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Ostholstein Janosch kommt ins Ostholstein-Museum
Lokales Ostholstein Janosch kommt ins Ostholstein-Museum
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18:23 25.01.2019
Die Arbeiten des Künstlers Janosch werden im Mai im Ostholstein-Museum ausgestellt.
Die Arbeiten des Künstlers Janosch werden im Mai im Ostholstein-Museum ausgestellt. Quelle: Roessler
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Eutin

Die Tigerente und der Bär besuchen im Mai das Ostholstein-Museum in Eutin: Das gab die Museumsleiterin Julia Hümme bei der Vorstellung des Jahresprogramms bekannt. Dabei sei Janosch, den wohl jeder kenne, viel mehr als nur „Oh, wie schön ist Panama“, sagt Hümme. Vom 10. Mai bis 11. August werden zum 130-jährigen Bestehen des Museums Malereien aus Öl und Aquarell sowie Grafiken und Zeichnungen des Malers und Illustrators in einer Ausstellung gezeigt. „Es ist eine vielschichtige Ausstellung, die sich an Familien und Kinder wendet“, sagt Julia Hümme, die schon vor drei Jahren die Idee einer Janosch-Ausstellung im Kopf hatte.

Aber nicht nur die Arbeiten des Künstlers Janosch kommen im Jubiläumsjahr nach Eutin. Für die Museumsbesucher gibt es dieses Jahr von Miniaturen im Ei von Edda Henschel über Reisegrafiken von Oskar Kokoschka bis hin zu witzigen Holzskulpturen von Volker Tiemann besondere Kunst zu bestaunen.

Erfolgreiches Jahr 2018 mit knapp 13 000 Besuchern

Nach einer Winterpause im Februar läutet vom 1. März bis 28. April die Ausstellung „Die Welt im Ei“ von Henschel die neue Saison ein. „Wir wollen gleich zum Anfang an das erfolgreiche Jahr 2018 anknüpfen“, erklärt Hümme. 13 000 Gäste besuchten vergangenes Jahr das Ostholstein-Museum, berichtet Anja Sierks-Pfaff als Geschäftsführerin der Kulturstiftung des Kreises Ostholstein. „Das war wirklich ein erfolgreiches Jahr. Wir sind sehr zufrieden“, erklärt sie.

Das Programm

Bis zum 3. Februar: Leonhard Boldt 1. März bis 28. April: Die Welt im Ei 23. und 24. März: 25. Eutiner Ostereiermarkt 3. März bis 16. Juni: Kokoschka auf Reisen 5. Mai: Schlossplatz-Fest 10. Mai bis 11. August: Janosch – der Maler und Illustrator 28. Juni bis 25. August. Ralph Fleck –Malerei 23. August bis 3. November: Karin Bablok –Porzellan 8. September bis 24. November: Friedel Anderson – Neue Bilder und Grafiken 15. November bis 2. Februar 2020: Zeichnungen aus der Sammlung Becker 8. Dezember bis 2. Februar 2020: Volker Tiemann – Skulpturen, Lackstücke und anderes  

Begeisterung erhofft sich Julia Hümme auch bei der Besichtigung der Arbeiten von Edda Henschel, die passend zur Osterzeit ihre filigranen Werke präsentiert. Außerdem wird am 23. und 24. März der 25. Ostereiermarkt veranstaltet.“ Edda Henschel arbeitet mit Gänse- und Hühnereiern“, erklärt die Museumsleiterin. Sie schaffe Miniaturen, die wirklich faszinierend seien. Es werde mit ganz viel Witz und Humor Szenen im Ei dargestellt. So werden in der Schale kleine Linsen zu Broten, Zitronennetze aus dem Supermarkt zu vergoldeten Fenstern. „Es wird eine sehr detailverliebte Ausstellung“, sagt Hümme.

Expressionistische Malereien sind ab März zu sehen

Auf Edda Henschel folgt der Künstler Oskar Kokoschka. Vom 3. März bis zum 16. Juni zeigt das Ostholstein-Museum Zeichnungen und Grafiken aus der Sammlung und Kunststiftung Spielmann-Hoppe. „Kokoschka gehört zu den einflussreichsten Künstlern des Expressionismus“, erklärt Hümme. Unter dem Motto „Kokoschka auf Reisen“ werden lithografische Arbeiten präsentiert. Auf seinen Reisen habe Kokoschka typische Ansichten festgehalten, so die Museumschefin. Ein Beispiel sei ein Kameltreiber mit seinem Tier.

Von Janosch-Grafiken bis zu Kokoschkas Bildern

Etwa parallel mit den Werken von Janosch hängen im Erdgeschoss des ehemaligen Marstalls, in den das Museum genau vor 30 Jahren zog, die großformatigen Bilder von Ralph Fleck. Die durchschnittlich zwei mal drei Meter großen Werke zeigen Stadt- und Hausansichten sowie Landschaften und Figuren. „Je weiter man sich von den Bildern entfernt, je mehr Gestalt nimmt das Motiv an.“ Hümme ist begeistert von den wechselnden Perspektiven.

Filigranes Porzellan im Dachgeschoss

Im Dachgeschoss können vom 23. August bis 3. November die Porzellanarbeiten der Keramikerin Karin Bablok bestaunt werden. Die in schwarz-weiß gehaltenen Unikate sind mal zart und verspielt, mal kraftvoll. „Es sind nutzbare Gefäße und auch Kunstobjekte“, erzählt Julia Hümme, die sich die Ausstellung im ersten Stock gut vorstellen kann. „Das Dachgeschoss ist prädestiniert für Objektkunst“, betont Hümme.

Der Maler Friedel Anderson hängt dagegen vom 8. September bis 24. November mit seinen Ölbildern und Grafiken reine Anschauungsobjekte aus. Schon 2012 war eine Ausstellung Andersons im Museum zu sehen, diesmal zeigt der Itzehoer seine neuesten Werke aus den vergangenen fünf Jahren. „Er hat eine tolle Art, Ausschnitte von Landschaften wiederzugeben und eine besondere Atmosphäre zu schaffen“, sagt Hümme.

Eine Besonderheit zum Jahresabschluss

Vom 15. November an weicht die gegenwärtige Kunst Zeichnungen aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Stadtansichten, Landschaften und Co. von unter anderem Friedrich Wilhelm von Schadow, Heinrich Zille und der Eutinerin Louise Wagner sind bis zum 2. Februar 2020 ausgestellt.

Zum Schluss wird es wieder handfest, wenn der Kieler Volker Tiemann seine Skulpturen aus Holz mit nach Eutin bringt. „Es sind Holzarbeiten, die die Alltagswirklichkeit infrage stellt und in andere Relation setzt“, sagt Hümme erfreut über die „ganz besondere Ausstellung zum Ende des Jahres“. Sie freut sich allerdings auf alle Künstler – und auch auf das Wiederaufleben des Schlossplatz-Festes am 5. Mai. „Es wird ein spannendes und schönes Jahr.“

Beke Zill

24.01.2019