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Ostholstein Keine Beweise: 71-Jähriger in Asbest-Fall freigesprochen
Lokales Ostholstein Keine Beweise: 71-Jähriger in Asbest-Fall freigesprochen
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12:45 28.10.2019
„Unerlaubter Umgang mit Abfällen“ wurde einem 71-Jährigen vor dem Amtsgericht Eutin vorgeworfen – doch der Prozess endete mit einem Freispruch. Quelle: Sabine Latzel
Süsel/Eutin

„Die Vorwürfe sind eine Unverschämtheit“: Wütend präsentierte sich der 71 Jahre alte Erwin G. (Name geändert) vor dem Eutiner Amtsgericht. Dort musste er sich wegen des „unerlaubten Umgangs mit Abfällen“ verantworten – es ging um angeblich vergrabene Asbest-Platten. Dieser Vorwurf war jedoch nicht haltbar, der Ostholsteiner wurde freigesprochen.

Faserzementplatten, die Chrysotil-Asbest (das sogenannte Weiß-Asbest) enthielten, soll ein Bauarbeiter im Auftrag von Erwin G. auf einem Grundstück in der Gemeinde Süsel vergraben haben. Asbest kann Krebserkrankungen auslösen, seine Verwendung ist in Deutschland seit über 25 Jahren verboten.

Eine Fachfirma entsorgte 15 Tonnen Asbest-Müll

Tatsächlich fiel bei den Arbeiten auf dem Grundstück offenbar eine Menge Asbest-Müll an, als dort eine Dacheindeckung abgerissen wurde. Diese Platten, es sollen etwa 15 Tonnen gewesen sein, ließ Erwin G. allerdings von einer Fachfirma nachweislich entsorgen. Ein Nachbar zeigte den 71-Jährigen dennoch an: Zahlreiche Platten lägen demnach noch auf den Gelände und seien einfach mit Mutterboden überdeckt worden.

Auf Anweisung der Kreisverwaltung ließ der Beschuldigte daraufhin das betroffene Areal ausheben. In den knapp sieben Tonnen Erdaushub fanden sich jedoch lediglich Scherben und Bauschutt, die nach Einschätzung eines Bauleiters dort schon lange Zeit, „vielleicht seit Jahrzehnten“, gelegen hätten. Der Nachbar, der mit seiner Anzeige die Ermittlungen ins Rollen gebracht hatte, erwies sich als Zeuge vor Gericht zudem als Fehlgriff: Gesehen habe er im Grunde nichts, erklärte er.

„Falsche Anschuldigungen gegen ordentlichen Bürger“

„Das alles sind völlig falsche Anschuldigungen gegen einen ordentlichen Bürger“, wetterte Erwin G. Er habe ein vermülltes Grundstück, das er ersteigert hatte, mit hohem Kostenaufwand aufräumen lassen, das Verfahren werte er als „Affront“. Die Vertreter von Polizei und Kreisverwaltung hätten erkennen müssen, „dass das alles haltlos ist“. Tatsächlich ließen sich die Vorwürfe nicht nachweisen, befand auch der Vertreter der Staatsanwaltschaft, und der Prozess endete mit einem Freispruch.

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Von Sabine Latzel

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