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Ostholstein In Bosau lebt die Freundschaft zu Frankreich wieder auf
Lokales Ostholstein In Bosau lebt die Freundschaft zu Frankreich wieder auf
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16:02 13.07.2019
Die Motoren des deutsch-französischen Jugendprojekts (Pakrez) Julie Benketira (links) und Marja Paasch (rechts) freuen sich mit den „Austauschschülern" auf eine abwechslungsreiche Woche. Mit dabei ist auch die älteste Teilnehmern des Bosaujon-Treffens Evelyne Boutin (Mitte). Quelle: Dirk Schneider
Bosau

Der französische Nationalfeiertag wird am 14. Juli auch in Bosau groß gefeiert – von Deutschen und Franzosen zusammen. Das Fest ist der Höhepunkt des Treffens des Vereins zur Förderung der deutsch-französischen Freundschaft „Bosaujon“.

Schon dieses Kunstwort zeige die enge Verbindung zwischen der Gemeinde Bosau und der Stadt Saujon, sagt Vorstandsmitglied Marja Paasch, die zusammen mit der Vorsitzenden Annette Stegemann das Treffen auf deutscher Seite organisiert. Französischer Gegenpart sind Julie Benketira und Daniel Coiffard. Unterstützt wird das Quartett dabei von weiteren Helfern, die insbesondere als Gasteltern, Dolmetscher und „Fremdenführer“ oder besser „Freundebetreuer“ fungieren.

Jugendaustausch wiederbeleben

Die Kommunikation erfolgt dabei nicht nur in deutscher, französischer oder englischer Sprache, sondern oft auch mit Händen und Füßen. „Die Zeiten, in denen an der Schule in Hutzfeld Französisch nachgefragt und angeboten wurden, sind leider seit vorbei“, sagt Stegemann bedauernd. Vor sechs Jahren habe sie die letzte Klasse unterrichten können. Dabei sei genau dies die Keimzelle der Jumelage (Partnerschaft).

So startete 1977 die Französischlehrerin an der damaligen Hutzfelder Realschule, Elke Bonin, einen regelmäßigen Schüleraustausch mit einem Collège in Saujon und begründete damit die zehn Jahre später offiziell geschlossene Partnerschaft. Diese werde vor allem durch die gegenseitigen Besuche im jährlichen Rhythmus gepflegt, wobei der ursprüngliche Gedanke des Schüleraustausches aufgrund verschiedener Umstände etwas eingeschlafen sei, bedauert Paasch.

Haben Johanna, Faustine, Raphael und Enora beim Spielen auf der grünen Wiese in Bosau einen gallischen Hahn entdeckt? Quelle: Dirk Schneider

Diese Tradition wolle man nun mit dem Projekt „Pakrez“ – das steht für Partage (teilen), Amitié (Freundschaft), Kultur, Rencontrer (treffen), Entdecken, Zusammen – wiederbeleben. Unter dem abgewandelten Logo des Gänseblümchens (Pakrès) haben sich in Saujon bereits 20 Schüler als Jugendgruppe zusammengefunden, um die Initiative zu unterstützen; die Bosauer Jugendabteilung zähle zehn Mitglieder. „Fünf von ihnen nehmen an dem Austausch teil und wurden hier in fünf Familien mit Kindern aufgenommen“, erzählt Paasch.

Schon seit dem ersten Tag des einwöchigen Besuchs gingen die Jugendlichen gemeinsam ihre eigenen Wege. Nach dem Austausch der Gastgeschenke startete die Kennenlernphase mit Spielen auf dem grünen Rasen, während die sich Erwachsenen beim Empfang im Gemeindehaus austauschten und die 92-jährige Evelyne Boutin als älteste Teilnehmerin würdigten.

Vielseitiges Besuchsprogramm

Boutin, ehemalige deutsche Kriegsgefangene, habe sich von Beginn an für die Jumelage eingesetzt und sei damit auch ein lebendiges Symbol für die Entwicklungsmöglichkeiten der deutsch-französischen Freundschaft, betont Paasch. Zum Programm zählten auch eine Segeltour mit einem Kutter der Marineunteroffizierschule über den Großen Plöner See und verschiedene Stadtführungen durch Eutin mit kostümierter Schlossbesichtigung und Stand-Up-Paddling für die jungen und ein Brauereibesuch für die etwas älteren Tour-Teilnehmer.

Die jugendlichen Teilnehmer des Bosaujon-Austauschs mussten beim Stand-Up-Paddling-Polo in der Eutiner Stadtbucht Balance und Ballgefühl beweisen. Quelle: HFR

Vive la France am 14. Juli

Das Fest zum französischen Nationalfeiertag beginnt am 14. Juli um 11 Uhr mit einem Turnier auf dem Boule-Platz Lütt Maison am Haus des Kurgastes (Bischof-Vicelin-Damm 11). Alternativ zu den Boule-Kugeln sollen dort auch die Stöckchen beim Wikinger-Schach „Kubb“ fliegen. Wobei auch dieses Wurfspiel seine Wurzeln in Frankreich habe, erklärt Marja Paasch. Um 17 Uhr geben Sergej Tcherepanov (Bosau) und Adélie Thebaut (Saujon) ein Konzert in der Petri-Kirche. Gäste sind willkommen.

Nach dem offiziellen Empfang posieren alle Teilnehmer des Bosaujon-Treffens für ein Gemeinschaftsfoto im Garten des Bosauer Gemeindehauses. Quelle: Dirk Schneider

Dirk Schneider

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