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Ostholstein Prozess gegen Mutter aus Lensahn: So geht es vor Gericht weiter
Lokales Ostholstein Prozess gegen Mutter aus Lensahn: So geht es vor Gericht weiter
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12:48 09.09.2019
Die Mutter, die sich ihre Kinder in den Rollstuhl gezwungen haben soll, lebt mit ihrer Familie in Lensahn. Die dortige Schule wurde eigens für die angeblich Erkrankten umgebaut. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Lübeck/ Lensahn

Der Prozess um die Misshandlung Schutzbefohlener, Körperverletzung und Betrug durch eine Lensahner Mutter geht in die nächste Runde. Am heutigen Montagmorgen ist der dritte Verhandlungstermin am Lübecker Landgericht anberaumt, bei dem mehrere Zeugen vernommen werden. Unter anderem soll der Hausarzt der Familie aussagen.

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Fragen und Antworten zum Prozess gegen Mutter

Die Anklage wirft der 49-Jährigen bislang vor, vier ihrer fünf Kinder über Jahre in den Rollstuhl gezwungen zu haben, um Pflegegeld für sie zu kassieren. Insgesamt spricht die Staatsanwaltschaft von etwa 140 000 Euro. Die angeblichen Krankheiten ihrer Kinder soll die Angeklagte mit gefälschten Attesten und Gutachten belegt haben.

Angebliche Behinderung hatte Folgen für Kindern

Laut Anklage hatte das dauernde Sitzen im Rollstuhl verheerende körperliche und psychische Folgen für die Kinder. Da sie oft nur 50 bis 80 Schritte am Tag laufen durften, seien ihre Muskeln und Knochen verkümmert. Als angeblich Behinderte im Rollstuhl seien sie sozial isoliert gewesen. Hinzu seien erhebliche Fehlzeiten in der Schule wegen dauernder Arztbesuche gekommen. Bis zu 100 Tage pro Halbjahr hatten die Kinder in der Schule gefehlt. Ein Sohn habe in der dritten Klasse noch nicht lesen können.

Berichte über den Prozess und einen ähnlichen Fall

Der Prozess um die Ostholsteiner Mutter, die ihre Kinder in den Rollstuhl gezwungen haben soll, ist Dauerthema. Hier gibt es einen Überblick:

Der Prozessbeginn:
So lief der erste Tag vor dem Lübecker Landgericht.

Für Aufregung sorgte die Nachricht, dass einige der Kinder noch bei der Mutter leben. Warum das Jugendamt dies nicht verhindern konnte, steht hier.

Lehrkräfte und Schulbegleiter haben ausgesagt:
Die Mutter geriet bereits 2014 ins Visier der Ermittlungsbehörden.

Alles, was bisher bekannt ist, ist hier zusammengefasst.

Kommentar zum Prozess:
Kinder dürfen nicht zum zweiten Mal zu Opfern werden

Ein ähnlicher Fall wurde 2015 vor dem Hamburger Landgericht verhandelt. Eine Mutter hatte ihrem dreijährigen Kind monatelang Fäkalien, Speichel und Blumenwasser gespritzt.

Besonders kurios: Auch nach Prozessbeginn sollen drei der fünf Kinder wieder bei ihren Eltern leben. Das bestätigte Ende August Alfred Grüter, Leiter des Fachbereichs Soziales, Jugend, Bildung und Sport des Kreises Ostholstein. Mit einem Urteil gegen die Mutter aus Lensahn wird aber bislang nicht vor November gerechnet.

Von sbu

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