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Ostholstein Große Nachfrage: Süsel plant noch einen Kindergarten
Lokales Ostholstein

Kita-Plätze gesucht: Neuer Kindergarten für Süsel und Sierksdorf

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18:30 16.03.2021
Am St.-Laurentius-Kindergarten in Süsel müsste viel saniert werden. Die Gemeinde plant jetzt einen Kita-Neubau an der Grundschule.
Am St.-Laurentius-Kindergarten in Süsel müsste viel saniert werden. Die Gemeinde plant jetzt einen Kita-Neubau an der Grundschule. Quelle: Ulrike Benthien
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Süsel/Sierksdorf

Viele Kinder, große Nachfrage nach Betreuungsplätzen: Die Gemeinde Süsel beabsichtigt den Neubau einer weiteren Kindertagesstätte. Im Hauptort Süsel soll ein fünfzügiger Kindergarten auf dem Gelände Am Schulzentrum entstehen. Dabei ist die Nachbargemeinde Sierksdorf mit im Boot. Sie will die Kosten für eine Gruppe übernehmen und so Plätze für Nachwuchs aus Sierksdorf schaffen.

Kita Groß Meinsdorf soll Anfang 2022 in Betrieb gehen

Der bauliche Zustand ihrer drei Kitas und die Suche von Eltern nach Betreuungsplätzen beschäftigt die Gemeindevertreter schon seit langem. Für den Standort Groß Meinsdorf laufen die Planungen aktuell auf Hochtouren. Spätestens Anfang 2022 soll gegenüber der jetzigen Kita Kunterbunt in der Eutiner Landstraße 30 ein Neubau stehen und in Betrieb gehen: fünfzügig, Kosten knapp drei Millionen Euro. Die Gemeinde rechnet mit rund 125 000 Euro Fördergeld für die Schaffung zusätzlicher Kita-Plätze (bislang ist die Kita dreizügig), möglicherweise kann sich die Summe durch ein Förderprogramm des Bundes verdoppeln.

Ab Sommer Mobilräume für Groß Meinsdorf?

Da die Anmeldezahlen für das Kita-Jahr 2021/22 die zur Verfügung stehenden Plätze übersteigen, könnten ab Sommer Mobilräume – den Begriff Container betrachten die Mitglieder des Finanzausschusses als abwertend – neben dem Kunterbunt-Haus für Entlastung sorgen. Für diese Interimslösung wird mit Kosten von 75 000 Euro gerechnet. Die Entscheidung darüber soll die Gemeindevertretung (tagt am Donnerstag, 25. März) treffen.

Neubau für St.-Laurentius-Kindergarten an der Schule

Den Hauptort Süsel wollen die Gemeindevertreter ebenfalls stärken und mit einem guten Kindergartenangebot attraktiv für junge Familien machen. Im bestehenden St.-Laurentius-Kindergarten am Pastor-Dr.-Fuchs-Weg sind allerdings erhebliche Investitionen vonnöten. Einen Neubau möchten die Fraktionen dort nicht errichten, denn das Grundstück gehört der Kirche. Diese Konstellation – unterschiedliche Eigentumsverhältnisse von Areal und Gebäude – hatte vor einigen Jahren zu heftigen Auseinandersetzungen in gemeindlichen Sitzungen geführt.

Jetzt ist eine Fläche auf dem Grundschulgelände Am Schulzentrum für einen Neubau vorgesehen. Statt vier Gruppen, wie noch in der Sitzung der Gemeindevertretung Ende Januar im Gespräch, soll er jetzt fünf beherbergen. Dafür böte das Grundstück am Pastor-Dr.-Fuchs-Weg auch nicht ausreichend Platz. Die Kosten für die Räume einer zusätzlichen Gruppe will die Gemeinde Sierksdorf tragen. Bürgermeister Udo Gosch (SPD) nahm an der digitalen Süseler Finanzausschusssitzung teil und bekräftigte das Sierksdorfer Interesse an einer Kooperation. „Wir haben am 31. März Sitzung unserer Gemeindevertretung. Wenn grünes Licht aus Süsel kommt, können wir uns nach Ostern wegen eines Vertrages zusammensetzen“, kündigte er an.

Bislang würde in Sierksdorf eine U-3-Gruppe (Küstenkids) im umgebauten ehemaligen Jugendtreff K-Sino betreut, so Udo Gosch. Für den Sommer gebe es aber bereits eine Warteliste, auf der sechs Kinder stünden. „Wir werden dort in den kommenden zwei, drei Jahren niemanden mehr aufnehmen können“, sagt der Bürgermeister. Im St.-Laurentius-Kindergarten könne Sierksdorf sieben Plätze belegen, „aber auch dort steht ein Kind für den Sommer auf der Warteliste“. Gosch rechnet mit weiterer Nachfrage in naher Zukunft: „In Roge sind sehr viele junge Familien zugezogen. Und im Bereich Waldwinkel/Strandkoppel entsteht ein Baugebiet.“

Bauweise für Kindergarten in Süsel kopieren

Die in Aussicht stehende Kooperation mit Sierksdorf nannte Süsels CDU-Fraktionschef Michael Woyna „eine super Sache“. Er regte an, für die zweite fünfzügige Kita in Süsel Kosten einzusparen, indem derselbe Architekt das Groß Meinsdorfer Projekt 1:1 in Süsel noch einmal errichte. „Ein Wiederholungsbau sozusagen. Ich kenne das vom Bundesbau.“ Mit der Idee, die modulare Bauweise und das Raumprogramm der neuen Kita Groß Meinsdorf komplett für Süsel zu übernehmen, hat sich auch die Eutiner Bauverwaltung bereits befasst. „Was auf Bundesebene geht, geht auch kommunal. Die Planungskosten lassen sich reduzieren. Voraussetzung ist, man baut identisch“, bestätigte Simone Handschuck.

Auch wenn der St.-Laurentius-Kindergarten neu gebaut werden soll: Am Träger, dem Ev.-Luth. Kirchenkreis Ostholstein/Kindertagesstättenwerk werde festgehalten. Das betonten die Fraktionen in der Sitzung ausdrücklich.

Wie kann Süsel seine Bauprojekte finanzieren?

Mit zwei neuen Kindertagesstätten und dem Neubau der Grundschule hat Süsel millionenschwere Großprojekte vor der Brust. „Auf uns könnten auch Neubauten der Feuerwehrgerätehäuser in Kesdorf und Bujendorf zukommen“, sagt Bürgermeister Adrianus Boonekamp.

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„Aktuell ist die Gemeinde mit drei Millionen Euro verschuldet“, berichtet Kämmerer Torsten Bruhn. Wie also an Geld kommen? Bislang hat die Gemeinde Investitionen über kommunale Kredite und Darlehen finanziert. Künftig könnten aber Bauherren- oder Genossenschaftsmodelle mit Bürgerbeteiligung infrage kommen. „Wir haben Gespräche mit einem Consulter aus Hamburg geführt, der uns angeboten hat, alternative Berechnungsmodelle zu erstellen“, so Bruhn. Knapp 1000 Euro müssten dafür an Haushaltsmitteln bereitgestellt werden. Eine Summe, die CDU, SPD und FWS als akzeptabel und nicht zu hoch erschien, sollte das Geld in den Sand gesetzt werden. Sollten sich jedoch günstige Finanzierungsmodelle ergeben, „dann haben wir alles richtig gemacht“, so der Tenor.

Von Ulrike Benthien