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Ostholstein Ingenieure und Bauleiter fehlen: Straßensanierung kommt nicht voran
Lokales Ostholstein Ingenieure und Bauleiter fehlen: Straßensanierung kommt nicht voran
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18:34 28.02.2019
Der Ausbau der Kreisstraße 43 auf der Insel Fehmarn zwischen Blieschendorf und Burg läuft auf Hochtouren. Bis Mai 2019 soll der 3. und letzte Bauabschnitt fertiggestellt sein. Anderswo im Kreis müssen Ausbaumaßnahmen aufgrund fehlender Mitarbeiter warten. Quelle: Gäbler
Eutin/Fehmarn

Ostholsteins Straßen und Radwege sind an vielen Stellen in einem schlechten Zustand: Überall gibt es Risse und Flickstellen, außerdem bricht Wurzelwerk durch Fahrbahndecken und Radwege. Das haben auch die Kreistagsfraktionen erkannt und die Gunst der Stunde genutzt: Dank einem dicken Plus im Kreishaushalt entwickelten CDU und Grüne das „Zukunftsprogramm 2030“ mit dem Ziel, jetzt vorrangig Straßen und Radwege zu sanieren. Doch der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV, Niederlassung Lübeck) kann die Aufträge kaum abarbeiten. Der Behörde fehlen schlichtweg Ingenieure und Bauleiter.

Kreis will 20 Millionen Euro investieren

Die Haushaltslage ist nach Jahren des Sparzwangs entspannt, zum Jahresende 2018 ist der Konsolidierungsvertrag mit dem Land gekündigt worden – jetzt könnte der Weg frei sein für lange aufgeschobene Investitionsmaßnahmen. Für mehrere Großprojekte gab es bereits grünes Licht. Darunter das „Zukunftsprogramm 2030“, der größte Batzen in dem Maßnahmen-Paket: 20 Millionen Euro will der Kreis über zehn Jahre investieren (mindestens zwei Millionen jährlich), um Radwege und Straßen auf Vordermann zu bringen. Timo Gaarz (CDU) und Monika Obieray (Grüne) sagten: „Der Kreis ist auf einem guten Weg. Das Geld ist vorhanden.“

LBV hat zu wenig Mitarbeiter

Doch nun hapert es an anderer Stelle. Ein Blick in die Jobangebote des LBV zeigt, dass händeringend weitere Ingenieure und Bauleiter gesucht werden, um die im Raum stehenden Aufträge zu realisieren. Nils Hollerbach, Fachbereichsleiter Planung, Bau und Umwelt beim Kreis Ostholstein, sagte im Kreisausschuss: „Die Situation für den LBV ist schwierig, die suchen dringend Personal.“ Dennoch habe er nachgefragt, wie es mit der Umsetzung aussehe.

Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr ist Auftragnehmer des Kreises Ostholstein. Es fehlen dringend Ingenieure und Bauleiter, um Ostholsteins Straßen wieder in Schuss zu bringen.  Quelle: Gäbler

Jens Sommerburg, Chef der Lübecker LBV-Niederlassung, antwortete auf ein Schreiben des Kreises, dass „das Sonderbudget für Erneuerungsmaßnahmen an kreiseigenen Radwegen für 2019 in Höhe von 250 000 Euro, sowie der Haushaltsrest von 2018 in Höhe von 240 000 Euro, in diesem Jahr umgesetzt werden können“. Die Radwege scheinen also kein Problem zu sein.

Schwierig sei es aber bei den Kreisstraßen. Sommerburg: „Das ,Zukunftsprogramm 2030’ möchte der Landesbetrieb sehr gerne realisieren.“ Allerdings gebe es Kapazitätsengpässe. Der LBV könne noch keine Zusage bezüglich erster Planungen und Umsetzungen mache. Dies hänge maßgeblich davon ab, ob man neues Personal gewinnen könne, sagte Sommerburg.

Es gibt 26 dringende Maßnahmen

Inzwischen hat der LBV dennoch eine umfangreiche Prioritätenliste erarbeitet. Sie umfasst im Bereich der ostholsteinischen Kreisstraßen insgesamt 26 dringende Maßnahmen – hauptsächlich sind das Deckenerneuerungen. Die Kostenschätzung: 22,7 Millionen Euro. Besonders schlimm ist die Ortsdurchfahrt von Gothendorf (K 55), die noch in diesem Jahr angegangen werden soll. Starke Schäden weisen aber auch die K 52 in Dissau auf, außerdem die K 37 bei Curau, die K 45 bei Sierksdorf, die K 58 bei Manhagen und Kabelhorst.

Für den Bereich der Radwege sind elf Maßnahmen mit einem Kostenvolumen von 2,47 Millionen Euro gelistet. Darunter die Verbindungen zwischen Johannisdorf und Grammdorf, Manhagen und Kabelhorst, Röbel und Bujendorf, Dahme und Grube, Burg und Bannesdorf.

Grundhafte Erneuerungen, die mit 4,67 Millionen Euro zu Buche schlagen werden, sind für die K 58 (Nienrade bis zur A 1), die K 48 zwischen Dannau und Oldenburg sowie die Ortsdurchfahrt von Weissenhäuser Strand erforderlich. Insgesamt stehen also nach LBV-Schätzung Kosten von 29,9 Millionen Euro im Raum.

Ausbau der Kreisstraße 43 läuft

Trotz aller Probleme: Auf Fehmarn läuft es nach Plan. Am Ausbau der K 43 zwischen Blieschendorf und Burg arbeiten die Straßenbauer mit Hochdruck. Der erste und zweite Bauabschnitt sind fertig. Jetzt fehlt nur noch ein Kilometer bis zur Ortseinfahrt von Burg. Bis Mitte Mai soll alles fertig sein. So lange bleibt die K 43 gesperrt. Denn Raupen, Bagger und Planierwalzen arbeiten unter Volllast, um den Termin zu halten. Dann könnte die Strecke – rechtzeitig zum Start in die neue Saison – wieder freigegeben werden.

Louis Gäbler

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