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Ostholstein Kommt das Bachfest 2023 nach Eutin?
Lokales Ostholstein Kommt das Bachfest 2023 nach Eutin?
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12:44 25.06.2019
Kantorin Antje Wissemann will das international angesehene Bachfest 2023 in die Region holen. Dann sollen auch auf der Orgel der Eutiner Michaeliskirche viele Werke des großen Komponisten erklingen. Quelle: Ulrike Benthien
Eutin

Konzerte, Vorträge, Ausstellungen, Exkursionen, Gottesdienste, Andachten, Matineen, Ballett, Theaterveranstaltungen – und alles kreist um Johann Sebastian Bach. Mit Verve stellte Antje Wissemann im Eutiner Kulturausschuss ein geplantes Großprojekt vor. Die Kantorin an der Eutiner Michaeliskirche beabsichtigt, in Zusammenarbeit mit ihrem Kollegen, dem Plöner Kirchenmusikdirektor Henrich Schwerk, für das Jahr 2023 das bedeutende Bachfest nach Eutin und Plön zu holen. Es wird jährlich vergeben von der Neuen Bachgesellschaft (NBG) Leipzig, die der Kantorin bereits den Zuschlag signalisiert hat. Kleiner Haken: Die Stadt Eutin muss, ebenso wie Plön, eine Förderung in Höhe von 10 000 Euro zur Finanzierung beisteuern.

Ziel: Bachs Werk in der Welt bekannt machen

Gegründet wurde die Neue Bachgesellschaft im Jahr 1900 in Leipzig. Ihr Ziel ist es, das Werk des großen Komponisten und Musikers in der ganzen Welt bekannt zu machen. „Eutin würde sich als Veranstaltungsort einreihen zwischen namhaften Städten wie Weimar, Dresden und Leipzig“, warb Antje Wissemann. In diesem Jahr ist das Bachfest in Rostock ausgerichtet worden. „Es kamen 20 000 Menschen. Die Mitglieder der Bachgesellschaft reisen aus vielen Ländern dazu an, sogar aus den USA“, so die Kantorin.

Fest soll vom 22. September bis 1. Oktober 2023 dauern

Eine Vorgabe sei, dass das Bachfest zwischen fünf und zehn Tagen andauere, berichtete sie dem Ausschuss. Nach einem ersten Plan würde das Fest 2023 am Freitag, 22. September, mit der Kulturnacht in Plön starten, in Eutin würden Vorstand und Direktorium des Vereins Neue Bachgesellschaft tagen. Die vielfältigen Veranstaltungen fänden am Sonntag, 1. Oktober, mit dem Michaelisfest und dem Bauernmarkt in Eutin ihren Abschluss.

Als Motto des 98. Bachfestes in vier Jahren haben sich Antje Wissemann und Henrich Schwerk für „Bach pendelt...“ entschieden. „Das passt auf vieles: pendeln zwischen Eutin und Plön, zwischen Hof und Kirche, zwischen Weltlichem und Geistlichem“, erläuterte die Kantorin.

Bach – Inspiration für viele Musiker

Johann Sebastian Bach (geboren 1685 in Eisenach, gestorben 1750 in Leipzig) wird von vielen Berufsmusikern als einer der größten Komponisten überhaupt angesehen. Er war darüberhinaus Kantor und galt als Orgel- und Cembalovirtuose des Barocks. Bach war auch Kantor der Thomaskirche zu Leipzig.

 Zu Lebzeiten waren seine Werke einem eher kleinen Kreis von Musikkennern bekannt. Mitte des 19. Jahrhunderts setzte eine Bach-Renaissance ein, seitdem gehören seine Kompositionen weltweit zum festen Repertoire der klassischen Musik. Eines seiner bekanntesten Werke ist die Matthäus-Passion.

Sie schilderte dem Gremium ebenfalls eine vorläufige Kostenkalkulation: Einnahmen und Ausgaben würden bei rund 220 000 Euro liegen. Die Einnahmen würden sich zusammensetzen aus Eintrittsgeldern, Fördergeldern von Land und Bund, Sponsoring sowie Mitteln der Kirchengemeinden und ihrer musikalischen Fördervereine. Die Städte Eutin und Plön sollten sich mit jeweils 10 000 Euro einbringen, so die Hoffnung der beiden Musikerkollegen.

Ein „Bachverein“ soll Spenden akquirieren

Erfahrungsgemäß sei es sinnvoll und hilfreich, im Vorwege einen eingetragenen Verein zu gründen, sagte Antje Wissemann. So habe es auch Rostock praktiziert. Der „Bachverein Ostholstein“ solle bereits weit im Vorwege des Festes Spenden für die Finanzierung einwerben. Nach ihrer und Henrich Schwerks Vorstellung sollten ihm sie beide sowie Stadtvertreter aus Eutin und Plön angehören.

Tänzer der Ballettschule Marquart stimmten die Besucher auf das 94. Bachfest im Rostocker Rathaus ein. Mai 2019 Quelle: Moritz Naumann

Die Kantorin präsentierte dem Ausschuss einen ganzen Strauß an Ideen für das Bachfest 2023: Die Eutiner und die Plöner Kantorei könnten gemeinsam die Matthäuspassion aufführen, denkbar seien Cross-over-Projekte wie Bach und Jazz, Swinging Bach, Bach und Klezmer, Improvisationen über Bachs Musik. Als Künstler könnten die „Kings Singers“ und der Thomanerchor Leipzig sowie der Dresdner Kreuzchor verpflichtet werden, bei einigen Künstlern sei bereits pro forma angefragt worden, sagte Antje Wissemann.

Beschluss über Zuschuss soll nach den Ferien fallen

„Aus touristischer Sicht ist das ein sehr interessantes Projekt“, fasste Martin Klehs, amtierender Eutiner Tourismus-Chef zusammen. Wie weit die Entscheidungsfindung, dafür 10 000 Euro Förderung zu bewilligen, denn in Plön gediehen sei, wurde aus dem Ausschuss gefragt. Auch in der Nachbarstadt würde das Vorhaben derzeit vorgestellt, sagte Antje Wissemann. Ein Beschluss solle nach den Sommerferien gefasst werden. So wollen es die Eutiner auch handhaben.

Ein Video mit einer kleinen Bach-Impression finden Sie im Internet auf www.LN-Online.de/Ostholstein.

Ulrike Benthien

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