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Ostholstein KZ-Gedenkstätte will für Gefahr von Rechts sensibilisieren
Lokales Ostholstein KZ-Gedenkstätte will für Gefahr von Rechts sensibilisieren
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17:01 27.05.2019
Gedenkstättenpädagogin Luisa Taschner ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der KZ-Gedenkstätte Ahrensbök. Quelle: Susanne Peyronnet
Ahrensbök/Eutin

Die KZ-Gedenkstätte Ahrensbök will sich und ihr Anliegen stärker in die Öffentlichkeit bringen. Dabei schauen die Mitglieder des Trägervereins nicht nur zurück in die Vergangenheit. Sie wollen jetzt für Demokratie und bunte Vielfalt eintreten. Die Untaten der Vergangenheit vermittelt eine neue Mitarbeiterin, die Gedenkstättenpädagogin Luisa Taschner. Für Demokratie und bunte Vielfalt werben Aktionswochen vom 1. bis 26. Juni in Eutin und in Ahrensbök.

Organisiert werden die Aktionswochen von der Gedenkstätte in Zusammenarbeit mit dem Landesbeauftragten für Politische Bildung in Schleswig-Holstein, Dr. Christian Meyer-Heidemann. Viele Vereine und Institutionen beteiligen sich daran, finanziell unterstützt werden die Organisatoren unter anderem von der Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten, der Sparkassen-Stiftung Ostholstein und der Bürgerstiftung Ostholstein.

Filmvorführung „Wildes Herz“

Sie alle ermöglichen eine lange Liste mit hochkarätigen Veranstaltungen. So wird im Binchen-Kino in Eutin der Charly-Hübner-Film „Wildes Herz“ über die Punkband „Feine Sahne Fischfilet“ gezeigt, anmoderiert vom wohl bekanntesten Punkt weit und breit, Matthias Iseke-Vogelsang aus Süsel. Er gibt eine Einführung in diese Stilrichtung.

Matthias Isecke-Vogelsang aus, ehemaliger Schulleiter der Gotthard-Kühl-Schule in Lübeck, moderiert die Veranstaltung im Eutiner Binchen an. Quelle: Wolfgang Maxwitat/LN-Archiv

Mit den Nazis des Dritten Reiches und mit den Nazis von heute beschäftigen sich zwei Referenten. Jennifer Teege, Tochter eines Nigerianers und einer Deutschen, erfuhr erst als Erwachsene, dass sie die Enkelin von Amon Göth ist. Spätestens seit dem Film „Schindlers Liste“ ist der 1946 hingerichtete brutale Kommandant des Konzentrationslagers Płaszów einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Teege liest in Eutin aus ihrem Buch „Amon. Mein Großvater hätte mich erschossen“.

Maik Scheffler spricht mehrmals in Schulen. Er war lange in der rechtsradikalen Szene in Sachsen aktiv, bis er ausstieg. Er ist einer der wenigen Aussteiger, die bereit sind, darüber zu berichten.

Poetry-Slam gegen Rechts

Ergänzt werden Lesungen und Vorträge von Workshops, etwa zum Argumentieren gegen rechte Parolen oder über Inhalte, Denk- und Deutungsmuster des Rechtspopulismus. Junge Leute hoffen die Veranstalter durch einen Poetry-Slam gegen Rechts anzusprechen, bei dem vier der bekanntesten Slam-Poeten für Humanismus und Demokratie – Stefan Schwarck, Helene Bergemann, Selina Seemann und Michael Kühn – gegeneinander antreten.

Während der gesamten Aktionswochen läuft in der Kreisbibliothek in Eutin die Ausstellung „Oh, eine Dummel“. Die Eutiner Urban-Sketcherin Ulrike Plötz hatte die Wanderausstellung in Celle gesehen und war so begeistert, dass sie alles dafür tat, sie nach Ostholstein zu holen. Die Schau zeigt Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire. 60 aktuelle Karikaturen namhafter Künstler sowie satirische Filmbeiträge entblößen allzu simple populistische Argumente. Schaufensterpuppen mit Storch-Heinar-Shirt sollen die ähnlich klingende rechte Modemarke persiflieren. Schüler führen Schüler durch diese Ausstellung.

Neue Museumspädagogin

„Es geht darum, das Bewusstsein zu stärken für Demokratie und bunte Vielfalt. Wir haben versucht, junge Leute als Zielgruppe anzusprechen“, sagt die Vorsitzende des Trägervereins, Dr. Ingaburgh Klatt. Vor allem junge Menschen spricht auch die neue wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gedenkstätte an.

Die Stelle hat Luisa Taschner bekommen. Die Gedenkstättenpädagogin hat Archäologie, Kulturwissenschaften und Museumsmanagement studiert und volontierte im Alliierten Museum Berlin zur Museumspädagogin. „Ich möchte unbedingt dazu beitragen, die Bildungsarbeit hier voranzutreiben“, sagt Taschner über ihre Arbeit in der Gedenkstätte Ahrensbök.

Das gesamte Programm

Die Aktionswochen für Demokratie und bunte Vielfalt beginnen am 1. Juni und dauern bis zum 26. Juni. Die meisten Veranstaltungen finden in Eutin statt. Das komplette Programm steht unter www.gedenkstaette-ahrensboek.de. Außerdem liegen an vielen öffentlichen Stellen Flyer mit dem Programm aus.

Susanne Peyronnet

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