Mittlerweile bietet er längst nicht nur in der Hauptsaison vielen Menschen Arbeit. Quelle: Astrid Jabs
Ostholstein

Bei der Quote steht vorne die Zahl 5. Ein hervorragender Wert für Ostholstein, sagt Landrat Reinhard Sager (CDU). Ende November war es sogar eine glatte 5,0, die die Arbeitslosenquote im Kreis beschrieb. „Solche Werte haben wir jahrelang nicht gehabt“, freut sich Sager, der diese positive Entwicklung nicht nur auf die allgemeine Konjunktur, sondern auch auf die regionalen Bemühungen in Sachen Wirtschaftsförderung zurückführt. Auffällig dabei: Vor allem der Kreisnorden profitiert von der positiven Entwicklung.

„Der weitere Rückgang von Jahr zu Jahr zeigt deutlich, dass die Beschäftigung angestiegen ist. Wir haben jetzt knapp 71 000 sozialversicherungspflichtige Jobs in Ostholstein“, sagt Sager. Das hat auch positive Auswirkungen für manchen Arbeitslosen und vor allem für Langzeitarbeitslosen. Wer innerhalb von zwei Jahren 16 Monate lang eine versicherungspflichtige Festanstellung hatte, fällt bei erneuter Arbeitslosigkeit nicht mehr in Hartz IV, sondern bekommt wieder Arbeitslosengeld.

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Ein Anstieg, der ein Erfolg ist

Das ist nach Angaben der für Ostholstein zuständigen Agentur für Arbeit Lübeck einer der Gründe für den Anstieg der Arbeitslosigkeit von Dezember 2018 auf Januar 2019 von 10,4 Prozent, das sind 541 Betroffene. „Das liegt unter anderem daran, dass nach mehreren Saisonbeschäftigungen ein Anspruch auf das Arbeitslosengeld I erworben werden konnte und nun die Betreuung durch die Arbeitsagentur erfolgt“, heißt es. Zwar wurden auch im für Hartz IV zuständigen Jobcenter im Vergleich zum Vormonat 17 (plus 0,6 Prozent) mehr Arbeitslose betreut, im Gegensatz zum Januar 2018 waren es aber 235 (7,1 Prozent) weniger.

Eine Entwicklung, die Karl-Hermann Paulsen, stellvertretender Geschäftsführer des Jobcenters Ostholstein, neben der Konjunktur auf die vielfältigen Bemühungen seiner Behörde zurückführt. So fördert das Jobcenter Ostholstein mehr als andere in der weiteren Umgebung die Mobilität der Arbeitslosen, in dem es ihnen einen Gebrauchtwagen finanziert. „Wir leben davon, dass wir viel Saisonbetrieb haben, der ist nicht kompatibel mit dem Öffentlichen Nachverkehr“, sagt Paulsen und berichtet, die Pkw-Förderung sei ein Erfolgsrezept von erheblicher Größenordnung. „Es ist ein gutes Investment. 90 Prozent derer, die wir so unterstützt haben, hatten ein Jahr danach noch eine Arbeit.“

Fachkräfte dringend gesucht

Einen nicht unerheblichen Anteil am Rückgang der Arbeitslosenzahlen hat die Konjunktur. Betriebe suchen händeringend Fachkräfte. Bekommen sie keine, unternehmen die Firmen selbst ebenso wie das Jobcenter Bemühungen, Mitarbeiter einzuarbeiten oder anzulernen. Das kann sogar gefördert werden. Vor allem die Gastronomie und Hotellerie suchen Mitarbeiter. „Der Tourismus spielt eine große Rolle“, sagt der Landrat. Öffentliche Mittel hätten viele private Investitionen nach sich gezogen. Deshalb sei der Anstieg der Beschäftigung vor allem im Nordkreis mit seinen vielen neuen Hotels feststellbar. Auch die Gewerbeflächen- und Ansiedlungspolitik des Kreises und seiner Entwicklungsgesellschaft und der Ausbau der Gesundheitswirtschaft spielten eine wichtige Rolle. Paulsen ergänzt: „Hotellerie und Gastronomie suchen händeringend Mitarbeiter. Auch im Verkauf gibt es gute Möglichkeiten, die Pflege, das Handwerk, sie suchen alle.“

Chancen für Langzeitarbeitslose

Reinhard Sager weist auf eine weitere positive Entwicklung bei der Arbeitslosigkeit hin. Wer seine Arbeit verliere, finde sehr schnell eine neue. Etwas schwieriger sei das zwar beim Jobcenter, aber auch dort seien die Zahlen aus Ostholstein besser als der Landesdurchschnitt. Das Instrumentarium des Jobcenters und die Konjunktur führen laut Paulsen aber dazu, dass auch Langzeitarbeitlose wieder in Arbeit kommen. „Das wäre vor zwei Jahren so noch nicht denkbar gewesen.“

5729 Menschen waren im Kreis Ostholstein Ende Dezember 2018 arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr waren es 371 Frauen und Männer weniger. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,5 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat und sank um 0,4 Prozentpunkte zum Vorjahr auf 5,5 Prozent. 3056 Menschen waren als Hartz-IV-Empfänger beim Jobcenter gemeldet (die sind in den 5729 Arbeitslosen mit drin), das sind 17 mehr als im Vormonat und 235 weniger als im Vorjahr.

Im Großbereich Eutin waren 2529 Arbeitslose gemeldet, in Großbereich Oldenburg 2113. Weitere Arbeitslose leben im Großbereich Lübeck, zu dem auch Bad Schwartau und Stockelsdorf gehören. Die Quote liegt im Bezirk Eutin bei 5,6 Prozent im Bezirk Oldenburg bei 5,4 Prozent. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen beläuft sich auf 79 (Eutin) und 97 (Oldenburg).

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