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Ostholstein Ja zum Gottesbezug, jein zum Volksentscheid
Lokales Ostholstein Ja zum Gottesbezug, jein zum Volksentscheid
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22:10 09.10.2014
Eutin

Seit Mittwoch hat Schleswig-Holstein eine neue Landesverfassung. Eine ohne Gottesbezug. Dass Politiker ihre Politik in „Verantwortung vor Gott und den Menschen“ machen, taucht darin nicht auf. Nur knapp die Hälfte der Abgeordneten stimmten für einen solchen Zusatz, zwei Drittel wären nötig gewesen. Nun wollen erste Kirchenvertreter einen Volksentscheid für den Gottesbezug initiieren. Eine Entscheidung, die in Ostholstein durchaus umstritten ist.

„Das ist ganz schön mutig“, meint Monika Obieray, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag, „ich weiß nicht, ob das nicht ein Eigentor würde.“ Grundsätzlich unterstütze sie aber Volksentscheide und persönlich habe sie auch „kein Problem“ mit dem Gottesbezug („das hat lange Tradition“). Wie sie stimmen würde, verrät sie aber nicht. Deutlich kritischer steht Manfred Breiter einem Volksentscheid entgegen. „Ich bezweifle, dass sich das Thema dafür eignet“, so der FDP-Fraktionsvorsitzende, der sich zugleich pro Gottesbezug ausspricht, auch wenn er das Argument der religiösen Neutralitätswahrung, das Gegner und Atheisten anführen, gut versteht.

„Deren Freiheit ist mit dem Gottesbezug ja nicht eingeschränkt, sondern mitgeschützt“, sagt Thomas Vogel, Pastor der evangelischen Gemeinde Timmendorfer Strand. Er würde bei einem Volksentscheid dafür stimmen, „um der Freiheit willen“. Denn bei einem Gottesbezug sei eine höhere Macht benannt, „die Politiker sind nicht allmächtig.“ Auch Matthias Hieber, Pastor der evangelischen Kirchengemeinde Süsel, würde pro Gottesbezug stimmen. „Wir sind ein christlich geprägtes Land und das wäre ja kein gesprochener Eid, sondern eine grundsätzliche Werteauslegung“, so der Pastor, der dennoch hin und hergerissen wäre, wenn es zum Volksentscheid käme. Einerseits bedaure er den Verzicht auf den Zusatz in der Verfassungs-Präambel sehr, andererseits müsse man die Entscheidung der Abgeordneten akzeptieren.

Für Daniela Bock, Leiterin der katholischen Kita „Spatzennest“ in Eutin, gehört der Gottesbezug ebenfalls in die Verfassung, quasi als Mahnung an eine höhere Instanz — nicht im streng religiösen, sondern positiven Sinne: „Für viele Menschen bedeutet der Begriff so ‘was wie einen Rettungsanker.“

bk

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