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Ostholstein Vom schnellen Internet bis zum Skatepark – Was Jugendlichen in Eutin fehlt
Lokales Ostholstein Vom schnellen Internet bis zum Skatepark – Was Jugendlichen in Eutin fehlt
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08:15 16.11.2019
Mats Arndt ist jetziger Vorsitzender des KiJuPa in Eutin. Er fordert alle Schüler auf, sich an den Wahlen für das neue Parlament zu beteiligen. Quelle: Ulrike Benthien
Eutin/Neustadt

Politikern sagen, was junge Menschen denken und wollen: Das ist die Aufgabe von Kinder- und Jugendparlamenten (KiJuPa). Zum zweiten Mal sind in Eutin Schüler aufgerufen, ihre Vertretung in der Stadt zu bestimmen. 13 Mädchen und Jungen stellen sich zur Wahl und wollen über ihre Belange in den städtischen Gremien mitreden. Im Sommer 2017 ist das Parlament erstmals bestellt worden. Die damals gewählten 14 Mädchen und Jungen zwischen zehn und 17 Jahren haben in drei Arbeitsgruppen Themen beackert, die sie besonders beschäftigen: Aufenthaltsorte in der Stadt, Digitalisierung und Verkehr.

Auch das Parlament möchte einen Skatepark

Mats Arndt (17), Vorsitzender der noch amtierenden Vertretung, und einige weitere Mitglieder berichteten im jüngsten Schulausschuss über die Tätigkeit des KiJuPa und die Ergebnisse eines von ihm herausgegebenen Fragebogens. Den Wunsch eines neuen zeitgemäßen Skateparks, den der Verein „drop-in“ vorgebracht hatte, unterstütze das KiJuPa absolut, sagte Mats Arndt. Die Vertretung habe selbst schon vor einem Jahr auf den schlechten Zustand der Anlage an der Blauen Lehmkuhle hingewiesen.

Die Auswertung der Umfrage (321 abgegebene Bögen) habe ergeben: Kinder und Jugendliche hätten gern mehr und bessere öffentliche Toiletten in der Stadt, mehr Mülleimer im Seepark und jugendfreundliche Läden in der Stadt – „auch wenn „H  & M“ wohl leider nicht dazu bewegen ist, sich hier niederzulassen“, sagte Mats Arndt.

Ein Anliegen: Größeres Jugendzentrum mit schnellem Netz

Ein großer Wunsch der jungen Menschen in Eutin sei ein größeres Jugendzentrum, erklärte Mats Arndt. Die Einrichtung solle generell auch an Wochenenden, mindestens aber am Sonnabend geöffnet sein, das Eintrittsalter solle auf zwölf Jahre gesenkt werden. Verbesserungswürdig sei das langsame Internet, aber er habe Hoffnung, ein Techniker sei angekündigt. Das derzeitige Team wünsche sich, dass das Kinder- und Jugendparlament von der Politik als Beirat gesehen werde, nicht als Projekt, sagte Mats Arndt.

Vier Tage ist Zeit, zu wählen

Das Kinder- und Jugendparlament in Eutin wird ab Montag, 18. November, gewählt: Von 9 bis 10.30 Uhr besteht in der Gustav-Peters-Schule, Blaue Lehmkuhle, die Möglichkeit, seine Stimme abzugeben. Von 11.30 bis 13 Uhr steht die Wahlurne im Weber-Gymnasium.

In der Wilhelm-Wisser-Schule (Elisabethstraße) wird am Dienstag, 19. November, zwischen 10 und 12 Uhr gewählt, in der Außenstelle der Gustav-Peters-Schule in Fissau am Mittwoch, 20. November, um 8 Uhr. Ebenfalls am 20. November kann im Jugendzentrum die Stimme abgegeben werden: von 15.30 bis 17 Uhr.

Letzte Gelegenheit, sich an der Wahl zu beteiligen, ist am 21. November zwischen 9 und 10.30 Uhr in der Schule am Kleinen See (Gustav-Peters-Schule und Wilhelm-Wisser-Schule) sowie von 11.30 bis 13 Uhr am Voß-Gymnasium.

Die Öffentliche Wahlauszählung wird am Donnerstag, 21. November, zwischen 15.30 und 16.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses vorgenommen. Im Anschluss gibt es eine Wahlparty im Jugendzentrum.

Für die Beteiligung an den Wahlen ab Montag, 18. November, in den Schulen und im Jugendzentrum warb auch Bürgermeister Carsten Behnk (parteilos). Auf Einladung des kommissarischen Schulleiters Florian Reimers besuchte er die Grundschüler an der Gustav-Peters-Schule und beantwortete ihre Fragen zum KiJuPa.

13 Kandidaten treten an

Als Kandidaten treten in der kommenden Woche an: Paulina Brügmann, Lara-Marie Bruhn, Hanna Wenndorf, Niklas Bänfer, Nils Holland, Johannes Leffringhausen, Bennet Severin, Leonie Semler, Johanna Möwes, Rikkart Waldeck, Lotta Schünemann, Tiziano Preißler und Alina Bänfer. Ihre Motive sind unter anderen: Sie möchten sich noch mehr für die Interessen der Kinder und Jugendlichen einsetzen, wollen Eutin zu einer kinderfreundlichen Stadt machen und mehr Aufenthaltsorte für junge Menschen schaffen. Auch etwas für das Klima, den Umweltschutz, saubere Schulen und bessere Radwege zu tun, sind ihre Antriebsfedern.

Neustädter Kinder und Jugendliche wählen erst im Frühjahr 2020

Neustadt habe eines der ältesten und durchgehend bestehenden Kinder- und Jugendparlamente, sagt Andreas Adler, Leiter der dortigen Stadtjugendpflege, und unterstütze zwar die Idee von landesweiten gemeinsamen Wahlen. Allerdings gebe es in Neustadt nach über 20-jähriger Tradition eine Systematik in den Abläufen. „Sie ist auch in der Wahlordnung verankert ist und bindet unter anderem fünf Schulen ein“, sagt Adler. Daher sei es sinnvoller, die Legislaturperiode fortzusetzen und erst Ende Mai/Anfang Juni 2020 zu wählen.

Mehr über das Kinder- und Jugendparlament Eutin ist zu finden auf seiner Internetseite.

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Von Ulrike Benthien