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Ostholstein Kampf um die Bäderbahn: Von Beust unterstützt die Küste
Lokales Ostholstein Kampf um die Bäderbahn: Von Beust unterstützt die Küste
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18:47 18.01.2019
Der Bahnhof in Timmendorfer Strand soll im Zuge der neuen Bahntrasse nicht mehr angesteuert werden. Quelle: LUISA JACOBSEN
Ratekau/Timmendorfer Strand

Das Aus für die Bäderbahn scheint besiegelt – doch die betroffenen Küstenorte geben nicht auf. Sie kämpfen weiter gegen die Pläne von Land und Bahn, im Rahmen der neuen Schienentrasse zum Belttunnel den Zugverkehr auf der Strecke einzustellen. In der Hoffnung, die Verantwortlichen doch noch umzustimmen, wurde nun sogar die Anwaltskanzlei von Hamburgs ehemaligem Bürgermeister Ole von Beust (CDU) eingeschaltet. Auch wollen die Gemeindevertreter von Timmendorfer Strand den Erhalt der Bäderbahn im Forderungskatalog der Region an den Bund festgehalten wissen – sehr zum Ärger allerdings von Bürgermeister Robert Wagner (parteilos) und anderen Kommunen im Kreis.

Wagner: „Es ist nicht zielführend, den Erhalt der Bäderbahn zu fordern“

Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller (parteilos) zeigte sich im Projektbeirat vom Dialogforum Feste Fehmarnbeltquerung fassungslos: „Dazu fällt mir wirklich nichts mehr ein.“ Im Beirat wurde jetzt erneut über die gemeinsamen Forderungen der Region rund um die Schienenanbindung beraten. Seit Jahren stehe fest, dass es keinen Zugverkehr mehr auf der Bestandstrasse an der Küste geben werde (im Gespräch ist eine Busverbindung zu den Badeorten) – hier stelle sich die Frage, ob der Beirat bestimmte Rahmenbedingungen nicht akzeptieren müsse.

Timmendorfs Bürgermeister Wagner betonte, er habe der Politik von ihrer Entscheidung abgeraten. Den Erhalt der Bäderbahn zu fordern, sei „weder sinnvoll noch zielführend“, aber „sie wollen es nicht verstehen“. Nach dem Willen der Fraktionen soll in den Forderungskatalog auch die Nachnutzung der bisherigen Bahntrasse sowie die Gleisanbindung zum neuen gemeinsamen Haltepunkt mit Ratekau aufgenommen werden. Letzterer soll als Teil der neuen Bahnstrecke auf dem Gebiet der Nachbargemeinde entstehen.

Bahn überrascht vom Vorstoß der Timmendorfer

Die Bahn selbst zeigte sich überrascht vom Wunsch der Timmendorfer. „Für uns bedeutet das auch einen Arbeitsauftrag“, sagte Projektleiter Bernd Homfeldt. Werde ein Nachnutzungskonzept samt Anbindung für die Bäderbahn gefordert, müsse die Bahn dies auf Machbarkeit und Kosten prüfen – so wie alle anderen Forderungen aus der Region auch. Alle vorgestellten Varianten im Papier an den Bund müssten bewertet werden, damit es eine Grundlage für die dortigen Entscheidungen gebe.

Beiratsvorsitzender Keller plädierte dafür, den Ball zunächst an die Gemeinde zurückzugeben. Wie etwa bei der Beseitigung der beschrankten Bahnübergänge müsse auch hier nach einer „Akzeptanzlösung“ gesucht werden, forderte er. Mit Blick auf zum Teil unterschiedliche Vorstellungen von Bahn und Gemeinden – in Heringsdorf und Bad Schwartau laufen beispielsweise noch Gespräche – hatte Landesverkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) angekündigt, dass das Land nur gemeinsame Konzepte unterstützen werde. Dieser Grundsatz müsse auch bei der Bäderbahn gelten, so Keller. Aus seiner Sicht sei dies der einzige Weg, mit der Situation umzugehen.

Keller: „Uns läuft langsam die Zeit davon“

Der Ratekauer Verwaltungschef appellierte an alle Beteiligten, sich auf Maßnahmen zu einigen, die in Berlin für die Region gefordert werden sollen. Das entsprechende Papier sorgt nach wie vor regelmäßig für Diskussionen bei Treffen der Beteiligten. „Die Zeit läuft uns davon“, sagte Keller. Er drängt auf eine Entscheidung. Der Bundestag wolle noch vor der Sommerpause über das Thema beraten – und „wir müssen jetzt sagen, was wir wollen“.

Dialogforum tagt in Oldenburg

Die Forderungen der Region nach übergesetzlichem Schutz und weiteren Maßnahmen an der neuen Bahnstrecke sind in der kommenden Woche auch noch einmal Thema im Dialogforum Feste Fehmarnbeltquerung. Getagt wird am Donnerstag, 24. Januar, in Oldenburg. Die öffentliche Sitzung beginnt um 16.30 Uhr im Gewerbezentrum in der Neustädter Straße. Die Debatte wird auch live im Internet übertragen: fehmarnbelt-dialogforum.de.

Jennifer Binder

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