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Ostholstein Regen verhinderte Starts: Zwangspause für Kiter auf Fehmarn
Lokales Ostholstein Regen verhinderte Starts: Zwangspause für Kiter auf Fehmarn
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21:52 25.08.2018
Wettkampfpause im Mercedes-Whirlpool (v.l.): Modesta Morauskaite (Litauen), Osaia Reding Commaille (Frankreich), Jesse Richman (Hawaii/USA) und Gina Bihn (Deutschland) vergnügen sich. Quelle: Schwennsen
Burgtiefe a. F

„Ich wünsche mit, dass der Hitzesommer eine Pause einlegt“, betonte gleich zum World-Cup-Beginn Jörgen Vogt, Generalsekretär der Global Kitesports Association (GKA). Kräftige Winde – danach sehnen sich auch die Top-Kiter aus der ganzen Welt, die bis Dienstag am Burger Südstrand um die WM- Krone kämpfen.

Zehn Nationen sind auf Fehmarn vertreten: Brasilien, Kolumbien und die Dominikanische Republik, dann Frankreich als zahlenmäßig stärkste Gruppe. Außerdem Litauen, die Niederlande, die Schweiz, Großbritannien, die USA und Deutschland. Ein buntes Sprachgewirr am Südstrand – und doch eine große Familie.

Ganz selbstverständlich hüpften gestern Nachmittag Modesta Morauskaite (Litauen), Osaia Reding Commaille (Frankreich), Jesse Richman (Hawaii/USA) und Gina Bihn (Deutschland) gemeinsam in den Whirlpool des Hauptsponsors. „Great!“ jubelten sie ausgelassen – trotz der witterungsbedingten Zwangspause. Und waren doch fast die Einzigen, die sich noch trauten, in Bikini, Badehose oder Neoprenanzug aufzutreten.

Wenige Minuten später leerte sich der Strand abrupt. Nach der Windflaute wirbelten anhaltender Regen und ein Temperatursturz den Zeitplan vollends durcheinander. Weit und breit war kein Kiter mehr zu sehen. Das Publikum verkroch sich unterm Zelt oder gleich im Wohnmobil. Strandkuscheln im Bikini, Flanieren am Strand oder Relaxen auf der Hängematte fielen erst einmal aus.

Doch improvisieren – das gehört für jeden Surf-Veranstalter zum A und O. „Und die Stimmung auf Fehmarn ist trotzdem fantastisch“, jubelte Word-Cup-Sprecher Sven Kaatz. Denn die Kiter und ihre Fan-Gemeinde ließen sich die Laune nicht so schnell durchs schlechte Wetter vermiesen. Später klarte es dann nach einer langen Geduldsprobe wieder auf, die Sonne kehrte auf die Sonneninsel zurück.

Und jetzt stimmte auch der Wind. Die ersten Kiter bereiteten sich auf ihren Start vor. Bis zum nächsten Regenschauer.

Anders als in beiden Vorjahren mit jeweils rund 100 000 Besuchern ist das Programm nicht nur von zehn auf fünf Tage geschrumpft. Sondern diesmal geben die Kite- Profis den Ton an – die Amateure treten ganz in den Hintergrund. Den Profis winkt ein Gesamtpreisgeld von immerhin 25000 Euro. Und es geht vor allem um wertvolle Punkte. Als einziger Stopp der GKA Kiteboarding World Tour 2018 in Deutschland ist Fehmarn zugleich die letzte Station. Neben Freestyle kommen die beiden Disziplinen Kiteloop und Big Air dazu. Dienstag gegen 17.30 Uhr sollen die Sieger gekürt werden.

Titel-Favoriten bei den Männern sind der Führende der Tour, Jesse Richman von Hawaii, und sein schärfster Verfolger Carlos Mario. Der Brasilianer wurde 2016 Kitesurf-Champion. Die erst 13-jährige Mikaili Sol aus Brasilien führt bei den Damen die Weltrangliste an. Aber auch die Britin und Gesamtzweite Hannah Whiteley will ihre letzte Chance in dieser Saison nutzen.

So geht es weiter

Bis Dienstag läuft auf Fehmarn der Mercedes-Benz Kitesurf World Cup 2018 am Burger Südstrand. Der Eintritt ist frei.

Der Veranstaltungsort in Burgtiefe ist inklusive Event-Parkplätze in ausgeschildert. Empfohlen wird die Anreise über die K 43. Das gilt vor allem heute, wenn tagsüber in der Burger Innenstadt noch die „25. Fehmarn-Days of American Bikes“ laufen.

Die Wettkämpfe starten vor dem Burger Südstrand täglich um 10 Uhr, wenn der Wind mitspielt.

Außerdem wird täglich nach den offiziellen WM-Wettkämpfen ab 18 Uhr der Mercedes- Benz Kite Champion ermittelt. Die Kitesurf- Profis haben dann jeweils zwei Versuche, um über eine Rampe zu fahren, sich in die Luft zu schrauben und ihren besten Trick zu zeigen.

Sollte der Wind nicht ausreichen, werden die Drachenlenker von einem Jet-Ski oder einem Boot gezogen. Die Tagessieger erhalten ein Preisgeld von 500 Euro.

Tagsüber gibt es von 10 bis 18 Uhr ein buntes Unterhaltungsprogramm. Auf einer großen Herstellermesse wird aktuelles Kitesurf- und SUP-Equipment präsentiert, das vor Ort getestet werden kann.

Von Gerd-J. Schwennsen