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Ostholstein Inselklinik baut das Schmerzzentrum weiter aus
Lokales Ostholstein Inselklinik baut das Schmerzzentrum weiter aus
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20:00 01.11.2019
Der neue Chefarzt des Schmerzzentrums auf Fehmarn, Dr. Peter Iblher, bei der Behandlung mit Kinesio-Tape. Quelle: Markus Billhardt
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Fehmarn

Der Schmerzmedizin wird noch zu wenig Beachtung geschenkt, sagt Florian Glück, Geschäftsführer der Sana-Kliniken Ostholstein. Er schätzt die Zahl der Patienten bundesweit auf zwischen 17 und 19 Millionen ein. Umso mehr freut er sich jetzt, dass das Interdisziplinäre Schmerzzentrum (ISZ) auf Fehmarn ausgebaut wird und Dr. Peter Iblher als Chefarzt an der Spitze des derzeit rund 20-köpfigen Teams steht.

Meilenstein in der Schmerzmedizin

„Es gibt sehr viele Menschen, die unter chronischen Schmerzen leiden. Wir sehen dies an der Vielzahl der Patientenzuweisungen nicht nur aus Ostholstein, sondern aus ganz Schleswig-Holstein und sogar aus anderen Bundesländern“, sagt Iblher. Dementsprechend sei es sein Ziel, die Behandlungskapazitäten zu erhöhen. Der Mediziner kam schon 2016 als Privatdozent von der Uni Kiel nach Burg, um in der Inselklinik beim Aufbau des ISZ mitzuwirken. „Wir haben damals die Keimzelle gelegt, um den Standort neben der Notfallmedizin zu stärken, und gehen nun in die nächste Stufe“, erzählt Glück und bezeichnet die Ernennung Iblhers als einen Meilenstein in der Schmerzmedizin für die gesamte Klinikgruppe.

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Das Schmerzzentrum der Inselklinik auf Fehmarn soll ausgebaut werden (v. l.): Chefarzt Dr. Peter Iblher, Florian Glück, Geschäftsführer der Sana-Kliniken Ostholstein, Hans-Jürgen Andresen, Kaufmännischer Direktor der Sana-Kliniken Oldenburg und Fehmarn, Schmerzphysiotherapeutin Barbara Bugislaus-Scheel und Psychotherapeut Christoph Wieseler. Quelle: Markus Billhardt

Fehmarn sei ideal für die stationäre Schmerztherapie, betont der neue Chefarzt. Es sei vor Ort ruhiger, intimer und persönlicher als in großen Kliniken. Angefangen habe die Station vor drei Jahren mit sechs Betten, mittlerweile sei die Bettenzahl auf zwölf erhöht worden. In Zukunft möchte das Schmerzzentrum aber bis zu 16 Patienten aufnehmen können und für sie individuelle Therapieansätze entwickeln. „Es wird uns quasi die ,Bude’ eingerannt“, erläutert Iblher. Die Klinik reagiere mit dem Ausbau auf Wartezeiten von bis zu einem Jahr. „Von der jungen Frau mit Migräne bis hin zum Patienten, der nach einem operativen Eingriff eine chronische Erkrankung entwickelt hat – das Spektrum dabei ist groß“, sagt der Mediziner.

Interdisziplinäre Arbeit am Patienten

Auch weiteres Personal soll dazu stoßen. Es gebe zwar allgemein zu wenig Schmerzmediziner, so die Klinikleitung, doch Glück hofft, gute Kandidaten gefunden zu haben. Dabei wird weiter der interdisziplinäre Ansatz in den Mittelpunkt gerückt. Den Schmerzpatienten stehe im ISZ bereits ein bereit aufgestelltes Team aus ärztlichen Schmerztherapeuten, Psychotherapeuten-, Physio- und Ergotherapeuten sowie Kreativtherapeuten zur Verfügung. „Chronische Schmerzen gehen oft mit Funktionsverlust einher. Verbesserungen in diesem Bereich sorgen auch schon für Linderung bei den Schmerzen“, berichtet Physiotherapeutin Barbara Bugislaus-Scheel von ihrer Arbeit und Psychotherapeut Christoph Wieseler weiß, dass jahrelange Schmerzen oft psychisch sehr belastend sein können.

„Die Zusammenarbeit und der Dialog der verschiedenen fachmedizinischen Bereiche ist unsere Stärke“, sagt der Chefarzt. Alle würden gemeinsam an dem Ziel arbeiten, das Schmerzleiden effektiv zu behandeln. Er sei zu 100 Prozent glücklich, den Schritt auf die Insel gemacht zu haben, und verweist noch darauf, dass auch die Opiat-Entzugsbehandlung von Schmerzpatienten ein weiteres Herausstellungsmerkmal der Abteilung sei. Damit die Therapien nachhaltig sind, soll die ambulante Versorgung gestärkt werden. Sowohl an der Inselklinik, als auch darüber hinaus zukünftig an allen Standorten der Sana Kliniken Ostholstein, werden schmerzambulante Sprechstunden angeboten.

Von Markus Billhardt

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