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Ostholstein Jägerschaft: Bahnpläne zerstören die Natur
Lokales Ostholstein Jägerschaft: Bahnpläne zerstören die Natur
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15:48 03.04.2019
Jürgen Kirschnick, Obmann für den Naturschutz, übte heftige Kritik an den Plänen der Bahn: „Notfalls werden wir den Klageweg beschreiten.“ Quelle: Louis Gäbler
Oldenburg

 Die Kreisjägerschaft zeigt politisches Profil. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung am Dienstag im Oldenburger „Schützenhof“ übte der Obmann für den Naturschutz, Jürgen Kirschnick, heftige Kritik an den Plänen der Deutschen Bahn für die Hinterlandanbindung zur Festen Fehmarnbeltquerung. Außerdem ging es um die lauernde Gefahr durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) und das mangelhafte Wolfsmanagement.

Die Frage, was die Hinterlandanbindung für die Natur in Ostholstein bedeute, beantwortete Naturschutz-Obmann Jürgen Kirschnick gleich selber. „Die Trasse zerschneidet den Kreis in Längsrichtung und wird ein unüberwindbares Hindernis für viele Tierarten“, erklärte Kirschnick. Der genetische Austausch werde nach der Fertigstellung nur noch bedingt möglich sein – eine biologische Verarmung drohe.

Ehrungen und Berichte der Obmänner

„Die Sichtweise der Bahn ist natürlich eine ganz andere“, sagte Kirschnick weiter. Die Kreisjägerschaft Oldenburg fordert 16 Querungen (meistens Untertunnelungen) für die Tierwelt im Kreisnorden, gemeinsam mit der Kreisjägerschaft im Südkreis sollten es zwischen Fehmarn und Bad Schwartau dann mindestens 26 sein. Das ist das Minimum, um der Tierwelt einen gefahrlosen Wechsel auf die andere Bahnseite zu ermöglichen.“

Notfalls wird der Klageweg beschritten

Viele der 850 Mitglieder in den 13 Hegeringen – rund 250 Jäger waren an diesem Abend in den „Schützenhof“ gekommen – sehen es ähnlich und applaudierten den Ausführungen ihres Obmannes. Kirschnick abschließend: „Wir müssen weiter kämpfen. Als Naturschutzverband sind wir das Sprachrohr der Tiere. Notfalls müssen wir auch den Klageweg beschreiten.“

Auf das Wolfsmanagement des Landes ging der Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Carsten Höper, ein. Er sagte mit Blick auf den Umgang mit dem Problemwolf im Kreis Steinburg: „Ostholstein ist für den Wolf sicher nicht optimal. Aber auch hier gibt es genügend Beute. Wir müssen jederzeit mit ihm rechnen!“ 2017 habe es noch 104 Rudel in ganz Deutschland gegeben, heute seien es über 1600 Tiere. Eine Verdoppelung des Bestandes erfolge alle zwei bis drei Jahre. Höper sprach sich somit nachdrücklich dafür aus, dass auch der Kreis Ostholstein sich des Themas annehme.

Kreistag diskutierte Wolfsmanagement

Timo Gaarz (CDU), stellvertretender Landrat und Ehrengast der Kreisjägerschaft, hörte die Forderung wohl. Doch ein Vorstoß für ein OH-eigenes Wolfsmanagement (die LN berichteten), den die FDP-Fraktion vor vier Wochen im Kreistag eingebracht hatte, war mit den Stimmen von der CDU und Grünen mehrheitlich abgelehnt worden.

Lange Liste von Geehrten

Für 50-jährige Mitgliedschaft wurden geehrt: Karl Koesling (Göhl), Klaus Meyer (Altenkrempe), Horst Gert Bensel (Neustadt), Jürgen Hoff (Neustadt), Peter Riessen (Fehmarn) und Heinrich Mau (Fehmarn). Für 60-jährige Mitgliedschaft: Astrid Girgensohn (Neukirchen), Heinz Tietz (Kassau), Carl Alexander von Plessen (Altenkrempe), Jochen Sachau (Grömitz), Ingo Paulsen, Joachim Wiepert, Heinz Wiepert-Haltermann (alle Fehmarn). Für 65-jährige Mitgliedschaft: Wilhelm Resthöft (Oldenburg), Fritz Duncker (Heiligenhafen), Roland Köhn (Kasseedorf) und Richard Höpner (Fehmarn). Die Verdienstnadel in Bronze ging an Andreas Schmuck (Plön), Hans-Peter Witt (Fehmarn) und Stefan Tuschmann (Oldenburg). Die Verdienstnadel in Silber erhielten Reimer Mohr (Rathlau) und Hermann Weiland (Fehmarn).

Kreisjägermeister Thies Rickert ging abschließend noch auf die lauernde Gefahr durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) ein. 360 Fälle seien im laufenden Jahr bereits in Belgien registriert, 676 in Polen. Deutschland werde quasi von der Seuche beidseitig attackiert, sagte Rickert. Den Jägern riet er, auf ihren Jagdreisen weiterhin besondere Vorsicht walten zu lassen und die im Kreis Ostholstein aufgefundenen Schwarzwild-Kadaver umgehend zu melden und für sämtliche Abfälle der Verwertung die Sammelstellen zu nutzen.

Louis Gäbler

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