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Ostholstein Immobilienmarktatlas: Wohnen in Ostholstein so teuer wie nie
Lokales Ostholstein Immobilienmarktatlas: Wohnen in Ostholstein so teuer wie nie
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15:32 22.02.2019
Das Neubaugebiet „Lübscher Mühlenberg“ in Neustadt: Die Stadt liegt mit Quadratmeterpreisen zwischen 2500 und 3000 Euro pro Quadratmeter für Ein- und Zweifamilienhäuser aus dem Bestand etwa im Mittelfeld von Ostholstein. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Ostholstein

Wohnen im eigenen Heim oder in einer Mietwohnung wird immer teurer in Ostholstein. Das geht aus dem Immobilienmarktatlas 2018 hervor, die die Landesbausparkasse (LBS) jetzt veröffentlichte. Danach hat Timmendorfer Strand im Kreis das höchste Preisniveau mit 4278 Euro für den Quadratmeter bei einem Ein- oder Zweifamilienhaus aus dem Bestand, in Eutin kostet es 1766 Euro, in Plön 2001 Euro, in Grömitz 2410 Euro oder Scharbeutz 2751 Euro (siehe auch Grafik unten).

Bei diesen Preisen wird es für viele Familien zunehmend schwierig, bezahlbaren Wohnraum zu finden oder gar zu bauen. Hans-Ingo Gerwanski von der Sparkasse Holstein und Präsidiumsmitglied im Unternehmensverband Ostholstein-Plön, zeigte jetzt die aktuelle Situation, Probleme und dringende Handlungsempfehlungen auf. „Auf das Jahr 2030 projiziert werden in Ostholstein durchschnittlich 317 100 Euro für ein Eigenheim (100 Quadratmeter) zu zahlen sein, im Kreis Plön 260 000 Euro. Damit liegen beide Kreise im bundesweiten Ranking bereits in der Kategorie ,überdurchschnittlich teure Region’“, sagte Gerwanski.

Grafik Immobilienpreise Ostholstein Jochen Wenzel Infografik Quelle: Jochen Wenzel

Was brauchen die Kreise?

Er forderte: „Auch unter dem Aspekt des demografischen Wandels und der Inklusion muss die Zahl der barrierefreien Wohnungen deutlich erhöht werden. Außerdem muss speziell für die Beschäftigten im Tourismus und im Gesundheitsbereich mit bezahlbarem und bedarfsgerechtem Wohnraum ein Anreiz geschaffen werden, dass sie überhaupt noch kommen.“ Zudem solle Firmen ermöglicht werden, in zusätzlichen Gewerbegebieten das Unternehmen weiter zu entwickeln. Nur so könnten Arbeitsplätze geschaffen, Kaufkraft und Steuereinnahmen erhöht werden, sagte Gerwanski.

Die aktuellen Probleme

„Grund und Boden sind kein vermehrbares, sondern ein knappes Gut. Somit bestimmen in der Marktwirtschaft Angebot und Nachfrage am Ende auch die Preise“, betonte er weiter. Preistreibend sei zudem die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbak (EZB), die Gerwanski als „problematisch“ bezeichnete. Für Sparer und Banken seien kaum noch Zinserträge möglich. Aufgrund mangelnder Alternativen sei somit das Interesse an Immobilien deutlich gestiegen. Auch bei Baugrundstücken und landwirtschaftlichen Flächen zeige sich dieser Effekt.

Wie ist die Situation zu verbessern?

Gerwanski fordert einen Abbau der Bürokratie: weniger Auflagen und Vorschriften. Ein erster Schritt sei bereits getan. „Das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) soll die kaum noch überschaubaren Vorgaben, die es derzeit für Neubauten gibt, zusammenführen. Verschärfte Neubaustandards sind nicht vorgesehen, was das deutsche Handwerk begrüßt und weitere Preissteigerungen eindämmt.“ Unbedingt zu vermeiden seien „Sylter Verhältnisse“, wo Arbeitnehmer sich das Wohnen auf der Insel kaum mehr leisten können.

So wolle zum Beispiel Grömitz gegensteuern, um mehr Wohnungen für Einheimische und Arbeitskräfte vor Ort zu realisieren (die LN berichteten). Ziel sei, mehr Hauptwohnsitze zu schaffen, Zweitwohnungen zu verbieten und Ferienwohnungen nur unter klar geregelten Bedingungen zuzulassen. Technisch könne dies über Veränderungssperren funktionieren, damit nicht aus preiswertem Wohnraum immer wieder teure Ferienwohnungen würden.

Auch durch die Umwidmung von Gewerbeflächen in den Innenstädten zu Wohnzwecken könne zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden, ebenso wie durch die Erhöhung der Grundstücksausnutzung und eine weitere Verdichtung. Eine Beschleunigung und Vereinfachung der Genehmigungsverfahren würde das Bauen billiger machen.

Situation bei den Gewerbeflächen

Die Gewerbeflächenentwicklung in Ostholstein hat laut Gerwanski in den vergangenen Jahren eine besondere Dynamik erfahren. „Flächen, die für eine Bevorratung vorgesehen waren, werden bereits heute nachgefragt“,sagte er. „Insbesondere vor dem Hintergrund der geplanten Fehmarnbeltquerung erstellt die Entwicklungsgesellschaft Ostholstein in Zusammenarbeit mit Partnern, Städten und Gemeinden derzeit ein Gewerbeflächenentwicklungskonzept Ostholstein 2035.“

Louis Gäbler

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