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Ostholstein Was tun, wenn in Ostholstein wieder ein Wolf auftaucht?
Lokales Ostholstein Was tun, wenn in Ostholstein wieder ein Wolf auftaucht?
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19:33 27.02.2019
Das ist der im April 2007 bei Süsel überfahrene Wolf. Das Tier steht heute ausgestopft im Kreishauses in Eutin. Die Präparation erfolgte in Zusammenarbeit zwischen der Kreisjägerschaft Eutin, der Mierendorff-Stiftung, der Kreisjägerschaft Oldenburg und dem Kreis Ostholstein. Quelle: Gäbler
Eutin

 Er steht in diesen Wochen fast täglich in den Schlagzeilen: der Problemwolf im Kreis Steinburg. Viele Tierschützer heißen die Rückkehr der Wölfe willkommen. Aber Nutztierhalter verstehen sich genauso als Tierschützer und wollen ihre Schafe und Kälber vor dem Raubtier schützen. Im Kreis Ostholstein wird es dennoch kein eigenes Wolfs-Management geben. Ein Antrag der FDP wurde im Kreis-Ausschuss für Soziales, Sicherheit und Gesundheit abgelehnt. Begründung: Das sei Landesaufgabe.

FDP: Wir wollen vorbereitet sein

Zwei Vorfälle mit Wölfen hat es in Ostholstein bisher gegeben. Im April 2007 sah es zunächst aus wie ein ganz normaler Wildunfall – am Ende stand eine sensationelle Erkenntnis: In Ostholstein ist bei einem Autounfall auf der B 76 zwischen Süsel und Haffkrug ein Wolf verendet. „Nach unserem Kenntnisstand ist es das erste Mal nach 1820, dass in Schleswig-Holstein ein Wolf aufgetaucht ist. Damals hatte ein Jäger in der Nähe von Neumünster ein solches Tier erlegt“, sagte Dr. Dorith Feddersen-Petersen vom Zoologischen Institut der Kieler Christian-Albrechts-Universität.

Nach der Untersuchung stellte die Uni-Mitarbeiterin fest: „Es besteht kein Zweifel. Es ist ein Wolf!“ Das Tier steht heute ausgestopft im Seiteneingang des Kreishauses in Eutin. Die Präparation erfolgte in Zusammenarbeit zwischen der Kreisjägerschaft Eutin, der Mierendorff-Stiftung, der Kreisjägerschaft Oldenburg und dem Kreis Ostholstein.

Der zweite Vorfall in Ostholstein ereignete sich im Januar 2016: Im Naherholungsgebiet Curauer Moor wurde ein Schaf von einem Wolf gerissen worden. Es war der Schäfer selbst, der den Vorfall meldete. Auf einer Wiese grasten seine Schafe, als er eines von ihnen tot auffand. Es hatte mehrere Bisswunden. Tage später stand wieder zweifelsfrei fest: Es war ein Wolf, wie das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume damals mitteilte.

FDP: Der Kreis muss vorbereitet sein

Angesichts der Ereignisse im Kreis Steinburg ergriff Dr. Joachim Rinke aus Bosau, FDP-Fraktionschef im Kreistag, jetzt die Initiative und stellte einen Antrag auf Einrichtung eines Wolfs-Managements in Ostholstein. Rinke: „Wir wollen aktiv handeln. Ich weiß, dass das Sache des Landes ist. Aber ich möchte, dass der Kreis bereit ist, wenn es wieder Wolfssichtungen in Ostholstein gibt!“

Gegenüber den LN sagte Rinke weiter: „Alle Landwirte und Nutztierhalter müssten die Notfall-Nummern des Wolfs-Beauftragten und des Kreisveterinärs bekommen. Außerdem müsste der Kreis Schutzzäune als Akuthilfe vorhalten und eine To-Do-Liste erstellen.“

Antrag von der Tagesordnung gestrichen

Am Dienstagabend stand der FDP-Antrag auf der Tagesordnung. Doch der Vorsitzende Manfred Jaeger (SPD) sagte, dass das Wolfs-Management Landessache sei. Das sahen die übrigen Ausschussmitglieder genauso. Für Gabriele Braune (Grüne) sei das Land und nicht den Kreis in der Pflicht, auch Petra Kirner (CDU) meinte, dass das Wolfs-Management Landesaufgabe sei. Rinke konterte, dass man „schlechte Erfahrungen bei der Vogelpest gesammelt“ hätte und erklärte: „Wir wollen, dass die Bürger im Vorwege Bescheid wissen, an wen sie sich wenden müssen.“ Letztlich folgte die Abstimmung und der FDP-Antrag wurde von der Tagesordnung genommen.

Einem Alleingang steht übrigens auch der Schaf- und Ziegenzuchtverband kritisch gegenüber. Bezirksvorsitzende Frauke Wechselberg aus Neutestorf sagte den LN: „Die Gesamtheit der Kreise müsse an einem Strang ziehen. 1,20 Meter hohe Schutzzäune nutzen überhaupt nichts. Hier sind wirkungsvollere Ideen gefragt.“

Louis Gäbler

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