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Ostholstein Kinderbetreuung im Notfall: Arbeitgeber unterstützen Eltern
Lokales Ostholstein Kinderbetreuung im Notfall: Arbeitgeber unterstützen Eltern
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16:08 13.06.2019
ZVO-Personalchef Uwe Jürgens mit Sohn Julius (2), Wiebke Watzlawek (Projektleiterin bei der Gesellschaft Familie und Beruf, l.) und der ZVO-Gleichstellungsbeauftragten Stephanie Stürholdt.  Quelle: BINDER
Sierksdorf

Geschlossene Kita, kranke Großeltern oder ein überraschender Arbeitstermin: Damit die Kinderbetreuung auch im Notfall gewährleistet ist, hat der Zweckverband Ostholstein (ZVO) für seine Mitarbeiter jetzt ein neues Angebot eingerichtet. In Kooperation mit der Gesellschaft Familie und Beruf kann kurzfristig Ersatz für den ausgefallenen Betreuer organisiert werden. Insgesamt machen 18 Betriebe und kommunale Verwaltungen in Ostholstein und Plön bei dem Projekt mit, um berufstätige Eltern zu unterstützen.

15 Notfall-Betreuer sind täglich in Ostholstein unterwegs

Die Arbeitgeber zahlen eine monatliche Pauschale an die Gesellschaft Familie und Beruf. Diese bemesse sich nach der Anzahl der Mitarbeiter, erläutert Projektleiterin Wiebke Watzlawek. Für die jeweiligen Mitarbeiter wird dann im Notfall innerhalb von maximal zwei Stunden eine Kinderbetreuung organisiert – an sieben Tagen die Woche zwischen 6 und 22 Uhr. „In Ostholstein gibt es viele Arbeitnehmer in der Gastronomie und im Tourismus“, sagt die Organisatorin, „da muss das Angebot dann auch zu deren Arbeitszeiten passen.“

15 erwachsene Spielgefährten sind dafür kreisweit im Einsatz. Im Gepäck haben sie alle einen Rucksack voller „Eisbrecher“ wie Malsachen und Knetgummi. Denn die Notfall-Betreuung ist eine besondere Herausforderung: Anders als in der regulären Betreuung kennen sich Kind und Erwachsener hier normalerweise nicht; oft bleibt es bei einem einzigen Treffen. „Dafür haben wir den Rucksack entwickelt“, sagt Wiebke Watzlawek, „er hilft, Kontakt aufzunehmen und eine gemeinsame Beschäftigung zu finden.“

Kinderbetreuung zu Hause oder in der Firma

Oft fahren die Notfallbetreuer zu den Familien nach Hause. Einige Firmen haben jedoch auch eigene Räume für die Kinderbetreuung eingerichtet. Beim ZVO in Sierksdorf gibt es beispielsweise ein spezielles Büro mit einer Spielecke. Es konnte auch bisher schon genutzt werden, wenn ein Mitarbeiter sein Kind aus irgendeinem Grund mit zur Arbeit nehmen musste oder auch, wenn Kunden mit Kindern zu Besuch kommen. Jetzt kann hier auch eine professionelle Betreuung stattfinden – bei Bedarf auch von mehreren Kindern gleichzeitig. Eine Alternative zur regulären Betreuung ist das Ganze aber nicht, wie Wiebke Watzlawek betont: „Es ist wirklich nur für den Notfall gedacht.“

„Wir freuen uns, dass wir unseren Betrieb mit dem neuen Angebot noch familienfreundlicher machen konnten, sagt ZVO-Personalleiter Uwe Jürgens, selbst Vater eines zweijährigen Sohns. Nach Gleit- und Teilzeit-Modellen sowie der Möglichkeit, zwischendurch von zu Hause aus zu arbeiten, sei nun eine weitere Hilfe für Mitarbeiter mit Kindern hinzugekommen. „Das ist ein echter Mehrwert“, sagt Jürgens. Davon sei er überzeugt. Für die Angestellten – und auch für das Unternehmen, zumal Ausfallzeiten dadurch reduziert werden könnten.

Projektleiterin: „Ostholstein wird durch das Angebot familienfreundlicher“

Erfahrungsgemäß brauche es immer eine gewisse Anlaufzeit, bis Angebote wie diese sich etabliert hätten, berichtet die ZVO-Gleichstellungsbeauftragte Stephanie Stürholdt. Sie sei guter Dinge, dass die Notfallbetreuung bald gut angenommen werde. Die Nachfrage für das Eltern-Kind-Zimmer steige mittlerweile stetig: „Es gibt bei solchen Sachen immer eine gewisse Hemmschwelle – aber wer das Angebot einmal in Anspruch genommen hat, der macht es wieder.“

Projektleiterin Wiebke Watzlawek freut sich, mit dem ZVO einen weiteren großen Partner mit im Boot zu haben. „Wir möchten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erhöhen“, sagt sie. Mit diesem Ziel sei die Initiative vor fünf Jahren gestartet; als Vorbild diente ein ähnliches Projekt im Kreis Stormarn. Dass seither 18 Arbeitgeber hierzulande auf den Zug aufgesprungen seien, freue sie sehr. Eine eigene Kita zu gründen, lohne sich für viele Firmen nicht, weil die Nachfrage dafür doch zu gering sei. Im Notfall eine Kinderbetreuung vorzuhalten, sei jedoch eine große Hilfe für die Eltern – und mache Ostholstein wieder ein großes Stück familienfreundlicher.

Weitere Infos gibt es unter www.fub-oh.de.

Jennifer Binder

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