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Ostholstein Innenminister schaut spontan bei Scharbeutzer Polizei vorbei
Lokales Ostholstein Innenminister schaut spontan bei Scharbeutzer Polizei vorbei
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21:18 18.07.2014
Innenminister Andreas Breitner (von links) hörte sich auch die Sorgen und Nöte von Nadine Kramer, Jörg Wischnewski, Steffi Krüger, Harald Rothe, Jens Bollmeyer und Andreas Hollmann an. Quelle: Christina Düvell-Veen
Scharbeutz

„Mein Besuch hier ist anlasslos“, sagte gestern Schleswig-Holsteins Innenminister Andreas Breitner (SPD). Es gab keinen konkreten Grund, warum er in der Scharbeutzer Polizeistation vorbeischaute und über eine Stunde lang mit den Beamten sprach. Der oberste Dienstherr von etwa 8000 Polizisten im Land hatte seine Visite erst vor wenigen Tagen angekündigt, da er ohnehin auf dem Weg nach Lübeck zur Eröffnung der Travemünder Woche war. „Ich könnte mir natürlich auch Vermerke schreiben lassen. Wenn ich aber direkt mit den Beamten vor Ort rede, kann ich alles viel besser erfassen“, begründete der Minister sein Erscheinen.

Und die Beamten, von denen einige auch aus Timmendorfer Strand kamen, hatten jede Menge anzumerken. Es ging um die Einführung des Digitalfunks ebenso wie um die immer stärker werdende Belastung und natürlich auch um die Kürzung von 122 Stellen im Polizeiwesen. Dabei machte Breitner klar: „Die Polizeibereiche Ermittlung und Einsatz sind von den Stellenstreichungen ausgenommen.“ Seine Begründung:

„Wir können nicht dort einsparen, wo es die stärksten Belastungen gibt.“ Erste Überlegung gingen dahin, die 122 Stellen von 2018 bis 2020 bei der Wasserschutzpolizei, bei der Verkehrsüberwachung und bei der IT-Technik zu streichen. Auch wenn aufgrund der verordneten Schuldenbremse im Landesetat vorgegeben worden sei, zehn Prozent aller 53 000 Stellen zu streichen, seien es im Polizeibereich lediglich 1,5 Prozent. Minister Breitner: „Und das halte ich für verantwortbar.“ Konzepte für das „Streichkonzert“ werden derzeit in Kiel erarbeitet. Nicht rütteln will Breitner an der Zuweisung von Bäderdienstbeamten im Sommer. Seit Jahren schon verrichten etwa 100 Männer und Frauen zusätzlich Dienst an den Küsten. In Scharbeutz kamen Ende Frühjahr zu den acht Stammbeamten sechs Bäderdienstbeamte — vier Männer und zwei Frauen — hinzu. „Im Winter wird es hier eine frauenfreie Dienststelle sein“, ließ Stationsleiter Jörg Wischnewski den Minister wissen.

Diese Verstärkung sei dringend erforderlich, da sich gerade Scharbeutz in den vergangenen zehn Jahren sehr stark entwickelt habe. Wurden im Jahr 2010/2011 etwa 2600 Vorgänge abgearbeitet, so sind es jetzt bereits 3000. Dabei gebe es keine „große Schwerkriminalität“. Scharbeutz sei früher ein beschauliches Familienbad ohne größere Vorkommnisse gewesen. Inzwischen aber ließen sich auch die „Schickimickis“ dort sehen, hat Wischnewski beobachtet. Es gebe über 50 Prozent mehr Tagesgäste.

Und gerade im Handy-Zeitalter, so bestätigten auch Wischnewskis Kollegen, gebe es jede Menge unnütze Anrufe. Jetzt können sie schon wieder schmunzeln über den Anruf einer Frau aus Bottrop, aber vor Kurzem verging ihnen gründlich das Lachen, als sie sprach: „Herr Wachtmeister, ich trage mich mit dem Gedanken, zu Ihnen nach Scharbeutz zu kommen. Sagen Sie mal: Wie ist denn das Wetter bei Ihnen?“

Das Gespräch kam zu einer Zeit, als alle ohnehin bis über beide Ohren in Arbeit steckten.

„Wir können nicht dort einsparen, wo es die stärksten Belastungen gibt.“
Innenminister Andreas Breitner (SPD)

Christina Düvell-Veen

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