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Ostholstein Katzen in Not: Verein muss vielen mutterlosen Tieren helfen
Lokales Ostholstein Katzen in Not: Verein muss vielen mutterlosen Tieren helfen
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10:07 04.12.2019
Viele der Katzenwelpen waren so klein, dass sie die Helfer von „Tiere in Not“ mit der Flasche aufziehen mussten. Quelle: Hfr
Ostholstein

Der Verein „Tiere in Not Heiligenhafen-Fehmarn“ kämpft gegen das Elend der frei lebenden und ausgesetzten Katzen. So betreut der Verein nicht nur eine Katzenklappe in Oldenburg, sondern finanziert vor allem auch die Kastrationen der Tiere. Bis Ende November waren es bereits 146. „Das ist eine sehr hohe Zahl für unseren kleinen, regionalen Verein“, sagt der Vorsitzende Hans-Detlef Stölken.

Tiere in sehr schlechtem Zustand

In diesem Jahr hatte es der Verein mit überdurchschnittlich vielen ausgesetzten erwachsenen Katzen und mutterlosen Katzenbabys zu tun. „Viele der Welpen waren noch so klein, dass sie per Flasche aufgezogen werden mussten“, erzählt Stölken. Hinzu kamen noch mehrere trächtige Streunerkatzen, die aufgenommen wurden. So kümmerte sich „Tiere in Not“ um weit mehr als 60 Katzenjunge. Viele dieser Tiere seien in einem sehr schlechten Zustand gewesen, sagt der Vorsitzende und ergänzt: „Sie waren voller Parasiten, unterernährt, hatten Infektionen und Verletzungen. So waren, zusammen mit anderen Tieren, bisher 147 zum Teil auch recht aufwendige Behandlungen beim Tierarzt notwendig.“

Der Verein „Tiere in Not“ kümmert sich vor allem um frei lebende und ausgesetzte Katzen und päppelt sie auf. Quelle: HFR

Katzen sind mit einem halben Jahr geschlechtsreif

Auch im Tierheim Lübbersdorf hat die Anzahl der Katzen zugenommen. „Es ist mehr geworden im Vergleich zum Vorjahr. Ganz viele Jungtiere zwischen drei und sechs Wochen waren darunter“, sagt Tierpflegerin Jolina Schessnick. Kaum anders sieht es im Tierheim Eutin aus. „Wir sind gut belegt, es werden im Verhältnis zu 2018 auch nicht unbedingt weniger“, sagt Einrichtungsleiterin Heike Niemeck. Der letzte Schwung an Herbstkatzen werde gerade aufgepäppelt, damit sie gesund und groß würden. Was viele gar nicht so dächten, sagt Niemeck, dass Katzen schon nach einem halben Jahr geschlechtsreif würden. Daher sei es wichtig, dass die Situation der Katzen, auch der frei lebenden, ein bisschen gesteuert werde und dies gehe nicht ohne Kastrationen. „Ohne den Aufwand kämen wir nicht voran.“

Die Mitarbeiter der Tierheime sind sehr bemüht, die von ihnen betreuten Tiere an liebevolle Menschen zu vermitteln. Einem Vierbeiner ein Zuhause zu schenken, ist aber auch eine verantwortungsvolle Aufgabe, die wohlüberlegt getroffen werden muss von der ganzen Familie. Besonders zur Weihnachtszeit finden sich allerdings viele Tiere auf den Wunschzetteln von Kindern. „Wir richten in dieser Zeit einen Weihnachts-Vermittlungsstopp ein“, sagt Jolina Schessnick, denn die Lebewesen sollten nicht unter dem Baum sitzen wie andere Geschenke.

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Viele verletzte Wildtiere in Ostholstein

Ein anderer Bereich, der den Verein „Tiere in Not“ verstärkt in diesem Jahr gefordert hat, war die Betreuung von verletzten oder aufzuziehenden Wildtieren, insbesondere Wildvögeln. „In der Regel sind wir der einzige Ansprechpartner, denn sowohl Tierheim als auch Nabu verweisen in den meisten Fällen an uns weiter, da sie selbst keine oder wenig Möglichkeiten der Unterbringung oder Versorgung haben“, sagt Stölken. Da der Verein selbst kein Tierheim betreut, musste er das nötige Equipment anschaffen. Beispielsweise wurden Volieren gekauft und gebaut. So konnten unter anderem Eichhörnchenbabys, Kaninchen- und Hasenjunge aufgepäppelt und 124 Wildvögel betreut werden. Zusätzlich wurde der Verein 14-mal von der Polizei um Hilfe gebeten, sich um herrenlose Hunde zu kümmern.

Tierschutz ist auf Spenden angewiesen

Stölken berichtet noch von einem weiteren Problem. Bedürftige Menschen, die Tiere besitzen, hätten oft nicht die finanziellen Möglichkeiten für Untersuchungen, Behandlungen oder gar Operationen beim Tierarzt. Deshalb kämen immer wieder Anfragen, ob „Tiere in Not“ hier Unterstützung leisten könne. „All diese Aufgaben verursachen natürlich erhebliche Kosten, die den Verein immer wieder vor große Herausforderungen stellt“, sagt der Vorsitzende. Ohne großzügige Spenden ist der Einsatz für die Tiere gar nicht möglich. So geht es „Tiere in Not“, aber auch den Tierheimen, die auf Hilfe unterschiedlichster Art von Tierfreunden angewiesen sind.

Weitere Informationen gibt es unter tierheim-luebbersdorf.de, www.tierheim-eutin.de und www.tiere-in-not-oh.de

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Von Markus Billhardt

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