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Ostholstein Jugendlicher greift Polizistin an: 42-Jährige in Luschendorf verletzt
Lokales Ostholstein Jugendlicher greift Polizistin an: 42-Jährige in Luschendorf verletzt
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12:03 24.07.2019
Eine Polizistin ist während eines Einsatzes in Luschendorf unvermittelt angegriffen worden. (Symbolfoto). Quelle: Friso Gentsch/dpa
Luschendorf

Er griff der Polizistin in die Haare, umklammerte sie und stürzte mit der Beamtin zu Boden: Ein 17-jähriger Besucher des Buschfestes in Luschendorf (Gemeinde Ratekau) hat in der Nacht zu Sonntag eine 42-jährige Polizistin attackiert und verletzt. Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) im dbb reagierte bestürzt auf den Vorfall.

Jugendlicher wollte das Veranstaltungsgelände nicht verlassen

Die Beamtin und ihr Kollege hatten am Ende der Veranstaltung den jungen Mann aufgefordert, die Örtlichkeit nun ebenfalls zu verlassen. „Der Ostholsteiner kam dieser Aufforderung nur zögerlich nach und wurde daher bis zur Einmündung des provisorischen Parkplatzes begleitet“, sagte Polizeisprecher Dierk Dürbrook. Dort kam es plötzlich zu der Attacke. Die Beamtin erlitt Verletzungen im Rücken- und im Rippenbereich und war bis auf Weiteres nicht weiter dienstfähig.

Atemalkoholwert von 1,56 Promille

Gegen den Ostholsteiner wurde ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen „Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte“ eingeleitet. Bei der Feststellung der Personalien stellte sich heraus, dass der Beschuldigte noch nicht volljährig war. Der 17-Jährige, der um 02.12 Uhr einen vorläufigen Atemalkoholwert von 1,56 Promille aufwies, wurde daher am Einsatzort in die Obhut seiner Mutter übergeben.

Die DPolG reagierte umgehend: „Besonders schlimm erscheint nicht nur der mutmaßlich hinterhältige Angriff auf die Beamtin, unter anderem durch Ziehen an den Haaren, sowie die durch die Attacke entstandenen Verletzungen im Rücken- und Rippenbereich“, sagte Thomas Nommensen, stellvertretender Landesvorsitzender und Kreisvorsitzender Lübeck-Ostholstein der Deutschen Polizeigewerkschaft im dbb. „Darüber hinaus ist in diesem Fall erneut besonders erschreckend, dass bei einem Jugendlichen ein rücksichtsloses und brutales Verhalten gegenüber eingesetzten Polizeibeamten zu verzeichnen ist.“

Gewalt gegen Polizisten nimmt zu

Der Fall aus Luschendorf ist kein Einzelfall, Gewalt gegen Polizisten nimmt in Ostholstein immer weiter zu. Die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik für Ostholstein und Lübeck weist für das Jahr 2018 beim Delikt Widerstand/tätlicher Angriff auf Vollzugsbeamte in Ostholstein einen Anstieg um 19 Fälle (41,3 Prozent) aus. 297 Polizisten sind im vergangenen Jahr in Lübeck und Ostholstein attackiert worden, davon waren 118 tätliche Angriffe. 95 Beamte wurden leicht, einer schwer verletzt (mehr dazu lesen Sie hier).

„Das Phänomen Gewalt gegen Einsatzkräfte ist eines, welche schon seit Jahren auf der Tagesordnung steht und insbesondere die Polizei in Lübeck und Ostholstein beschäftigt“, sagte Nommensen. Denn der Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Lübeck belege in der entsprechenden Statistik einen traurigen Spitzenplatz. „Die Ursachen werden derzeit mit wissenschaftlicher Unterstützung eines Kriminologen des Kieler Landeskriminalamtes empirisch untersucht.“

Erste Zwischenergebnisse deuten laut Nommensen auf Defizite hin, die unter anderem in der Aus- und Fortbildung von Einsatzkräften und Vorgesetzten liegen und offenbar eine Optimierung der Einsatznachbereitung zukünftig erforderlich machen. Nommensen: „Das grundsätzliche Problem ist aus Sicht der DPolG jedoch der seit Jahren kontinuierlich und spürbar schwindende Respekt vor der Polizei als staatlicher Autorität.“

juk

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